Freitag, 23. Januar 2009

Ich trau mich nicht

Heute nacht konnte ich mal wieder kein Auge zu tun, denn ich hatte meinen ersten Bodo-Wartke-Abend zu verdauen. Herr W., Klavierkabarettist aus Bad Schwartau und nunmehr wohnhaft in Berlin, war nämlich gestern abend zu Gast im Schauspielhaus und ich bin mehr als froh, dass ich die 17 Euro für einen Platz im zweiten Rang ausgegeben habe.

Das Programm eine Mischung aus musikalischer Dichtung, Steptanz, Lesung und Standup-Comedy. Und immer wieder diese unglaublich genialen Reime - ich sage nur "Reise nach - Eisenach"! Wie kommt man da drauf? Das hätte ich ihn vielleicht nach der Vorstellung im Foyer fragen sollen, wenn ich nicht im Zustand der hiesigen Titelzeile geschwebt hätte...

Donnerstag, 22. Januar 2009

Profess(i)or(n)elle Kreativität

In der Uni Köln gibt es jetzt, einen Professor, der rappt. Um genau zu sein, dichtet er Paragraphen in Reime, damit sich der Gesetzesstellen leichter lernen assen. Erinnert mich irgendwie an die Texte zum Erinnern der ersten [n] Stellen der Zahl Pi, hier auf Französisch:

Que (3) j(1)'aime(4) à(1) faire(5) apprendre(9) ce(2) nombre(6) utile(5) aux(3) sages(5)!

Einer meiner Professoren gab sich letzten Dienstag auch ganz besondere Mühe - statt Hemd und Krawatte trug er ein T-Shirt und darüber einen Pullover, dem er sich am Ende der Vorlesung entledigte ("Striptease" nannte er das). Zum Vorschein kamen drei Buchstaben, die wir uns in Verbindung mit einem mathematischen Satz merken sollten. Genutzt hat es trotzdem nichts - ich hab sie leider vergessen!

Mittwoch, 21. Januar 2009

(Nicht) "Zuschlagen" (!)

Obwohl ich mich ziemlich sicher in der englischen Sprache fühle, habe ich gerade noch einmal nachgeschaut, ob es für "Slam" noch eine andere Übersetzung als die obige gibt. Immerhin, eigentlich bezieht sich das Zuschlagen nicht auf Bücher, sondern Türen - passen tut es im Kontext dennoch!

Gemeint ist der letzte Roman von Nick Hornby, "Slam". Aus der Perspektive eines knapp 18-jährigen Skaters aus London erzählt sich die Geschichte einer Teenage-Schwangerschaft, und das im doppelten Sinne. Denn die Hauptperson wird nicht nur selbst mit 16 Vater, die zukünftige Großmutter ist auch erst 32. Statt einem klischeehaften Unterschichtenbild gibt Hornbyischen Humor und Lebensweisheiten:

"I knew I was a coward, but sometimes you have to be a coward, don't you? There's no point in being brave if you're just going to get destroyed.

Was mich Hornby immer wieder begeistert, ist der Sprung zwischen den Zeiten, zwischen Erzählperspektiven ("A long way down" - vier Fast-Selbstmörder erzählen) und Erzählformen (Tagebuch? "Fever Pitch"). Auch in "Slam" ist ihm das mal wieder gelungen - mal wird die Hauptperson in die Zukunft gebeamt, mal spricht sie mit dem Leser und trotzdem wirkt es, als sei alles wie aus dem Leben gegriffen, normal eben bis auf die Situation mit dem Vaterwerden.

Ich empfehle mal wieder: lesen!

Montag, 19. Januar 2009

Stadtrundfahrt

Der Dresdner Student kennt das Phänomen "61", DIE Buslinie schlechthin. Als Verbindung zwischen zwei zentralen Umstiegspunkten, nämlich der Haltestelle Tharandter Straße und dem Wasaplatz, ist sie für Fahrradfaule ein Muss auf dem Weg zur Uni. Und obwohl sie im gefühlten 2-Minuten-Takt kommt, gibt es streckenweise Platzkämpfe und immerwährende böse Blicke auf diejenigen, die sich durch Drängeln und Drücken noch hineinzwängen in den überfüllten Bus. Mit genügend Dreistigkeit schafft man es nämlich schon, auch zu Stoßzeiten einen Platz in der Sardinendose zu finden ;)

Um vom Salsakurs in Löbtau zurück an den Wasaplatz zu kommen, habe ich heute mal eine Alternativroute gewählt. Es handelte sich zwar auch um eine "Direktverbindung" - also ohne Umsteigen - , hat aber etwa dreimal so viel Zeit gekostet wie mit der 61. Zeit, die sich gelohnt hat: die Busnummer 89 führte mich durch das gefühlte ganze Süd-Dresden, vorbei an Plattensiedlung (Südhöhe), altem Ortskern (Mockritz) und Villenviertel (Plauen). Kleinstadtflair neben Großbürgertum, Kaufland neben Dorfplatz - auch wenn es nur eine Fahrt nach Hause war, ein wenig Stadtrundfahrtgefühl ist hängengeblieben und macht Lust auf die nächste Erkundungstour mit den Dresdner Verkehrsbetrieben.

Sonntag, 18. Januar 2009

Raus aus dem Provisorium

Seit Anfang Dezember hat sich in meinem Zimmer einiges verändert. In chronologischer Reihenfolge ein paar visuelle Eindrücke:



Mein Hochbett! Und nicht zu vergessen, darunter ein Tisch für Spieleabende sowie ein CD-Regal über der Kommode.



