Dienstag, 29. April 2008

"Und... es wird getanzt!"

Wer Frauenfilme mag, aber die Titelzeile noch nicht kennt, sollte sich demnächst einmal “Die Hochzeit meines besten Freundes” ansehen (mit Julia Roberts und Billy Crystal, also wirklich ein Frauenfilm!) Hier geht’s allerdings nicht um Filme, sondern um Schweden und deren Einstellung zum Tanz. Warum? Heute ist „Dansens Dag“!

Da ich ja seit wenigen Wochen immer mittwochs bei den Moonlight Kickers im Quadrat tanze, komme ich heute abend auch in den Genuss, mal öffentlich aufzutreten. Bei der Generalprobe gestern war ich ganz schön erstaunt, wieviele Tanzvereine es doch in dieser Gegend mit knapp 20000 Einwohnern gibt. Im Programm sind ausser uns Linedancern:

- Kinder- und Jugendtanzgruppen (darunter ganz toller Street- und Jazzdance!)
- Folkloretanz
- Bauchtanz
- Russischer Volkstanz (ein Solo einer Russin)
- Drilldans (amerikanisch „Tumbling“, in Bautzen nannten wir sie Majoretten)
- Tango
- Boogie

Übrigens läuft auch im Fernsehen gerade eine Tanzshow, nämlich das DSDS-ähnliche Format „So you think you can dance“. Das Besondere hier: es treten nicht nur Schweden, sondern auch Norweger und Dänen gegeneinander an. Das ist ein herrliches Sprachmischmasch und wundersamer Weise verstehen die sich auch gegenseitig. Für uns Fernsehzuschauer gibt es aber noch Untertitel, wenn die Nichtschweden sprechen.

Sonntag, 27. April 2008

Disko-Traum(a)

Gestern nacht hat mich an meine Jugendzeit in Bautzen erinnert. Als ich noch unter zwanzig und uncool war, weil ich nicht jedes Wochenende in DIE Disko gegangen bin. Und falls ich dann doch mal da war, immer wünschte, auch gefärbte Haare und tonnenweise Make-Up im Gesicht zu haben, weil ich dann nicht mehr so auffällig NATÜRLICH (ihhh!) aussehen würde...

Glücklicherweise wird man älter, gewinnt ein bissl an Selbstbewusstsein und macht sich nix mehr daraus, nicht wie alle anderen in Minirock und Leggins auf einer Party zu erscheinen. Im Gegenteil, jetzt findet man es lustig, welche Leute sich in derart unvorteilhafte Kleidung zwängen. Und solange die Musik gut ist, kann die aufgetakeltste Umgebung nicht am eigenen Wohlbefinden rütteln.

So kam es, dass ich mich gestern mal wieder in eine kleinstädtische Disko wagte, angekündigt als Ski-Abschlussparty und von Bekannten aus der Firma heftigst empfohlen. Mein Mitbewohner und ich waren mit halb zehn natürlich viel zu zeitig da und setzten uns zum Zeitvertreib noch in die Hotellobby (jeder der drei "Clubs" hier ist einem Hotel angeschlossen). Dort vertrieben wir uns die Zeit mit touristischen Planungen für die nächsten Monate, bis draußen immer mehr Taxis vorfuhren und Leute abluden.

Schon beim Anstellen zum Einlass ereilte uns die Vorahnung, dass die Feier eine Übung für die anstehenden Abibälle sein würde - kaum jeman(n)d war auch nur größer als ich! Und mit 1,73m liege ich eigentlich deutlich unter der männlichen Durchschnittsgröße.

Aber egal, die Lokalität war wirklich beeindruckend schön - auf einem Berg gelegen, mit Ausblick über das glitzernde Gällivare im Dauer-Sonnenuntergang (ja, liebe Freunde - so richtig dunkel wird es schon gar nicht mehr). Es gab zwei Tanzflächen, die am Anfang noch unbeschallt waren, und zwei Bars, deren alkoholisches Angebot einladend, die Preise aber wiederum das Gegenteil waren. Wir dachten, mit Bier und Alkopop zumindest im ertragbaren finanziellen Rahmen bleiben zu können und waren dann doch etwas geschockt von folgender Quittung:



Der Wechselkurs liegt übrigens etwa bei 1 € zu 9,3 SEK... Insofern war das der teuerste Bacardi Breezer, den ich je getrunken habe!

