Woran erinnern wir uns alle, wenn wir an Familienfeste denken? Genau, selbstgemachten Kuchen und Kaffee ohne Ende! Was hat IKEA damit zu tun? Es deklariert die achso schwedische
Fika zur Familienangelegenheit - bist Du Mitglied in der FAMILY, gibt's Heißgetränke ohne Ende. Alles was Du (bei IKEA siezen wir uns nicht!) tun musst: einen Antrag ausfüllen, regelmäßig Werbenewsletter empfangen und eine Mitgliedskarte mit Dir rumtragen. Bis diese bei Dir angekommen ist, gibt es eine Vorläufige aus Papier, die vom Antragszettel abgetrennt werden kann.
Mein Familiengefühl ist bei meinem heutigen IKEA-Besuch dann wohl doch nicht soo ausgeprägt gewesen, jedenfalls war ich mit meiner vorläufigen Mitgliedskarte schon ziemlich zufrieden. Wozu Newsletter lesen, wenn man Kaffee und Rabatte auch schon mit einem Papierzettelchen bekommt? Die Dame an der Cafeteria-Kasse hat mich sogar ziemlich nett durchgewunken und ein ortskundiger Mann (ich nehme an Verwaltungsmitarbeiter) mir noch Tipps für optimalen Automatenkakao gegeben. Da kam fast so etwas wie ein Familiengefühl aus.
Ich danke IKEA Family und freu mich aufs nächste KuK-Treffen mit meiner Dauer-Verwandtschaft!
MuTZelchen - 3. Mär, 22:52
In den Städtischen Museen Dresdens gibt es jeden Freitag ab 12:00 Uhr freien Eintritt und so bin ich gestern nachmittag mal ins Kügelgenhaus auf der Hauptstraße gegangen. Das ist die Straße, die vom Goldenen Reiter zum Albertplatz führt und von August dem Starken nach einem Stadtbrand als Prachtallee ausgebaut wurde. Die Bombardierung auf Dresden 1945 hat zwar auch hier fast den gesamten Straßenzug zerstört, aber ein paar barocke Häuser stehen doch noch, unter anderem eben das Wohnhaus von Franz Gerhard von Kügelen. Dass es ein Museum ist, wusste ich schon lange und habe meine Rikscha-Gäste auch immer fleißig darauf hingewiesen, und nun wollte ich es mir endlich einmal selbst ansehen.
Die Tür zum Museum im dritten Stock des Hauses war verschlossen, aber nach kurzem Klingeln kam schnell eine nette Mittfünfzigerin den Gang entlang, die sich als Museumsbetreuerin entpuppte. Neben mir und meinem Begleiter besuchten noch zwei Mitarbeiter aus anderen städtischen Museen das Haus und ließen sich eine kurze Einführung geben. Ich hörte anfangs noch mit zu - 30 Jahre Museumsgeschichte, thematisch geordnete Räume, freigelegte Deckenbalken,... - und entschied mich dann, die Ausstellung auf eigene Faust zu erkunden.
In den verschiedenen Zimmern der ehemaligen Künstlerwohnung von Kügelgen gab es allerlei Tafeln und Bildnisse von Kügelgen und seinen Zeitgenossen. Caspar David Friedrich, Theodor Körner, Richard Wagner - die Liste der berühmten Namen, die im Kügelgenhaus erwähnt werden, ist lang. Wie sie jedoch genau mit Kügelgen oder dem Haus in Verbindung standen, war nicht erwähnt. Überhaupt fehlte mir ein wenig der rote Faden, denn als "Museum der Dresdner Frühromantik" hätte ich zumindest gern gewusst, was denn die Romantik von anderen Kunst-, Literatur- und Musikstilen abgrenzt. So blieb mir der fade Geschmack längst vergangener Deutsch-Stunden in Erinnerung.
Wie viele Museen standen auch im Kügelgenhaus alte Dinge herum - Biedermaiermöbel hier, Jagdgewehr und Volkskunst da. Ich habe nie verstanden, warum solche Exponate, ohne jedwede Erklärung der Herkunft oder des Gebrauches, ausgestellt werden müssen. Nur falls sie ein zeitgeschichtliches Ganzes - ein komplettes Esszimmer, eine Wohnstube, usw. - bilden, kann ich ihnen etwas abgewinnen. So auch geschehen im Kügelgenhaus: im hintersten Zimmer, mit Blick auf den Innenhof, war Kügelgens Atelier nach der Vorlage einer Zeichnung nachgebildet. So hatte ich eine genaue Vorstellung, wie er da saß und malte.
Für zukünftige Rikschafahrten entlang der Hauptstraße habe ich auch noch ein Schmankerl mitgenommen: aus einem Fenster zur Hauptstraße schaute 1813 Goethe, der den Einzug preussischer Truppen gegen Napoleon erwartete. Das Museum werde ich den Fahrgästen aber wahrscheinlich nur freitags empfehlen...
