Dienstag, 7. April 2015

Geschlossene Gesellschaft

Die Ostertage waren für mich mit einem kleinem "weh" belegt... begonnen mit HEIMweh, als ich den Sonntagmorgen mit Luigi am Fürstenpalast in Dijon saß, zweitfrühstückte und daran dachte, dass zur gleichen Zeit in Bautzen die Osterreiter starten. Nichts gegen französische Sonne und Dijoner Honigkuchen, aber die Osterstimmung in meiner Heimat ist - glaub ich - einfach nicht zu toppen. Da hält kein amerikanisches Eiersuchen und keine spanische Prozession mit!

Ostersonntag in Dijon
Lächeln! Es ist Ostersonntag und ich bin in einer Senfstadt.

Den Anflug von Heimweh hab ich in Schreiblust umgewandelt und so sind bald einige Postkarten auf dem Weg von Senfstadt (französisch) zu Senfstadt (deutsch). Dijon ist durchaus mal eine Reise wert mit seinen bunten Dächern, den wegweisenden Eulen im Pflaster und einem sehr, sehr sehenswerten Kunstmuseum, das sogar freien Eintritt gewährt. Nicht zu vergessen der Senf, der in verschiedenen Läden fein präsentiert und zum Verkosten angeboten wird. Hätte ich etwas mehr Platz im Gepäck, wäre jetzt nicht nur ein kleines Gläschen Spezialsenf dabei!

Nach einer Drittfrühstückspause im "Großen Garten" Dijons (ich kenne den echten Namen des Parks nicht, aber er war recht groß und lag direkt neben dem Flüsschen Ouche) bin ich ein paar Kilometer am Wasser der Ouche entlang geradelt, bevor ich mich entschlossen hab, doch lieber die Landstraße in Richtung Südosten zu nehmen. Das lag zum einen am ruckeligen, feldwegartigen Charakter der ausgewiesenen Fahrradstrecke, zum anderem an dem Hund, der michzum Ende hin ziemlich böse ankläffte und ansprang. Fand ich nicht besonders lustig, zumal die Rufe des Besitzers scheinbar lautlos verhallten.

Die Gegend, die ich dann auf Asphalt durchquerte, nannte sich "La Pleine", was mich an das englische "Great Plains" erinnerte. Ein plattgedrücktes Niemandsland, kaum Steigungen und - osterbedingt - kaum Verkehr und selten mal Leute auf den Straßen. Auch nicht in den Vorgärten, scheinbar schlugen sich die Leute alle in den Häusern ihre Bäuche voll. Selbst die Restaurants und Kebabläden in den Dörfern bzw. Städtchen waren geschlossen- sowas hab ich bisher nur in Schweden zur Mittsommernachtsfeier erlebt. Echt beeindruckend, so eine geschlossene Gesellschaft!

Insofern war ich echt froh, dass ich nach gut 50km im Flachland wieder auf einen Fluss (die Saone) mit kleinen Hügeln dahinter stieß. Und siehe da, in Seurre hatte auch eine Bar geöffnet, wo ich mir einen Café au lait gönnte... danach dauerte es nicht mehr lang bis zu meiner Gastfamilie in Verdun-sur-Loire, bei denen es bretonische Crepes gefüllt mit Ei und Käse gab. Ganz wichtig an der Füllung: das Eigelb muss noch flüssig sein, dann verteilt es sich nach dem Anschneiden des Crepes besser. Echt lecker, das Rezept werd ich zuhause wiederholen!

Der gestrige Ostermontag war dann weniger von Heimweh als von Wehmut begleitet, denn so langsam neigt sich meine Frankreich-Zeit dem Ende zu. Es liegt noch eine große französische Stadt - Lyon - vor mir, danach geht's über die Schweiz zurück ins Allemannenland. Dabei gewöhn ich mich langsam an Land und Leute im Frankenreich, träume manchmal nachts sogar schon auf französisch... Gut, dass die Grenze zur Schweiz nicht auch gleich die Sprachgrenze ist. Jedenfalls bin ich schon gespannt auf Genf und Lausanne!

Meine Montagsetappe gestern war dann gar nicht so übel: es begann mit flachen Land, in dem hier und da mal ein Hügel und sogar eine offene Bäckerei eingestreut waren. Der Wind begleitete mich fast immer von hinten und so bin ich recht zügig in die Region "Bresse" hineingeradelt, in der man sehr stolz auf die hier gezüchteten Hühnchen ist, die die Nationalfarben in ihrem Federkleid tragen. So sieht man auch häufig Schilder und Statuen in Form eines stattlichen Gockels, was anderen Hunger und mir Lust aufs Fotografieren gemacht hat.

Bresse-Hühnchen

Die letzten Kilometer um Montrevel-en-Bresse haben mich dann doch ziemlich beeindruckt - links von mir erstreckte sich ein grünes Tal... und dahinter: die Alpen. Der Montblanc. Ich bin in der Verwaltungsregion "Rhone-Alpes" angelangt!

Fotos folgen

Samstag, 4. April 2015

Frohe Ostern!

