Dienstag, 30. September 2008

Aufgeregt

Nur noch wenige Stunden bleiben mir, um mich von meinem geliebten "Übergangszimmer" an der Nürnberger Straße zu verabschieden. Drei schöne Monate an der Hauptstraße in länglichen 12qm haben mich gelehrt, dass man LKW-Lärm mittelfristig ignorieren kann. Zwar habe ich das Fenster nachts immer verschlossen gehalten, dennoch konnte ich mitfiebern, wenn die Ampel auf Grün schaltete. Natürlich nur, wenn ich hingehört habe!

Heute abend geht's an den Wasaplatz, in ein Zimmer an der Nebenstraße, mit Blick auf den Garten. Hatte ich als Kind auch schonmal und freu mich ziemlich drauf. Hoffentlich wird alles gut...

Montag, 29. September 2008

Lieder-Ping-Pong

Am Wochenende war ich im KIEZ Schneeberg, das ist eine Art Landschulheim im tiefsten Erzgebirge, in dem der Sächsische Blasmusikverband sein diesjähriges Herbstseminar abgehalten hat. Mit zwei Bigband-K0llegen habe ich dort an einem Moderationsseminar teilgenommen und dabei meiner großen Klappe freien Lauf gelassen... dabei verdichtete sich die Feststellung, dass ich doch recht textsicher bin:

Beim Aldi Lidl hatten wir uns nachmittags drei Pfefferkuchenherzen gekauft, von denen uns eins nach dem Abendbrot anflehte: "Mein hungriges Herz durchzieht ein bittersüßer Schmerz!" (Mia). Es hätte uns genauso fragen können: "Warum hast Du das getan?" (Die Prinzen). "Weil ich'n Mädchen bin" (Lucilectric), hätten dann Tine und ich geantwortet, dabei war es nur unser Appetit. Ferdis Kommentar dazu wäre dann gewesen: "Es ist egal, was Du isst, Haupsache ist, es macht nicht dicklich" (Farin Urlaub).

Aber soweit kam es nicht. Wir haben nämlich über Fernbeziehungen ("Ich will zu Dir", Wise Guys), unglückliche Liebschaften ("Der einzige kleine Fehler, sie hat da einen Mann. Mal sehen, wie ich auf humane Art sie zur Witwe machen kann. [Peng, Pfiff]", Räuberlied aus "Das Wirtshaus im Spessart"), aber auch Studien- und Berufswahl ("Du hast kein klares Ziel, aber Millionen Möglichkeiten", Die Ärzte) geredet. Und viel gelacht, Wein getrunken ("Wenn ich betrunken bin", Reinhard Mey) und zwischendurch auch noch geschlafen ("Schlaflied", Die Prinzen).

Hab ich schon geschrieben, dass es ein schönes Wochenende war? So gar nicht "Schaurig traurig" (Die Prinzen)...

Mittwoch, 24. September 2008

Marzipaaaaahn!

Da spaziere ich unbedarft durch die Prager Straße und komme zufällig an der 40(?)-Jahre-Wöhrl-Feier vorbei. Der Chef ist gerade dabei, eine riesige Sahnetorte für die Allgemeinheit anzuschneiden. Nachdem ich mir die Sauerei eine Weile angesehen habe, ist mir klar: die klebrige Masse willst Du nicht, aber die Verzierung sieht lecker aus. Gedacht, ausformuliert und nach dem Marzipanrand gefragt. Und während andere wahrscheinlich immer noch für ein Stück Torte Schlange stehen, hatte ich sofort eine Handbreit feinsten Dekors auf der Hand und kurze Zeit später im Bauch. Das Leben kann so schön sein!

Dienstag, 23. September 2008

Schlüsselkind oder Was das Leben interessanter macht

"Sowas kann ja nur Dir passieren", den Satz hör ich öfter. Zuletzt heute mittag in der Mensa Klinikum (mit herrlich weiß gedeckten Tischen!), als ich davon erzählte, dass ich gerade meinem Mitbewohner wegen zuhaus vergessener Schlüssel hinterhertelefoniere. Leider hatte ich seine Nummer noch nicht, der dritte WGling ist in Spanien und unsere sonstige Verbindung erschließt sich über drei Ecken...