Gardinen in der richtigen Farbe, Länge und vor allem: blickdicht ;)



Eine in professioneller Handwerkerei gefertigte Leiter, die bombenfest in der bröseligen Wand verankert ist.

Danke an die Hilfe an die vielen hilfreichen Hände und das Köpfchen bei der Lösung schwerwiegender bautechnischer Probleme!

Donnerstag, 8. Januar 2009

Jahresrückblick.

Et voilà, mein erster und voraussichtlich letzter Blog-Fragebogen:

Zugenommen oder abgenommen?
Ab. Ein halbes Kilo ;)

Haare länger oder kürzer?
Minimal länger

Kurzsichtig oder Weitsichtig?
richtigsichtig

Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr, aber auch mehr verdient.

Mehr bewegt oder weniger?
Erst weniger, dann mehr, zuletzt weniger.

Der hirnrissigste Plan?
Mit einem großen Rucksack auf dem Rücken die Sozia auf einem Motorrad zu spielen. War schlechtes Schauspiel, sorry!

Die gefährlichste Unternehmung?
Wir ersetzen "gefährlich" durch "saublöd": das Zelt irgendwo in die schwedische Pampa zu stellen und sich den Weg dahin nicht gut zu merken...

Der beste Sex?
Und Ihr?

Die teuerste Anschaffung?
Meine Kamera.

Das leckerste Essen?
Mir fällt's beim besten Willen nicht ein... die Gemüsequiche war ganz toll!

Das beeindruckendste Buch?
"Zusammen ist man weniger allein"

Der berührendste Film?
"Nach der Hochzeit". Kann aber an übermäßiger Emotionalität meinerseits gelegen haben ;)

Die beste CD?
Kann man die noch kaufen?

Das schönste Konzert?
Jubiläumskonzert der TU Big Band am 29.11. - Full House!

Die meiste Zeit verbracht mit …?
Micha, meinem Mitbewohner in Schweden.

Die schönste Zeit verbracht mit …?
Freunden!

Vorherrschendes Gefühl 2008?
himmelhochjauchzendzutodebetrübt

2008 zum ersten Mal getan?
In Schweden gelebt.

2008 nach langer Zeit wieder getan?
Einen Tanzkurs belegt.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
... sind 3 Dinge, die die Welt nicht zu wissen braucht.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Hier fallen mir nur missinterpretierbare Dinge ein :(

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Kann ich nicht beurteilen... geb mir doch immer Mühe!

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Das Federbett zum Nikolaus.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Nicht der schönste, aber der einprägsamste: "Wann hast Du Dir das letzte Mal so richtig einen Baum angeguckt?"

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Öhm - kein Ahnung.

2008 war mit einem Wort …?
...abwechslungsreich!

Mittwoch, 7. Januar 2009

...

"Sie haben versucht, die Telefonseelsorge anzurufen. Wir befinden uns gerade in einem Gespräch. Bitte rufen sie später wieder an."

Man ersetze das Wort "Telefonseelsorge" mit "Feuerwehr" und stelle sich vor, welches Haus gerade abbrennt...

Samstag, 27. Dezember 2008

Gottseidank!

Die Kirche und ich, wir haben ein ganz besonderes Verhältnis. Aufgewachsen in einer nicht ganz so christlichen Familie, erinnere ich mich an meinen ersten "bewussten" Gottesdienst in der Maria-Martha-Kirche zu Bautzen. Mitgenommen hatte mich ein Nachbarskind, das öfter von der Christenlehre geschwärmt hatte. Oder doch meine Eltern?

Gesungen wurde jedenfalls immer wieder eine Zeile: "Lobet den Herrn, Halleluja!" und die hat sich mir ziemlich eingeprägt, zusammen mit meiner bildlichen Vorstellung des Gesungenen. Ein älterer Herr im Mantel, der hinter einer Schulbank sitzt, eine Julia, die mit Zeigestock an der Tafel hantiert und ab und zu auf den Mann zeigt und ihn lobt. Verstanden hatte ich also "Lobe den Herrn, Julia!". Das gefiel mir, und so bin ich ab der ersten Klasse regelmäßig in die Christenlehre gegangen und habe sogar meine Schwester zeitweise angesteckt.

Ein anderes Mal durfte ich das Wochenende bei der Familie meines Patenonkels verbringen und dort lernte ich, dass Gott das Essen "kalt werden lässt", jedenfalls habe ich es meinen Eltern nachher so erzählt. Ich hatte nämlich vor dem Tischgebet mit essen anfangen wollen und mir dabei die Zunge verbrannt.

Auch dieses Jahr habe ich wieder dazu gelernt, ich war nämlich zu Weihnachten in der Kirche. Nicht zum Krippenspiel, denn "das ist was für Kinder", sondern im katholischen Gottesdienst zur Christnacht. Während der Heiligen Kommunion blieb ich als Nicht-Katholik sitzen und um den Vorbeilaufenden den Weg zu vereinfachen, stellte ich meine Tasche hinter die Kniebank. Ein Lied und ein Gebet später roch es auffallend nach Gummi - das Kunstleder hatte sich nicht so gut mit der Heizung verstanden und sich verflüssigt. Die Nebensitzenden fanden das recht lustig und erzählten mir von verformten Schuhsohlen und -absätzen. Merke also: der Bereich hinter der Kniebank ist tabu. Gottseidank weiß ich das jetzt ;)

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Danke für den Artikel....
Danke für den Artikel. Er trifft m.E. so manchen Nagel...
Waldwuffel (Gast) - 4. Mär, 22:04

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