Oder, wie man auf französisch sagt:

Joyeuses Paques

Und ich lege gleich noch ein paar österliche Schaufensterbilder nach:

Joyeuses Paques
Schokoladenschaufenster in Dijon

Joyeuses Paques
Schokoladenschaufenster in Bordeaux (1)

Joyeuses Paques
Schokoladenschaufenster in Bordeaux (2)

Joyeuses Paques
Nicht ganz mein Fall, aber geschickt beworben: "Zu Ostern lädt sich die Ente zum Aperitif oder als Dessert ein."

Heimatgefühle

Es wird immer hügeliger auf meiner Reise gen Osten, und nicht weniges erinnert mich an Zuhause in Dresden, Bautzen und drumherum. Hier ein paar Parallelen im Telegrammstil:
  • Nach knapp zwei Kilometern Serpentinenfahrt hinter meiner letzten Schlafgelegenheit in Saffres erblickte ich Schilder, die ein Klettergebiet (und die ominösen drei Buchstaben "E.V.A.") auswiesen... und kurz danach sah ich bunte Männchen am Fels und ein kleines Zeltlager.
  • Eine steile Abfahrt später stieß ich auf den nächsten ausgewiesenen Fahrradweg, wo mir plötzlich uuuunheimlich viele Freizeitradler entgegenkamen. Und es leuchteten mir zwei Neonjacken den Weg, die sich später als Deutsche auf Elektrofahrrädern entpuppten.
  • Kurz vor der Stadt staut sich das Flüsschen Ouche zu einem See zusammen, an dem man bei gutem Wetter sicher viel Zeit verbringen kann...
  • WG-Unterkunft mit Spieleabend - SET, Heckmeck und Kakerlakenpoke waren alle bereits bekannt :-)
  • Senf! Senf! Senf! - Ich bin in Dijon!

Freitag, 3. April 2015

Falsch verliebte Freunde

Es gibt ja viele Gründe, eine zeitlang von zuhause weg zu gehen. Die meisten davon kann man in zwei Schubladen einsortieren: eine für "Vermeidung" und eine fürs "Kennenlernen". In die erste Kategorie fallen die Reiseanlässe Wetter, Erholung von der Arbeit (=dem Stress entfliehen) und gegebenenfalls auch die Flucht vor der Staatsgewalt ;-) Die zweite Schublade bleibt offen für touristische Erkundungen, Begegnungen mit Menschen und für neue Sprachen, wenn man sich für eine fremdzüngige Gegend entscheidet. Ich mag diese Schublade ziemlich und ziehe heute mal das Thema "Wie man sich in Frankreich verliebt" heraus...

Leider kann ich die Liebe in Frankreich nur aus linguistischer Sicht beleuchten, aber schon das macht mir Freude. Es ist nämlich so, dass im Land der Liebe, die hier so vollmundig als "l'amour" [lamur] bezeichnet wird, andere Sprachregeln herrschen als im Deutschen. Bei uns sind menschliche Beziehungen verbal fein abgegrenzt: Bekannte, Kumpels und Freunde "mag" man, den partnerschaftlichen Freund bzw. Partner, Verlobten und Ehemann "liebt" man. Bestenfalls, versteht sich ;-) Wenn das auf französisch so einfach wär! Für "mögen" und "lieben" gibt es hier nämlich nur ein Wort: aimer. Die gesteigerte Form "adorer" bezeichnet eine Art abgöttische Liebe, die man eher für tolle Speisen als täglich für den Partner einsetzen würde. Nehm ich mal an, wer weiß, ob es Paare gibt, die sich täglich adorieren...

Auf jeden Fall wird's für Deutsche schwierig, mal eben zu erklären, dass sie jemanden ganz nett finden - aber eben nicht mehr. "Je l'aime" (wörtlich übersetzt: ich mag ihn/sie) wird mit "Ich liebe ihn/sie" übersetzt, während "Je l'aime bien" (ich mag ihn/sie gern) bedeutet, dass man jemanden ganz nett findet. Man kann's auch anders ausdrücken: "Je l'apprecie" - das klingt für mich als Anglophile sehr formell, denn da übersetzt man das Wort "appreciate" mit "jemanden/etwas schätzten".

Da ist es dann schon einfacher, die Sache beim Namen zu nennen, wenn man sich tatsächlich verliebt hat. Hier haben die Franzosen (und die Englischsprechenden auch) eine wunderschön bildliche Sprachschöpfung, wie ich finde: "tomber amoureux" - in die Liebe fallen. Wenn man's recht bedenkt, kommt das der Sache doch auch viel näher als das achsoaktive "sich verlieben". Habt Ihr Euch wirklich immer selbst aktiv zum Verliebtsein entschieden oder seid Ihr eher in die Sache reingestolpert, also quasi gefallen? Ich finde, man sollte "in die Liebe fallen" in den deutschen Sprachkatalog aufnehmen.

Hat man's dann geschafft und sich einen Partner geangelt, geht das Spiel wie im Deutschen los: ist es nun ein Kumpel ("un copain" ), ein Freund ("un ami" oder "l'ami") - oder ist es DER Freund ("LE copain")? Witzig, oder? Zuerst kommt EIN Kumpel, dann EIN/DER Freund, und dann erst DERJENIGE WELCHE, der aber nun wieder mit dem Kumpelfreundwort beichnet wird... komische Rangordnung, finde ich. Wer's einfacher haben will, benutzt wie im Englischen ein Präfix, allerdings nicht nach Geschlecht sortiert, sondern verniedlichend: man nennt den Partner dann "petit-copain" oder "petit-ami", was sich wortwörtlich mit "kleiner Freund" übersetzen lässt. Wie süüüüß!

Zuguterletzt sollte man in Frankreich auch nicht vergessen, dass Zuneigung nicht nur verbal, sondern auch in Taten ausgedrückt wird. Dabei gilt für Deutsche: sprachlich ist weniger mehr, aber bei der Begrüßung darf's auch ein bisschen mehr sein. Soll heißen: Hände in den Taschen behalten, nach vorn beugen und Küsschen verteilen bzw. abholen! Dabei aber bitte auf Geschlechtskonstellationen achten - die Jungs teilen wohl seltener untereinander Küsschen aus. Da ich aber kein Junge bin, hab ich schon so einige französische Dreitagebarte meine Wange entlangkratzen lassen.
Die Bezeichnung der Begrüßungs- und Kussarten bereitet mir immer noch Kopfschmerzen: die Begrüßungsküsschen nennt man Bises, einen "richtigen" Kuss Baiser (witzigerweise wird das Gebackene Baiser in der Oberlausitz mit "Schmätzel" bezeichnet) und will man mit jemanden so richtig zur Sache gehen, kann man das auch mit demselben Wort als Verb, also als "baiser qn." bezeichnet. Ähnlich verwirrend ist es, wenn man sagen will, das man jemanden umarmt hat - das Verb "embrasser" wird sowohl für die Umarmung als auch den mehr als freundschaftlichen Kuss verwendet. "Se donner les bras" - sich die Arme geben - ist dann wohl die unverfänglichere Umschreibung... am besten, man spielt als Deutscher immer noch ein bisschen Pantomime, dann klappt das schon mit dem Nachbarn der Verständigung :-)

Warum ich das alles weiß? Ich hab die letzte Nacht bei einer Englischlehrerin übernachtet und mit ihr das Thema Lie-Bäh angeschnitten...

J'adore le francais!
(wortwörtlich: Ich lieeeebe Französisch... oder "den Franzosen", wenn er großgeschrieben wäre ;-))

Donnerstag, 2. April 2015

Gott in Frankreich

Meine heutige Etappe bestand im wesentlichen aus einer kurzen Ab- und Auffahrt vom Wallfahrtsörtchen Vézelay nach Avallon, gefolgt 50 Kilometern im Regen auf einer laaaangen, geraden, einfach durch die Landschaft geschnittenen Departmentale bis nach Vitteaux. Das gab mir Zeit, mal die bisherigen Etappen und Sehenswürdigkeiten Revue passieren zu lassen. Wenn man von Schlössern und Großstädten absieht, hat sich da bisher vor allem eins manifestiert: der Jakobsweg.

Oder besser gesagt: die Jakobswege. In Frankreich gibt es vier "Zubringer" zur spanischen Pilgerstrecke nach Santiago de Compostella, sie starten jeweils in Paris, Vézelay, Le Puy und Arles. Im Startpunkt des zweiten Weges habe ich meine gestrige Etappe beendet und war ehrlich beeindruckt vom Anblick des malerischen Örtchens im Hügelland von Avallon, das mit seiner Kathedrale beeindruckend viele "große" und kleine Männer der Geschichte angelockt hat. Hier haben sich diverse englische und französische Könige die Klinke in die Hand gegeben, aber auch für Kunstliebhaber ist das Städtchen nicht uninteressant: im letzten Wohnhaus des Schriftstellers Romain Rolland befindet sich das Musée Zervos, eine Sammlung von Malereien aus den 20er bis 70er Jahren (Picasso, Kandinski,... es gab sogar ein Bild von Le Corbusier, der ja eigentlich eher als Architekt bekannt ist). Ich war begeistert! NIcht nur von der Kunst, sondern auch vom Fakt, dass ich für 16,30€ eine halbe Jugendherberge - Küche und Bad, zwei Schlafsääle - für mich hatte. Endlich mal eine "Massenunterkunft" ohne Schnarcher ;-)

Aber eigentlich wollte ich ja erzählen, wie es Gott in Frankreich so geht. Ich glaube ja, es geht ihm hier noch sehr gut - jedenfalls habe ich viele Orte besucht, an dem man ihm noch regelmäßig gedenkt und altes Gemäuer verstärkt, aufhellt, verputzt.. kurzum, wo Kirchen und Kathedralen heil(ig) gehalten werden. Dabei bin ich ziemlich fasziniert von den tollen gothischen Portalen, die sich über dem Eingang vieler Gotteshäuser befinden. Da möchte man manchmal drunter stehen bleiben und sich die zugehörige biblische Geschichte noch einmal anhören...

Meine "erste" Pilgerkirche war die Kathedrale in Moissac am Canal du Midi, wo ich auch auf dem Radweg eine Pilgerer zu Fuß gesehen habe. Damals noch nicht an schlechtes Wetter gewöhnt, ist mir die morgendliche Nebelstimmung in der Stadt besonders in Erinnerung geblieben - und die Ruhe, die der Innenraum der Kirche ausstrahlte. Vielleicht auch, weil noch kein anderer Mensch mittwochs um 10:00 Uhr hineingeschaut hatte ;-)

Mit den nächsten Kathedralen - Agen, Bordeaux, Saintes,... - folgte die Gewöhnung an die Schönheit der Gotteshäuser und ich muss zugeben, dass ich immer weniger Zeit für die Besichtigung eingeplant habe. Auch deswegen habe ich mich am letzten Sonntag besonders über die Messe in Orléans gefreut. Ein Gottesdienst ist eben doch etwas anderes als ein kurzer Kirchenbesuch, er gibt Zeit und Stoff zum Nachdenken. In diesem Fall - meiner ersten Palmsonntagsmesse - war es für mich doch etwas Besonderes, die Passion Christi noch einmal nachzuvollziehen. Auch wenn es eigenartig war, dass die Geschichte von Gemeindemitgliedern unterschiedlichen Alters gelesen wurde und ausgerechnet eine Kinderstimme den Part "Assassine-lui" - "Tötet ihn!" (bezogen auf Jesus) - übernahm.

Eins ist mir bei meinen Kirchbesuchen bereits aufgefallen: die Pilgersaison hat noch nicht begonnen. Bislang bin ich nur in Moissac rucksacktragenden Kathedralgängern begegnet, gepäckbeladene Fahrräder habe ich auch nicht gesichtet. Man kann es den Pilgerern aber auch nicht verübeln, wenn man sich die Wetterlage der letzten Wochen anschaut...

Noch bin ich mir nicht sicher, ob ich Gott statt in den Kirchen nicht auch anderswo suchen und finden könnte. Moscheen und Synagogen sind mir bisher noch keine aufgefallen - und ich bin auch nicht wirklich firm darin, ob und wie man diese besichtigen kann. Sollte sich mir aber auf den nächsten Stationen noch einmal eine Möglichkeit bieten, möchte ich diese nicht auslassen. Bis dahin radle ich weiter über Straßenkreuzungen vorbei an Kreuzen mit Jesusfiguren und anderen Wegesrandheiligen, die mich an Gott in Frankreich erinnern...

Mittwoch, 1. April 2015

Leere

Es ist also geschafft, ich habe mich aus der Touristenregion Loiretal herausgestrampelt ins Niemandsland. Es begann kurz hinter Chateauneuf-sur-Loire, wo ich statt dem Fluss zu folgen eine Departmentale-Strasse nach Osten nahm und mich prompt neben holztransportierenden LKWs wiederfand. Einen Einkaufsstop bei Super U (eine Einkaufskrake auf der gruenen Wiese, die zumindest in dieser Region innerstaedtische Laeden plattmacht) und eine Abzweigung spaeter ueberquerte ich den "gruenen Meridian", habe also den Westen Frankreichs erfolgreich hinter mir gelassen.

GoogleMaps riet mir auf der abgespeicherten Route zu einer Abkuerzung ueber kleine Strassen - doch als ich die Motorradjugend des letzten Dorfes vor meinem Ziel nach diesen Strassen fragte, erntete ich nur unwissendes Kopfschuetteln und den Tipp, mal die Nonnen im Kloster hinten im Wald zu fragen. So bin ich dann tatsaechlich zu den Benedektinerinnen geradelt, habe ein paar Postkarten gekauft und ein weiteres Mal Vermutungen zur moeglichen Wegfuehrung erhalten. Kein Problem, dachte ich und nahm einfach den erstbesten Waldweg in Richtung Nordosten.

Danach begruesste mich eine Waldstrassenkreuzung - oder besser -sternung - nach der anderen und ich fuehlte mich schon etwas verloren. Als ich schon hoffte, wieder im bewohnten Gebiet zu sein, fand ich mich ploetzlich am "Carrefour de la Résistance" wieder - einer Stelle im Wald, wo im zweiten Weltkrieg Widerstandskaempfer ihre Basis aufgebaut hatten. Und leider entdeckt wurden :-(

Nach diesem letzten "touristischen" Hoehepunkt war dann aber wirklich Schluss und es gab nur noch Wald, Wald, Wald... und irgendwann auch die erhoffte Waldsiedlung. Dort blieb ich eine Nacht, half morgens noch beim Stapeln des frischgelieferten Brennholzes fuer den Kamin und liess mich vom Rueckenwind weiter in Richtung Osten tragen. Hinein in die "Diagonale du vide" - der Diagonalen der Leere. Tatsaechlich gibt es zwischen Orleans und Dijon kaum Staedte mit mehr als 20.000 Einwohner, was sich positiv auf die Radfahrqualitaet der Departementale-Strassen, aber negativ auf Couchsurfing-Moeglichkeiten auswirkt.

Ehrlich gesagt, hat mich diese Leere ziemlich muede gemacht und da ich zudem ziemlich viel Heimweh angesammelt habe, entschloss ich mich kurzerhand, mein Frankreich-Abenteuer etwas abzukuerzen: ich hab den naechstbesten Zug in Richtung Deutschland genommen, durch einen gluecklichen Zufall noch eine Unterkunft in Markt Erkheim gefunden und verbringe somit jetzt einen Tag im Allgaeu... von dort aus gehts ab jetzt weiter in Richtung Heimat!