In Anbetracht dessen, dass dies nicht mein erstes Schlüssel-Erlebnis seit Beginn dieses Blogs ist, stelle ich mir nun folgende Frage: bin ich prädestiniert für solche Geschichten? Könnte ich das abstellen mit etwas mehr Sorgfalt (Schlüssel nicht in die Hosentasche) und Vernunft (alle Schlüssel an einen Bund, dann kann man die nicht einzeln vergessen)? Bin ich etwa ein Hans-Guck-in-die-Luft? Und wenn, wäre das schlimm?

Immerhin weiß ich jetzt, wie eng das Bekanntschaftsnetz in Dresden gestrickt ist. Nach einer halben Stunde Mensa und Nichtaufstelefonschauen erhielt ich eine SMS: "Hab gehört, Du brauchst nen Schlüssel. Meld Dich mal." Nach einem Ausflug in bisher unbekannte Gefilde der TU Dresden sitze ich nun in meinem Zimmer und freue mich, dass ich nicht im Bigband-Probenraum campieren musste. Danke, Mitbewohner!

Samstag, 20. September 2008

Speechless in Strasbourg

Meine Liste der schönsten Städte der Welt - Dresden, Malmö, Stockholm - ist um eine weitere gewachsen: Straßburg. Nun kann ich schlecht alle Eindrücke der anderthalb Tage dort so niederschreiben, dass es dem Ort gerecht würde. Hier also eine kleine Liste, was ich getan habe:
  • Bootsfahrt mit einem Baton mouche
  • Turmbesteigung des Straßburger Münsters

  • französisch essen, parlieren und über elsässische Beschilderung ("Münzgass", Café "Kougelhoupf") schmunzeln
  • moderne (Europaparlament), alte (La Petite France) und integrierte (Bahnhof) Architektur bewundern
  • im Velotaxi mitfahren
  • Französinnen und Franzosen angucken (da gibt's leider kein Foto ;))

Freitag, 19. September 2008

Kanal 3 im ICE

Bei sechs Stunden Zugfahrt lenkt man sich auf alle möglichen Arten und Weisen ab. Wenn man Kopfhörer mithat, dann probiert man auch mal die Audiospuren der Deutschen Bahn aus - Nummer drei ist reserviert für's Kinderprogramm. Letzten Herbst hab ich da mal Pippi Langstrumpf gehört und heute abend liefen Geschichten von Janosch über den kleinen Bären und seinen Freund, den kleinen Tiger. "Oh, wie schön ist Panama" ist eine der Geschichten, und die kannte ich noch aus meiner Kindheit. Ich liebe Zugfahren!

Montag, 15. September 2008

Dresden-Karlsruhe in 13 Stunden

Seit gestern bin ich mal wieder auf Reisen, diesmal südwestlich von Dresden. Meine ursprüngliche Planung sah Bäume pflegen im Schwarzwald vor, wurde aber durch meine noch unsichere zukünftige Wohnsituation und eine Aneinanderreihung glücklicher Zufälle in eine Städtereise umgewandelt. Und so bin ich gestern morgen um 7:56 Uhr in den Zug nach Nürnberg gestiegen, um über ein paar Ecken nach Weingarten bei Karlsruhe zu fahren.

Der erste Halt war in Coburg, wo mein zukünftiger Mitbewohner herkommt, mit dem ich bei Pizza unsere gemeinsame wohnliche Zukunft und diverse Filme besprochen habe. Die Stadt ist etwa so groß wie Bautzen, hat aber mit einem Schloss, einer bekannten Versicherung und überhaupt der Lage in Bayern gewisse Standortvorteile. Dennoch war es relativ schwer, eine offene Gastwirtschaft am Sonntag mittag zu finden...