MuTZelchen - 28. Feb, 08:35
Ich habe mich diese Woche ausgiebigst mit dem Medium Wasser beschäftigt. Zum einen im Gedanken an den permanent niedrigen Wasserdruck in unserer Wohnung und zum anderen, indem ich geschätzte 4,5 km auf (oder in?) den Bahnen der Schwimmhalle "Freiberger Platz" zurückgelegt habe.
Eben jenes Hallenbad war vor reichlich einem Jahr Bestandteil heißer Diskussionen um das Sportstättenmanagement unserer Stadt, nachdem man festgestellt hatte, dass die Statik des Daches wohl nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht. Kein Wunder, denn das 1969 errichtete Gebäude hat immer noch den Flair der späten 80er. Nachdem die Schließung abgewendet war, tauchte das Bad auch in meinem Gedächtnis wieder unter, zumal es ohne Rutsche und Whirlpool nicht ganz so attraktiv wie zum Beispiel das Georg-Arnold-Bad am Großen Garten wirkte.
Mein Geiz gepaart mit der Möglichkeit, als Unisport-Nutzerin in den Semesterferien kostenlos am Freiberger Platz schwimmen zu gehen, führte mich dann letzte Woche das erste Mal seit drei Jahren wieder in die Schwimmhalle. Für Ausdauerschwimmer ist die Anlage der Traum: 50 Meter lange Bahnen, die durch Seile voneinander getrennt sind, sodass nicht ständig Querschwimmer das Vorankommen stören. Und vom Tempo her kann man sich auch eine dem eigenem Niveau entsprechende Bahn aussuchen - wobei ich bemerkt hab, dass ich so langsam gar nicht bin ;)
Übrigens steht die Schwimmhalle Freiberger Platz genau wie die Mensa Bergstraße und der Kulturpalast seit letztem Jahr als Kulturdenkmal unter dem Schutz der Stadt. Auf dass wir noch lange zu studentenfreundlichen Preisen da baden können!
MuTZelchen - 26. Feb, 16:24
Auf dem Nachhauseweg von der Sauna um die Ecke sprachen wir über Reisen in Entwicklungs- bzw. Schwellenländer und ich meinte, dass es mich - als Tourist - dorthin nicht ziehen würde. Habe ich Angst vor der Konfrontation mit Armut und Elend, oder gibt es auch eine rationale Begründung? Das einzig sinnvolle Argument scheint folgendes zu sein: wenn ich in ein Land reise, in dem Menschen Hunger leiden, dann esse ich Ihnen ja die wenigen vorhanden Lebensmittel weg. Jedenfalls konnte ich mir nicht vorstellen, dass Tourismus in der sogenannten Dritten Welt zu besserer Lebensmittelversorgung der Bevölkerung führen kann.
Mein Halbwissen diesbezüglich führte mich unter anderem auf den Wikipediaartikel zu
Welthunger und ließ mich staunen:
"In den USA hungerten im Jahr 2005 10,8 Millionen US-Bürger". Das ist doch der Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass in diesem Land wirklich NIEMAND Hunger leiden müsste. Auf der Homepage der Welthungerhilfe steht dazu treffend:
" Politisch gesehen ist die Tatsache, dass weltweit 923 Millionen Menschen hungern, ein Symptom für das Versagen von Politik."
Womit wir bei der Agrarpolitik Europas wären: zentraler Streitpunkt ist und bleibt die Subventionierung heimischer Bauern. Die These, dass Freihandel durch Erhöhung des Konkurrenzkampfes zu "effizienterer" Nahrungsproduktion führt und damit Mehrproduktion in Entwicklungsländern schafft, klingt für mich ein wenig nach VWL-Vorlesung im ersten Semester. Man betrachtet einen stark vereinfacht modellierten Markt rein ökonomisch und blendet ökologische, technische und soziale Konsequenzen aus - was, wenn Produkte aus Entwicklungsländern ohne Importzölle den EU-Markt betreten können? Dann verringert sich hier die Agrarwirtschaft, wir importieren Lebensmittel aus diesen Ländern und damit bleibt der dortigen Bevölkerung auch nicht mehr als vorher. Wo ist hier mein Denkfehler?
MuTZelchen - 22. Feb, 23:11
Leute, ich hab den Russisch-Test bestanden, und das sogar ziemlich gut! Freu mich schon auf die ersten russischen Rikscha-Touristen...
MuTZelchen - 22. Feb, 16:23
Eine Familienfeier führte mich am Wochenende in den Naturpark Bautzen. Das ist ein kleiner Park am Stadtrand, in dem ich erste Erfahrung in der Fütterung von Enten gemacht habe und der, ausgestattet mit einem hübschen kleinen Ausflugslokal, Ziel vieler sonntäglicher Ausflüge ist. In meiner Verwandtschaft sind außerdem Erinnerungen an eine Hochzeit und viele runde Geburtstage mit dem Naturpark verknüpft und so habe ich mich auch am Samstag mal wieder auf Kaffee, Kuchen und altbekannte Gesichter gefreut.