Zurueck in Deutschland

Das "April, April" gilt aber nur für den letzten Absatz... Liebe Grüße aus Vézelay!

Montag, 30. März 2015

Sightseeing erstmal abgeSchlossen

Meine letzten Tage waren - abgesehen vom Spiel mit dem Regen und dem Kennenlernen neuer Couchsurfer - geprägt von dem, was ein Tourist an der Loire eben so macht: Sightseeing!

Es fing in Tours an, als mir meine Gastgeber empfahlen, statt direkt nach Blois lieber einen Abstecher zum Wasserschloss Chenonceau zu machen. Das sei wohl das Chateau, das allen ihren Gästen am stärksten beeindruckt hätte und es wäre schade, dies links (bzw. rechts) liegen zu lassen. Da das Wetter mich eh dazu drängte, regenbedingt kürzere Etappen zu planen, hab ich kurzerhand noch eine Unterkunft in der Nähe von Chenonceaux - der Ort wird witzigerweise mit x am Ende geschrieben - gesucht und bin in Montrichard, ca. 10kmwestlich des Schlosses am Flüsschen Cher fündig geworden.

Regen- und IKEA-bedingt kam ich in Chenonceaux erst kurz vor 17:00 Uhr an und erahnte das erste Mal auf dieser Reise das Ausmaß des hiesigen Sommertourismus: ein Riesen-Parkplatz, aufgeteilt in Bereiche für Busse, PKW und Fahrräder, für die mehrere Reihen "Geländer" zum Anschließen bereitstanden. Luigi hatte also die Qual der Wahl eines Pausenplätzchens, denn außer ihm habe ich weit und breit kein Zweirad gesehen...

Das Schloss selbst ist vom Parkplatz aus noch gar nicht zu sehen, denn zunächst gilt es eine Eintrittskarte zu erwerben (oder per Gästeführerausweis gratis zu bekommen), sein Gepäck (wenn man welches hat) in Schließfächern zu verstauen und dann einen Barockpark zu durchqueren. Nach ein paar hundert Metern erblickt man dann aber schon das Märchenschloss und seinen wunderschönen Park. Drinnen kann man sich ein IPhone geben lassen, auf dem mehrere Rundgangvariationen gespeichert sind - ich muss sagen, die Aufarbeitung der Geschichte in Bild und Ton hat mich wirklich beeindruckt! Natürlich bevorzuge ich nach wie vor persönliche Führungen, aber es war nicht schlecht, dass auf dem Gerät immer wieder Bilder der besprochenen Personen und Rahmenbedingungen zu sehen waren.

Katherina de Medici in Chenonceau

Schloss Chenonceau hat mich ein wenig vertraut gemacht mit der Königen um Katherina de Medici - und ausgebaut habe ich dieses Wissen einen Tag später im "Königsschloss" Blois. Hier habe ich keinen Audioguide mitgenommen, dafür waren aber die Tafeln im Zimmer sehr aufschlussreich (und in einem französisch geschrieben, dass auch Nicht-(Kunst)-Historiker verstehen). So weiß ich jetzt zumindest, in welcher Abfolge die königlichen Henris und Francois I auf dem französischen Thron saßen. Außerdem könnte ich Euch jetzt blumig erzählen, wie sich letzterer seines Widersachers Francois de Guise entledigte... aber besucht das Schloss lieber selbst, es lohnt sich!

Was mir in beiden Schlössern - Chenonceau und Blois - sehr gut gefallen hat, war das Vorgeben einer Route, auf der man die Geschichte(n) erkunden kann. So baut die Ausstattung der Räume gewissermaßen aufeinander auf bzw. orierntiert sich an den Gegebenheiten zu königlichen oder späteren Zeiten. Für die Kinder gab's in Blois auch immer wieder eine kleine Extra-Tafel, die auf bestimmte Gegebenheiten hinwies. Außerdem hatte man dort im Ständesaal extra einen kleinen Thron aufgebaut, auf dem sich jedermann und -frau fotografieren lassen konnten. Im selben Raum konnte man zudem die verschiedenen Bau-Epochen auf Video-Projektionen nachvollziehen und auf den Monitoren noch mehr Informationen erklicken. Sehr gelungen, wie ich finde!

Bei meiner ersten Besichtigung von Chenonceau ist mir eine Sache besonders in Erinnerung geblieben: ein offenes Feuer im Kamin einer der königlichen Schlafräume. Unvorstellbar, dass man so ein "Risiko" in einem deutschen Museum eingehen würde! Aber die Stimmung - und die Wärme -, die dieses Feuer ausstrahlte - einfach schön!

Echtes Feuer im Museum
Leider nur ein Handy-Bild von Museum mit offenen Kaminfeuer

Von Blois aus bin ich vor zwei Tagen weiter nach Orléans geradelt - immer entlang der Loire, vorbei am nächsten Atomkraftwerk und die letzten fünfzehn Kilometer in Begleitung eines netten Mittfünfzigers, der mit seinem 1978er-Rad in Vorbereitung auf eine kommende Radreise eine Samstagsrunde drehte. Das war eine gute Abwechslung auf dem schnellen, aber doch manchmal langweiligen Asphalt der Loire-Fahrrad-Autobahn".