Gegen zwölf fing endlich die angekündigte Live-Musik, es spielte eine Band namens "No Hablas" aus Kalix. Ich fand, der Bandname klang recht vielversprechend - dass sich dahinter eine Coverband aus Männern um die vierzig verbirgt, konnte ja keiner ahnen. Die Schweden tanzten jedenfalls wie wild zu Songs wie "The eye of the tiger" und "Let me entertain you". Als ich mich irgendwann davon überzeugt hatte, dass es nicht mehr besser wird, traute ich mich auf den Techno-Dancefloor, der mit ca. 8 Tänzern auch nicht so toll bestückt war. Wir gingen noch zweimal hoch (Band) und runter (Techno), bevor wir uns auf den Heimweg machten.

Alles in allem war es doch ein recht lustiger Abend - ich habe die neue H&M-Mode durchschaut und freue mich, dass ich die Diskophase damals mehr oder weniger ausgelassen habe. Nebenbei hab ich mich noch ganz gut mit meinem Mitbewohner unterhalten und bin nicht als Räuchermännchen nach Hause gekommen. In Schweden gibt es nämlich schon lange ein Rauchverbot in Kneipen und Clubs, keiner stört sich mehr dran! Nächstes Mal halte ich mich trotzdem lieber an die Empfehlungen der etwas "älteren" Kollegen...

Samstag, 26. April 2008

Schneeschmelze

Endlich ist es soweit, die Temperaturen steigen regelmäßig über 0°C und man kann ohne Mütze aus dem Haus gehen. Allerdings verschwindet der Schnee (und das, was darin "verloren" wurde) nicht über Nacht, deswegen gilt es Hindernissen auszuweichen:





Interessant auch, wie sich der Schnee auf Objekten verflüssigt:

Freitag, 25. April 2008

Postkartenaktion: Stand 25.04.08

Morgen wird meine Zimmerwand umdekoriert - die Lapplandkarten weichen, und dafür gibt's Bilder aus:

- dem Berner Oberland
- Bautzen (2mal, darunter einmal die eine herrliche "Senfstadt"-Karte)
- Sebnitz
- Pfaffenhofen
- Werder und Potsdam (insgesamt 3)
- Dublin

Und last but not least: 4mal Saudiarabien, 2 davon selbstgemacht - da wollte wohl jemand auf Nummer sicher gehen, was? Die "Bonuskarte" mit dem Mc-Donalds-Motiv hab ich übrigens zuerst gesehen und mich gefragt, wen ich denn jetzt gerade in Amerika kenne ;)

Neben der Umgestalterei werde ich dann morgen auch dem Versprechen nachkommen, und noch ein paar Kärtchen von hier schreiben. Freu mich natürlich auch weiterhin über Post an die Smedjegatan 11b in Gällivare...

Donnerstag, 24. April 2008

Ein Hoch auf die Kuh!

Wozu das "Hausrind", so die offizielle Wikipedia-Bezeichnung, nicht alles gut is(s)t: es grast und kaut und wiederkäut und glockenklingelt mit Geläut. Wenn man es totmacht und auseinandernimmt, kann man wunderbare Dinge herstellen und essen -Hackfleisch, Rinderzunge, Rinderhoden und was es nicht sonst noch alles gibt.

Aber auch lebendig ist die Kuh ein wa(h)res Wirtschaftswunder, man kann sie nämlich melken. Und das mehrmals! Laut Wikipedia produzieren "Hochleistungskühe unter günstigen Ernährungsbedingungen innerhalb eines Jahres über 10000 kg Milch". Das ist eine ganze Menge, und was macht man damit, ausser Müsli übergiessen, Kakao kochen oder Kuchen backen? Milchprodukte natürlich!

Damit kommen wir zurück auf den Boden der schwedischen Tatsachen: hier gibt es eine Menge Milchprodukte, von der normalen Frisch- und Vollmilch über die fettfreie laktosefreie Homogenisierte bis eben zu so angenehmen Produkten wie Trinkjoghurt mit Heidelbeergeschmack. Quark gibt es, wie in den meisten nichtdeutschsprachigen Ländern, nur als Spezialware und dann natürlich zum entsprechenden Preis. Das ist aber nicht so schlimm, denn dafür kann man "Filmjölk" kaufen, eine säuerliche Dickmilch, die hier zur Grundausstattung eines guten Frühstücks gehört.