Diesmal gab es aber nicht nur das kulinarische und verwandtschaftliche Komplettprogramm, sondern auch eine Überraschung - die Schulsternwarte "Johannes Franz", eine der ältesten und größten Deutschlands, liegt nämlich gleich nebenan und mein Onkel hatte uns eine Planetariumsvorstellung organisiert. Gegen 18:00 Uhr holte er uns die Sterne vom Himmel oder, um genau zu sein, an die Projektionsfläche über dem Vorführraum.
So ein Planetarium ist eine tolle Sache - verdeckt in der Realität immer mal wieder eine Wolke oder ein Baum die Sternbilder, sieht man sie hier ganz klar. Außerdem kann man sich mithilfe von Laserpointer und Dias auch mal die Gebilde zeigen lassen, die einem bei einem Nachtspaziergang gar nicht so auffallen würden. Planetarien sind das Fastfood der Sternengucker - wer stellt sich auch nachts mit einer Sternenkarte auf die Wiese, wenn's auch schneller geht?
Übrigens sind wir in Sachsen sehr gut bestückt mit Planetarien:

(Quelle: Wikipedia)
MuTZelchen - 19. Feb, 09:23
Meine Steuererklärung liegt nun mehr oder weniger vollständig auf meinem Tisch und ich frage mich, warum ich trotz wirtschaftlichen Nebenfachs im Studium nicht so richtig weiß, was ich wo eintragen soll. Zugegebenermaßen ist Geldverdienen für mich noch "nur" Nebensache, deswegen werden Lohnbescheinigungen und ähnliches beim Eintreffen erstmal nur weggeheftet. Heute habe ich dann gemerkt, dass ich das wohl sorgfältiger hätte machen sollen, jedenfalls fehlt mir jetzt der Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerkarte für meine letzte SHK-Stelle. In der Hoffnung, nichts Falsches zu tun, habe ich also einfach die Summe der Bruttobeträge auf den Abrechnungsbescheinigungen angegeben.
Insgesamt sieht meine Steuererklärung aber doch ziemlich leer aus - bis auf die Einnahmen meines Rikscha-Gewerbes bin ich eben nur eine arme Studentin, die weder Werbekosten noch Ehepartner geltend macht und damit einem armen Finanzbeamten eine Viertelstunde Büroarbeit bereitet. Nächstes, spätestens übernächstes Jahr kriegt er hoffentlich mehr zu tun!
MuTZelchen - 13. Feb, 15:13
Sie mache sich Sorgen, verriet mir meine Mutter gerade durch die Blume (oder besser gesagt, durch's Telefon), indem sie auf mein Blog anspielte, dass ja seit einigen Wochen ein recht tristes Dasein fristet. Aus "Ab nach Dresden!" ist "Ab in die ewigen Jagdgründe geworden" und ich muss zugeben, ich weiß noch nicht, ob es da nicht auch hingehört. Irgendwie bin ich zuwenig aufmerksam, um Berichtenswertes aus der Stadt der Städte niederzuschreiben. Oder aber ich bin gar nicht in Dresden, sondern anderswo unterwegs und müsste eigentlich den Titel ändern.
Am Montag zum Beispiel, da war ich unterwegs nach Marburg - einfach mal raus aus der Groß- in die Mittelgroß-Stadt, wo ein Freund ein Vorstellungsgespräch und ein anderer Freund seinen Wohnsitz hatte. Es wurde ein schöner Abend, gefolgt von einem schönen Morgen und interessanten Gesprächen rund um das Thema "Beziehung" (das mich derzeit in seiner Omnipräsenz verfolgt). Für mich gut zu wissen: auch die Jungs haben es damit nicht leicht ;)
Die Anekdote zum Ausflug jedenfalls ereignete sich in einem hessischen McDonalds: im McCafé unterhielt sich die Bedienung lautstark mit einem Kunden über Äußerlichkeiten: "Ja, eigentlich mag ich es eher natürlich, ich fahr jetzt im Styling zurück. Das tut ja auch den Haaren nicht gut Leider kann ich gar nicht ausführlich genug beschreiben, wie natürlich die Dame tatsächlich war - solariumgebräunte, strähnchengefärbte und makeup-affine Mittzwanzigjährige reicht hoffentlich zur Vorstellung.
Aber zurück zur Zwischenbilanz: ich weiß nicht, wie oft und wie lange ich hier noch schreibe, denn das Leben will ja auch einige Bilanzierungen. So zum Beispiel das Finanzamt, bei dem ich mir heute kleinlaut die Steuererklärungsvorlage für 2008 und 2007 abgeholt habe...
MuTZelchen - 12. Feb, 19:56
Ich hab ja so ein Faible für Geschäftsideen: den Service der
Frühstückszwerge find ich auf jeden Fall mal kreativ und bin gespannt, wann ich ihnen das erste Mal begegne.
Nachtrag: aber das in Frühstücksbeuteln eine BILD sein muss, das seh ich nicht ganz ein...
MuTZelchen - 27. Jan, 13:09