Auch in Orléans hab ich ein Kulturtourismus betrieben, und zwar in dreifacher Weise: zum einen habe ich die "obligatorischen" Museen zur Lokalheldin Jeanne d'Arc besichtigt (Videoprojektionen und viiiiiele Malereien), zum anderen die katholische Messe zum Palmsonntag besucht (ich kann jetzt "Friede sei mit Dir" auf französisch sagen), und nicht zuletzt habe ich unheimlich viel von meinem peruanischen Gastgeber über sein Land und dortige Gegebenheiten gelernt. Das war unheimlich aufschlussreich und hat mich zum Nachdenken über die "Zivilisation", die Notwendigkeit (?) vom Lesenlernen und der Technisierung der Landwirtschaft angeregt...

Weiter geht's heute in Richtung Dijon, aber bevor ich dort ankomme, werde ich noch ein paar Tage durch die Bourgogne fahren - ohne Schlösser, aber hoffentlich weiter mit aufgeschlossen Menschen :-)

Samstag, 28. März 2015

Apropos Ausstattung...

Scheinbar hab ich es mit dem gestrigen Beitrag herausgefordert - Murphy jedenfalls fühlte sich verpflichtet, meine Ausstattung mal auf Vollständigkeit zu testen. Und so kam es, dass ich knapp zehn Kilometer hinter Blois ein wackeliges Gefühl beim Fahren bekam, was sich ziemlich schnell als erplattendes Hinterrad erwies. Gottseidank hat es entgegen der Wettervorhersage nicht geregnet, gottseinichtdank aber leider Wind geblasen. Das erschwerte das Finden des Loches und insofern auch des Übeltäters in Form eines kleinen spitzen Steinchens, was sich durch Mantel und Plastikschutzstreifen bis zum Schlauch durchgebohrt hatte.

Bevor ich es übergehe, möchte ich hiermit herzlich meiner "Fernwartung" aus Dresden danken, mit deren Hilfe ich die neu erworbene Luftpumpe für mein Ventile "umgebaut" hab. Und irgendwie bin ich auch froh, dass das Dreiergrüppchen radfahrender Franzosen erst eine halbe Stunde nach dem Erplatten an der Unglücksstelle vorbeigekommen sind. Sonst hätten sie nämlich eine derb deutsch fluchende Maria aufgefunden, die sich vielleicht sogar hätte helfen lassen... aber diese Tour ist ja dazu gedacht, dass ich selbst Hand anlege!

Der kleine Zwischenfall hat mir jedenfalls klar gemacht, dass ich durchaus nicht an alles gedacht habe bzw. nicht alle Bestandteile vollständig überprüft habe: die "Hebel" zum Mantel-über-die-Felge-Bewegen habe ich scheinbar beim Austesten der Ausrüstung zuhause liegen gelassen. Stattdessen behalf ich mir mit Bestandteilen meines Taschenmessers und hoffe, dass dies keine Schäden am Schlauch hinterlassen hat (es ist jetzt erstmal ein Ersatzschlauch drauf, den alten flicke ich heute abend). Außerdem täten ein paar Gummihandschuhe oder stattdessen Feuchttücher nicht schlecht, jedenfalls hatte ich ziemlich dreckige Hände nach der Aktion.

Es sind übrigens durchaus ein paar Autos während meiner Bastelei an mir (in knallgelber Jacke, Rock und umgedrehten Rad) vorbeigesaust und ich habe keine Geschwindigkeitsänderungen erahnen können. Ich frage mich, ob das in Deutschland auf einer kleinen Landstraße ebenso gewesen wäre?

Inzwischen bin ich übrigens schon wieder gute 20km weiter in Beaugency, trinke einen Grand Café au Lait (=Milchkaffee), schaue den Leuten beim Amigo(=Bingo)-Spielen zu und plane ein paar weitere Reisestationen. Das mache ich übrigens gern unterwegs, damit ich abends bei meinen Gastgebern nicht nur vor dem Rechner hänge. Und manchmal ergibt sich so auch ein nettes Gespräch mit der Lokalbevölkerung. Oder ein witziges Bild - bald wieder in besserer Auflösung, denn in Blois hab ich eine Gebrauchtkamera erworben. Allerdings war ich beim Schlauchwechsel erst so frustriert konzentriert, dass ich nicht wirklich ans fotografische Dokumentation gedacht habe...

Freitag, 27. März 2015

Gestatten, meine Ausstattung!

Da ich gestern recht lange in Tours bei IKEA saß und wartete, dass der Regen draußen weniger würde (ward er auch), dachte ich: schreib ich mal einen Artikel abseits der Landschaftsbeschreibung. Gleich geht es darum, was ich so täglich mit mir herumschleppe... für diejenigen, die sich eher für Frankreich als fürs Fahrradfahren interessieren: nächsten Eintrag lesen!

In einem früheren Eintrag habe ich ja schon angedeutet, warum ich gerade auf Reisen bin (Kurzversion: Selbstfindung und Erinnerungen-Auffrischen) – vielleicht mag auch der ein oder andere wissen, wie (Kurzversion: mit dem Fahrrad und Packtaschen). Legen wir also mal mit den Rahmen-Bedingungen los:

Luigi, mein Fahrrad, hat einen stabilen Giant-Stahlrahmen, an dem ein knapp sieben Jahre alter Laufradsatz mit 8-Gang-Nabenschaltung sowie Nabendynamo montiert sind. Der Rahmen ist eigentlich für eine Kettenschaltung gedacht, sodass ich zum Spannen der Kette hinten einen Umwerfer benötige, abgesehen davon ist das Fahrrad ziemlich „normal“. Soll heißen, ich besitze keine extrateuren Ultraleichtbau- oder Superschnellbremsteile, sondern eine Ausstattung, die sich in jedem normalen Radgeschäft ersetzen lässt. Dabei sind die mechanisch stark beanspruchten Teile tendentiell hochwertiger, die Bequemlichkeitskomponenten wie Sattel und Lenker eher ziemlich billig. Und so ist Luigi eine Art Straßenkötermischung aus den Fahrradäquivalenten von Schäferhund (Schnelligkeit, Zuverlässigkeit) und Mops (sieht nicht aus wie ein Windschnittiger). Gottseidank klauen Diebe lieber reinrassige Räder ;-)

Technischen Schnickschnack wie Kilometerzähler, GPS-Gerät und/oder Pulsmesser habe ich nicht mitgenommen – das einzige, was mir manchmal fehlt, ist der Kompass, der zuhause noch an der Pinnwand hängt. Für die Navigation benutze ich ganz klassisch eine Straßenkarte (1:350.000), schaue mir die Etappen vorher auf GoogleMaps an und schieße ganz gern noch ein paar Fotos mit meiner Handy-Kamera, falls meine Gastgeber eine genauere Karte besitzen. Außerdem scheue ich mich nicht, unterwegs Leute nach dem Weg zu fragen, was auch immer mal wieder einen Plausch und gute Radfahrtipps ergibt. Manchmal aber auch völlig verklärte Gesichter und die immer wiederkehrende Warnung: „Aber Achtung, das sind ganz kleine Straßen!“ (Ach nee, danach suche ich ja!)

Mein Gepäck transportiere ich mit dem Klassiker aller Optionen: mit Ortlieb-Packtaschen, zwei hinten und eine Lenkertasche vorn. Dank eines allseits bekannten Outdoorhandels, der seine Werbung in diversen Reisefotos platzieren möchte, haben meine Taschen die schöne Farbe orange (sie kosten dann nämlich bei ebendiesem Outdoorhandel ein paar Euronen weniger). Sie lassen sich ganz einfach per Klicktechnik am Gepäckträger hinten befestigen, vorne musste ich zuvor noch eine Art Schiene montieren. Dafür kann ich die Lenkertasche bei Bedarf auch mit einem Schlüssel festmachen, was für Kurzbesuche in Kirchen & Co. ganz praktisch ist.

Luigi vorm Bäcker
"Ich warte auf meinen Meister" steht auf dem Schild vorm Bäcker ;-)

In den Packtaschen selbst befinden sich folgende Kostbarkeiten: Klamotten (neben der obligatorischen Unterwäsche zwei Röcke, zwei Paar Leggins, zwei Sets Radoberteile in kurz und lang, eine Stadtjacke, Regenausstattung und einmal Schlafsachen), ein Schlafsack, ein Notfall-Mückenzelt (okay, dass ist sinnlos!), eine goldene Notfall-Decke, eine Pflaster- und Medizinbox, eine 0,5l-Thermoskanne, ein 10''-Notebook, Fahrradreparaturkit und Luftpumpe, ein Ultraleichthandtuch, ein Schal, meine Kosmetiktasche mit Zahnputzzeug und Ohrringen (grooooße Auswahl!), zwei Reisespiele („Set“ und „Heckmeck“) sowie Bücher und Verpflegung, wie sie mir gerade in die Hände fallen (und in die Taschen passen). Die Sachen habe ich so verstaut, dass beide Taschen etwa gleich viel wiegen, aber nur eine die „wertvollen“ und unersetzlichen Dinge (Rechner, Ausweise, Reparaturzeug, Klamotten und Kosmetik) enthält. Wenn ich mir eine Sehenswürdigkeit unterwegs anschaue, nehme ich dann meist auch nur diese Tasche mit und schließe den Rest mit einem Drahtschloss an. Das Fahrrad selbst und den Helm sichere ich mit einem Bügelschloss.

Ganz wichtig bei der Ausstattung ist inzwischen das Handy geworden, da meine Digitalkamera einen Tag nach meinem Strandbesuch in La Rochelle den Objektiv-Geist aufgegeben hat (der Fotoladen in Tours konnte mir da trotz Luftpustegerät nicht weiterhelfen). So ist mein Telefon derzeit Fotoapparat, Navigations- und Kommunikationshilfe in einem – ich bin begeistert, was so ein Smartphone alles kann. Hab sogar schon ein Gedicht während der Fahrt mit dem eingebauten Mikrofon aufgenommen :-)

Mit dem Handy fotografiere ich auch immer wieder mal in alter deutscher (?) Manier Essen – mal, weil es wirklich lecker aussieht, und mal, weil es situativ gerade passt. Heute zum Beispiel: Kanelbullar neben Macarons im französischen IKEA.

französische IKEA-Spezialitäten

Was das Essen im Allgemeinen betrifft, so bin ich flexibel und nehme das, was grad kommt. Grundsätzlich versuche ich aber immer, ein paar Proteine in Form von Nüssen, Nussmus oder Käse sowie schnellen Zucker (Trockenobst und Schokolaaaaaadeeee!) bei mir zu haben, meist kaufe ich auch unterwegs irgendwo noch ein Baguette oder anderes Brot. Abends wird meist bei den Gastgebern gekocht, für das morgendliche Heißgetränk trage ich immer eine Packung gemahlenen Kaffees mit mir herum. Dazu mache ich sehr oft unterwegs mal eine Verschnaufpause, bei der ich mir einen weiteren Kaffee oder eine lokale Backspezialität gönne. Kurzum: wer glaubt, ich könnte auf dieser Tour Modelmaße ersporteln, irrt!

Es gibt eine Sache, auf die ich immer wieder hingewiesen werde: der Fahrradständer („la becille“). Durch die Packtaschenpolsterung an den Seiten kann ich den vollbeladenen Luigi eigentlich sehr oft ganz bequem irgendwo anstellen – aber sobald ich das Gepäck abnehme, wird das Parken etwas wackelig. Da das oft passiert, wenn ich gerade bei Leuten ankomme oder losfahre, wird mir dann immer wieder zu einem Fahrradständer geraten. Ich weiß noch nicht, ob ich diesem Rad/tschlag standhalten werde...

Nachtrag zum Thema Regenschutz: der besteht bei mir aus einer Regenhose, die zugleich auch Wärmfunktion hat (d.h. wenn's kalt wird, trag ich sie über den Leggins), einer neongelben Regenjacke (aka: Warnfunktion!) und Regengamaschen über den Schuhen. Funktioniert bei leichtem Regen sehr gut, bei langanhaltendem starken Regen werden die Oberschenkel dann doch schon nass... Ich hab beim deutschen Outdoorausstatter aber auch solche knallgelben Regenüberzüge vom Hüfte bis Knie gesehen, vielleicht würde sich das für Starkregentage lohnen? Werd ich vielleicht irgendwann mal ausprobieren.

Die kleinen feinen Unterschiede

Am letzten Wochenende – genauer gesagt am Sonntag, wo in Frankreich die Geschäfte geschlossen sind – hab ich die „Grenze“ überschritten: meine Straßenkarte des französischen Südwestens reichte nicht mehr bis zum nächsten Etappenziel. Dank des GoogleMaps-Ausdrucks meines Gastgebers kam ich dennoch sicher nach Bressuire, wo ich den Nordwesten Frankreichs in Kartenform erstanden habe.

Und tatsächlich, mir begegnen immer wieder Hinweise darauf, dass ich mich nicht mehr im Süden befinde:
  • Die Leute sprechen ein Französisch, das meinem Schulfremdsprachenunterricht näher kommt als im Süden. Die Vokale sind klarer, aber die Dialekte hier klingen irgendwie auch nicht mehr so „bunt“ wie an der Küste, wo irgendwie jeder sein eigenes Sprachsüppchen gekocht hat... vielleicht gewöhn ich mich aber auch einfach nur an die französische Sprache, die ich inzwischen recht gut verstehe.
  • Die Sonne strahlt mir nicht mehr entgegen (oder verbrennt mein linkes Ohr), sondern scheint meistens von hinten – wenn sie sich überhaupt blicken lässt ;-)
  • Die Häuser im Süden waren oft unverputzt, was einen ganz besonderen Charme ausmacht. Dafür gibt es hier häufiger Fachwerkgebäude. Zudem haben hier ALLE Wohnstätten eine richtige Heizung, nicht nur einen Kamin und einen Notfall-Heizlüfter.
    Die „Chocolatines“ heißen hier „Pain au chocolat“. Und es gibt Brioches ohne Ende! (Letzteres ist aber eine Eigenart der Tourainer Gegend)
  • Die Bevölkerungsdichte abseits der großen Städte lässt merklich nach. Kein Wunder, da ist ja auch kein Strand, den man innerhalb einer Stunde erreichen kann. Ist aber auch sehr schön, wenn man so durch verschlafene Dörfer radelt....
Abgesehen davon gibt es auch Landschaftsmerkmale, die immer mal wieder auftauchen: Weinfelder, Kirchen aus allerlei Epochen, Chateaux in vielerlei Ausprägung sowie ziemlich regelmäßig angepflanzte Baumreihen, die der Forstwirtschaft später zum Abholzen dienen werden.

Ich bin mal gespannt, ob sich auch der französische Osten merklich vom Westen abheben wird!

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MuTZelchen - 29. Mär, 14:56
RECODE - Selten ein gutes...
RECODE - Selten ein gutes Zeichen, wenn man von Software...
waldwuffel (Gast) - 23. Mär, 20:49
RECODE.
Vor ein paar Monaten wachte ich nachts um drei auf...
MuTZelchen - 16. Nov, 17:44
Der Artikel gefällt mir...
Der Artikel gefällt mir sehr gut. Ich weiß nicht, ob...
deprifrei-leben - 4. Mär, 23:13
Danke für den Artikel....
Danke für den Artikel. Er trifft m.E. so manchen Nagel...
Waldwuffel (Gast) - 4. Mär, 22:04

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Zuletzt aktualisiert: 29. Mär, 15:03

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