Als Deutsche (und Studenten) haben mein Mitbewohner und ich beim ersten Grosseinkauf gleich mal fünf Liter Milch eingepackt und in den Lebensmittelschrank gestellt. Drei Tage später wurde uns das zum Verhängnis, als wir die nächste Packung öffnen wollten - wir hatten Frischmilch gekauft! Homogenisiert wird hier nämlich nur Kakao und laktosefreie Milch.

Apropos laktosefrei, es gibt hier auch noch laktosereduzierte Milch und andere laktosebereinigte Produkte. Da mir das so massiv auffiel, habe ich mich mal schlau gemacht und nach der Anzahl der Milchzuckerunverträglichen der Welt gesucht. Das Ergebnis hat mich dann schon überrascht - während in einigen Teilen Asiens mehr als die Hälfte und in Deutschland immerhin 15% laktoseintolerant sind, betrifft das in Schweden gerade mal 2% der Bevölkerung. Das ist ein Fünfzigstel! Warum zum Teufel werde ich dann hier so massiv mit laktosefreien Produkten beworben? Wegen der vielen Südostasiatinnen, die hier ein neues (Ehe-)Leben begonnen haben?

Die meisten Milchprodukte werden hier übrigens im Literpack verkauft. Bis vor kurzen gab es angeblich noch nichtmal Joghurt in den praktischen Joghurtbechern. Das war zugegebenermassen umweltfreundlicher. Ausserdem ist der Naturjoghurt hier so lecker, dass man eh mehr als nur einen Becher essen will.

Nicht zuletzt wird Milch (und manchmal sogar Joghurt) ja auch in Schokolade verarbeitet. Und Milka hat sehr gut gezeigt, dass dabei Kühe nicht nur als Rohstofflieferer, sondern auch als Farb- und Werbeträger nützlich sind. Das hat die schwedische Schokoladenfirma Marabou zwar noch nicht nachgemacht, ihre Milchschokolade ist trotzdem ziemlich gut. Aber das ist ein anderes Thema...

Montag, 21. April 2008

Abschluss der Skisaison... vielleicht ;)

Was soll man groß zum gestrigen Tag schreiben? Lassen wir einfach Bilder sprechen:









Samstag, 19. April 2008

Sweden Hold'em

Gestern abend war ich nun endlich mal in einer anderen Wohnung als der meinigen, wenn auch "nur" bei zwei Sachsen. Wir wollten eigentlich Skat spielen. Aber dann stand plötzlich ein Pokerkoffer auf dem Tisch und Stefan, der vierte Deutsche in der Runde, erklärte die Regeln von Texas Hold'em. Bisher hatte ich mich ja nicht so sehr für Poker begeistern können...

Nachdem eine Runde recht schnell zugunsten von Stefan verspielt war, kamen noch vier Schweden, die sogleich mitpokerten. Resultat: ein Mischmasch aus Deutsch ("Drilling!"), Schwedisch ("Jag är ut.") und Englisch ("Check"/ "Raise"), sowie eine Maria, die mit ein wenig Glück (große Straße!) und viel Können (Wahrscheinlichkeitsrechnung!) plötzlich richtig viel Spielgeld vor sich liegen hatte. Leider ist das dann im schlussendlichen Deutsche-gegen-Schweden-Showdown an den Gegner gegangen.

Immerhin: meine Glücksspielphobie ist vorbei und ich freu mich schon auf Pokerabende in Dresden!

Freitag, 18. April 2008

Postkartenaktion: Stand 18.04.08

Meine Familie ist die beste, jawollja: 3 Karten von Verwandten (Onkels und Eltern), 1 von einer Blogleserin aus der Schweiz. Und eine Karte ist aus Saudiarabien unterwegs - mal schauen, ob sie's schafft ;)

Nochmal zur Erinnerung - meine Adresse ist die Smedjegatan 11b in S-98323 Gällivare, mein Name immer noch Maria Hardtmann und meine Zimmerwände immer noch hungrig auf Postkarten.

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Der Artikel gefällt mir...
Der Artikel gefällt mir sehr gut. Ich weiß nicht, ob...
deprifrei-leben - 4. Mär, 23:13
Danke für den Artikel....
Danke für den Artikel. Er trifft m.E. so manchen Nagel...
Waldwuffel (Gast) - 4. Mär, 22:04

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