Um nach Karlsruhe zu kommen, musste ich dann nach Nürnberg fahren, wo ich über eine Stunde Zeit hatte, durch die Stadt zu flanieren, Bauwerke und Amerikaner zu betrachten und Vergleiche mit Dresden (gleiche Größe, Touristenmagnet, wichtige Jahreszahl 1806, zerbombt im Krieg) zu ziehen. Es ist erstaunlich, wie dörflich Nürnberg abseits der zentralen Sehenswürdigkeiten wirkt, selbst innerhalb der alten Stadtmauern. Ebenso erstaunlich, wie platt ein männlicher Bewohner mich ansprach: "Ich bin Thomas der Ungläubige. Aber ich glaube an Dich!"

Bis zum Ziel saß ich schließlich noch drei Stunden im IC über Stuttgart nach Karlsruhe, wo ich 21:13 Uhr die S-Bahn ins verschlafene Weingarten nahm. Dort bin ich nach beschrifteter GoogleMaps-Anweisung einer Freundin bis zum Festplatz gelaufen, wo im Riesenbierzelt gerade die Karlsruher Beatles, nämlich die "Pumpkins", ein Revival der Pilzköpfe feierten. Haben sie echt gut gemacht, wir haben viel mitgesungen und getanzt!

Das heutige Programm war Karlsruhe, Badische Hauptstadt und trotz ihrer knapp 290 000 Einwohner kaum touristisch erschlossen. Denn obwohl es flach wie eine Flunder ist und lange Fußgängerzonen besitzt, gibt es keine Rikschas und Stadtrundgänge fast nur an Wochenenden. Dass zusätzlich das Zentrum für Kunst und Medientechnologie gerade montags UND dienstags geschlossen ist, hat mich schon ein wenig geärgert. Nichtsdestotrotz ist die Stadt mit dem zentralen Residenzschloss, dem Bundesverfassungsgericht und dem Marktplatz mit Pyramide durchaus sehenswert. Ich werde mich morgen jedenfalls nochmal dort umschauen. Bis dahin freue ich mich in und über Weingarten mit dem hiesigen Musikfest.

Donnerstag, 11. September 2008

Schlaflose Nächte

Mein Biorhythmus versucht mich derzeit zu foppen: ich wache oft nachts gegen halb drei auf, wende und winde mich, bis ich schließlich aufstehe, einen Apfel esse, den Computer anschmeiße und/oder lese, schreibe, denke. Um fünf quäle ich mich dann wieder ins Bett, in der Hoffnung, wieder einschlafen zu können.

Die letzten zwei Tage habe ich versucht, meinen Körper auszutricksen, indem ich einfach sehr, sehr spät ins Bett gegangen bin. Trotzdem war ich heute um sieben wieder hellwach. Hat jemand eine Idee, wie man das abstellt, ohne Schafe oder Kamele zu zählen?

Aktuelle Beiträge

Ge*ä*ndert.
Lang, lang, ja wirklich laaaaaaaang ist es her, seit...
MuTZelchen - 29. Mär, 14:56
RECODE - Selten ein gutes...
RECODE - Selten ein gutes Zeichen, wenn man von Software...
waldwuffel (Gast) - 23. Mär, 20:49
RECODE.
Vor ein paar Monaten wachte ich nachts um drei auf...
MuTZelchen - 16. Nov, 17:44
Der Artikel gefällt mir...
Der Artikel gefällt mir sehr gut. Ich weiß nicht, ob...
deprifrei-leben - 4. Mär, 23:13
Danke für den Artikel....
Danke für den Artikel. Er trifft m.E. so manchen Nagel...
Waldwuffel (Gast) - 4. Mär, 22:04

Suche

 

Status

Online seit 6874 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 29. Mär, 15:03

Credits


Dresden
Fahrrad & Rikscha
Kurioses & Erkenntnisse
Leben
Lesen, Sehen und Hören
Mathematik
Meta
Poesiealbum
Postkartenaktion
Reisen
Schweden
Weihnachtslyrik
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren