Samstag, 17. Mai 2008

COOPICA

Schweden scheint ein Land der Konzerne und Geschäftsketten zu sein - wer kennt nicht ABB, Vattenfall, IKEA und Co.? Geht man in den Supermarkt, hat man jedoch noch die Auswahl. Nämlich zwischen Coop und ICA.

An sich ist das nichts Besonderes, schliesslich beherrschen den deutschsprachigen Raum auch wenige Lebensmitteldiscounter und noch schlimmer ist es in den USA, wo es teilweise eben NUR den Walmart gibt. Interessant wird es allerdings, wenn man sich die Lage der beiden Supermarktketten in Gällivare und Jokkmokk ansieht: zentral und fast nebenan. Könnte man sich da nicht die Mühe sparen und einfach einen COOPICA aufmachen?

Freitag, 16. Mai 2008

151!

Gestern abend war ich mit meinem Mitbewohner und zwei deutschen Besuchern beim Bowling in Malmberget. Die Anlage hat typisch schwedische Öffnungszeiten: montags bis freitags von 11 bis 19:30 Uhr, am Wochenende geschlossen. Man bezahlt nicht pro Zeit, sondern pro Serie und wir wurden zu viert ernsthaft gefragt, ob eine Bahn reiche. Ich glaube, die wollen einfach kein Geld verdienen...

Nichtsdestotrotz hat es sehr viel Spass gemacht, wir hatten bis auf einen kleinen Jungen zwei Bahnen weiter die Anlage komplett für uns. Sie war auch ziemlich modern und es gab sogar einen "Handle Ball": statt drei Löchern gab hatte die Bowlingkugel einen ausziehbaren Henkel, der sich beim Abrollen sofort wieder einzog. Den wollte ich eigentlich beim letzten Wurf mal ausprobieren, habe es aber vergessen.

Wir spielten zwei Serien, und beim vorletzten Wurf hat mir der Computer noch einen Gefallen getan und einen Spare gutgeschrieben, obwohl ich eigentlich nur 9 Pins umgeworfen hab. Mit einem letzten Sechser kam ich so auf das für mich unglaublich hohe Ergebnis von 151! Nicht schlecht, was?

Dienstag, 13. Mai 2008

Was mach ich hier eigentlich?

DAS frage ich mich auch manchmal! Es wird Zeit, meinen Praktikumsbetrieb vorzustellen: die Gällivare PhotoVoltaic AB.

Als ich noch auf der Suche nach einem Praktikumsplatz in Schweden (Kriterium: in Schweden, möglichst betriebswirtschaftliche und noch besser logistische bzw. qualitätssichernde Tätigkeit) war, gehörte die Firma noch komplett zu Solar World, einem der weltweit führenden Photovoltaik-Konzerne. Wer schonmal in Freiberg war, kennt vielleicht die ein oder andere Tochterfirma. Die GPV wurde da als "einer der größten Solarmodulhersteller Schwedens" beschrieben.

Beim ersten Gang durch die Firma war ich dann doch ein bisschen überrascht - der Betrieb mag zwar zu den größten seiner Art gehören, aber für deutsche (PV-Industrie-)Verhältnisse ist er klein. Mit ca. 60 Angestellten in der Produktion und noch einmal etwa 10 für Technik, Planung, Verwaltung und Lager ist die Firma doch recht übersichtlich. Irgendwann hat man auch das letzte Gesicht gesehen und weiß hervorragend über Personal-Geschichten Bescheid.

Interessant auch die Lage der GPV auf dem kleinen Gewerbezentrum: wenn man auf das Gelände fährt, liegt zunächst links das "Zentralgebäude", wo kleinere Firmen und die Postkästen untergebracht sind. Den Rest des Gebietes machen 4 große Hallen aus, wovon eine leer steht. In der hintersten sitzt die GPV und ihr Subunternehmer Alfac (die rahmen unsere Module), in der ersten Atlas Copco. Und dazwischen Arctic Solar. Nun ratet mal, was die herstellen - richtig, Solarmodule!

Das kam so: Irgendwann in den Neunzigern gab es in Gällivare relativ wenig Arbeit und da dachte sich ein schlauer Mann, warum sollte man denn hier keine Solarmodule herstellen? Es gibt hier zwar keine Zellhersteller, aber die kann man ja auch importieren. Gesagt, getan, gegründet und nebenbei noch Subventionen eingesteckt (laut "Photon" von 2007 bekommen wir für jede Lieferung 25% Transportmittelkosten vom Staat). Das Geschäft funktionierte sehr gut, die Verkaufszahlen stiegen.

Schließlich wurde die große Solar World auf die GPV aufmerksam, und schwupps, war sie der Eigentümer. Das war 1997. Wie das so ist mit Besitzern, wollen die auch was bestimmen, also konnte die GPV nicht mehr so frei über ihre Abnehmer bestimmen. Und wer sollte nun die traurigen alten Kunden beliefern? Richtig, ein neuer Betrieb musste her. Und so kam es, dass die Konkurrenz genau nebenan steht.

Übrigens sind wir Anfang des Jahres wieder verkauft worden. Solar World gehört zwar noch etwa ein Drittel der Firma, aber den Hauptteil besitzt nun Borevind, einer schwedischen Investmentfirma. Der Verkauf ist auch mein "Glück", den ansonsten wäre meine Tätigkeit hier nicht nötig geworden - ich helfe bei der erneuten TÜV-Zertifizierung, in der Materialwirtschaft und manchmal löte ich auch einfach Zellen...

Mehr darf ich jetzt aber nicht verraten, Betriebsgeheimnis!

Montag, 12. Mai 2008

Wetter-Update

Wenn Ihr denkt, dass mit den 20°C neulich der Frühling Einzug erhalten hat, habt Ihr Euch getäuscht. Die Wärme hat sich wahrscheinlich zusammen mit Stefan ins Flugzeug gen Deutschland gesetzt. Am Samstag ließ sich die Sonne zwar mal blicken, dafür wehte aber ein heftiger Wind, der die Temperaturen nach unten gedrückt hat. Am nächsten Tag - SONNtag - schneite es noch einmal.

Die Kälte an sich ist ja kein Problem, nur gibt es hier wohl einen recht starken Zusammenhang mit Mücken und Schnee. Denn je mehr Niederschlag, desto mehr Luftfeuchtigkeit und damit Piekser. Unser Stadtmuseum widmet dem Thema Mücke sogar einen eigenen Raum. Also liebe Sonne - trockne die Moore aus, und zwar bald!

Samstag, 10. Mai 2008

Muskelkater!

Eigentlich wollte ich es Euch ja verheimlichen, aber die Schmerzen in Armen und Beinen lassen sich nicht ignorieren: ich war vorgestern beim "Bodytoning". Dass ich nicht besonders fit bin, war mir durchaus klar, deswegen bin ich ja auch hingegangen. Dass aber so ein bisschen Aerobic mit Gewichtetraining mich dermaßen auspowert, hätte ich nicht gedacht. Meine Arme sind steifer als nach nem Klettertr..effen ;)

Gestern sah das noch anders aus . In den Beinen Muskelkater von den mit Gewichten erschwerten Kniebeugen und in den Armen - nix. Jedenfalls nicht mehr als beim Klettern. Als ich das meiner Kollegin, die am Vorabend auch beim Training war, erzählte, meinte sie: Wart mal bis morgen. Jetzt hab ich den Salat!

Freitag, 9. Mai 2008

Sommer? Klar doch.

In Sachen Wetter hatte ich bei Schweden-Urlauben bisher fast immer Glück. Das "fast" bezieht sich ausgerechnet auf den letzten Aufenthalt, eine zehntägige Fahrradtour durch Südschweden. Stefan und ich sahen am Ankunftstag mal kurz die Sonne und dann hat es mit Unterbrechungen durchgeregnet oder so stark geweht, dass wir mit 40km in 4 Stunden zurückgelegt haben (Strecke Malmö-Trelleborg, falls es jemanden interessiert). Ihr könnt Euch vorstellen, dass Stefans Eindruck von Schweden-Wetter nicht der beste war.

Sein Aufenthalt hier oben im hohen Norden machte das jedoch wieder wett. Noch eine Woche vorher ärgerte ich mich über die vielen Schneeflocken und dachte mit Bauchweh daran, doch mehrere hundert Kilometer Auto fahren zu müssen, wenn wir die Gegend erkunden wollen. Je näher der Mai rückte, desto besser wurde es aber. Als ich Stefan letztendlich in die Arme schließen konnte, waren die Temperaturen schon auf gefühlte 20°C hochgeklettert.

Leider hab ich an diesen Tag nicht aufs Thermometer geschaut, aber allein die Tatsache, dass wir ohne Jacken durch den Schnee gestiefelt sind, spricht für das Prädikat "sehr warm". Links und rechts die Beweisfotos.

Donnerstag, 8. Mai 2008

Walpurgisnacht

Wenn man in Bautzen gross geworden ist, dann freut man sich ausser auf Weihnachten, Ostern und dem eigenen Geburtstag noch mindestens zwei weitere wichtige Tage im Jahr: den 25. Januar und den 30. April. Die Wichtigkeit des ersten Termins – Vogelhochzeit – ist vor allem frühstückskulinarisch bedingt, dann gibt es nämlich Teigvögel, Marzipanvögel, Kuchennester, Schmätzl...

Der zweite Tag, oder besser Abend, ist in und um Bautzen Hexenbrennen. Kennen wir schon als Walpurgisfeuer, mögen jetzt einige sagen. Wir Oberlausitzer entgegnen dem ganz einfach, dass im Harz und sonstwo auf der Welt sicherlich keine Hexen mehr verbrannt werden, oder? Wir sind da nämlich traditionsgebunden, irgendwas, nämlich eine Bastelhexe, muss auf dem Haufen schon angefackelt werden, ein Lagerfeuer kann man schliesslich immer machen...

Nunja, in Schweden konnte ich mit einer Hexe nicht rechnen, insofern war ich froh, dass es überhaupt ein Feuer gab. „Valborgsmässoafton“ gilt hier nämlich auch als kleiner Höhepunkt im Jahr. Mitunter auch als Grund zum frühjährlichen Besäufnis. Davon haben Stefan und ich allerdings nicht viel gesehen, denn irgendwie verpassten wir das „Jugendfeuer“.

Ich wusste von zwei Feuern in Gällivare, die zu Fuss recht gut zu erreichen waren – für den Fall, dass wir was trinken würden. Das erste, im historischen Siedlungsteil Gällivares, sollte um 19:00 Uhr entzündet werden. Als wir halb acht ankamen, standen schon eine Menge Leute, hauptsächlich Familien um den Feuerhaufen herum. Die meisten hatten Gummistiefel an, denn der umliegende Schnee hatte sich durch die Hitze verflüssigt und den Boden in Matsch verwandelt. Ein herrliches Spektakel für die Kinder!

Besonders lang hielt die gemütliche Atmosphäre allerdings nicht an, gegen um neun waren die meisten Familien verschwunden und wundersamerweise fast nur noch Ausländer (passt ja ;)) da. Das Feuer war auch nur noch ein hüfthoher breiter Haufen, sodass Stefan und ich zum nächsten gehen wollten. Als wir – es war ja noch hell – in Richtung des Veranstaltungsortes schauten, sah man aber weder Rauch, noch Personen, dafür aber einen ziemlich grossen Holzhaufen inmitten von Schnee. Da es aber schon halb zehn Uhr abends war, glaubten wir nicht mehr an eine „Spätzündung“ und gingen nach Hause, wo wir uns dann doch noch was Alkoholisches gönnten.

Fazit: netter Haufen, aber an Hexenbrennen kommt’s nicht ran!

Dienstag, 6. Mai 2008

Müde!

Heute morgen bin ich um 5:00 Uhr aufgestanden, nach circa fünf Stunden Schlaf. Der Grund dafür sitzt jetzt in Stockholm-Arlanda auf dem Flughafen und wartet auf den Anschlussflug nach Berlin ;)

Wir hatten eine schöne letzte Woche, über die ich demnächst Auskunft geben werde. Hier mal in Kurzform, was wir alles so gemacht und gesehen haben:

- Walpurgisfeuer im Siedlerviertel Gällivares
- Schneewanderung bei gefühlten 20 Grad Celsius
- Sami-Museum in Jokkmokk
- Strandspaziergang in Lulea
- Teknikens Hus in Lulea
- Kiruna inklusive Erzbergwerk
- "Gone baby gone" und "The bucket list" (beides gute Filme!)

Morgen steh ich dann wieder ganz normal kurz vor sieben auf...

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MuTZelchen - 16. Nov, 17:44
Der Artikel gefällt mir...
Der Artikel gefällt mir sehr gut. Ich weiß nicht, ob...
deprifrei-leben - 4. Mär, 23:13
Danke für den Artikel....
Danke für den Artikel. Er trifft m.E. so manchen Nagel...
Waldwuffel (Gast) - 4. Mär, 22:04

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