Mittwoch, 27. August 2008

Nüchtern betrachtet

Beim Frühstück in Bad Liebenwerda las ich in der "Lausitzer Rundschau", dass der neue Aufsichtsratschef von Jägermeister Martin Nüchtern heißt. Wenn der Name Programm ist, dann braucht sich das Unternehmen wenigstens keine Gedanken über Getränke-Privatentnahmen machen...

Herr Bierich als Braumeister in Bautzen hätte sich auch ganz gut gemacht - stattdessen wird er jetzt Metallbauer und Hobby-Außenpolitiker.

Dienstag, 26. August 2008

Ergebnis von 5 Tagen Fahrradfahren

  • ca. 380 km zurückgelegt
  • etwa 120 € für Übernachtungen, Essen, Karten und Heimatstadt-Shopping ausgegeben
  • 6 Kugeln Eis an 5 Orten gegessen (Walnuss und Amarena-Kirsch in Bad Liebenwerda, Quark-Himbeer in Cottbus, Schoko am Spremberger Stausee, Vanille in der elterlichen Küche, Marzipan in Bautzen)
  • mindestens 4 Fliegen geschluckt
  • genau viermal überholt worden - dreimal von Rennradfahrern und einmal von einem Liegeradler
  • zwei dreiviertel-gebräunte Beine (ab Radlerhose abwärts)
  • der feste Vorsatz, sich demnächst einen Fahrradhelm zu kaufen
Mittagspause kurz nach Boxberg:

Sonntag, 24. August 2008

Urlaubsimpressionen

Leute, war das schön!

Ich wollte, bevor ich mich wieder ins Geldverdienen stürze, noch einmal raus aus Dresden. Fahrradurlaub sollte es werden, einmal die Elbe lang und dabei die Seele baumeln lassen. Zwischenzeitlich wurde aus Elbradwanderung ein Hüttenurlaub mit Freunden, die dann aber doch nicht so richtig konnten, und letztendlich hab ich mich für eine Kombination aus Radfahren und Seengebiet entschieden - ich bin von Dresden über Liebenwerda und Burg/Spreewald nach Hause in die Oberlausitz gefahren. Vier Tage je ca. 3,5 Stunden Fahrrad fahren, die verbleibende Tageszeit mit Sauna, Theater, See und Sonne füllen, so sahen mein Kurzurlaub in Sachsen und Südbrandenburg aus. Hier ein paar Begebenheiten:

Elbe-Elster-Kreis: Auf radweit.de war Bad Liebenwerda eine Station auf dem Weg von Dresden nach Berlin und da mir die Distanz von 70 km gut gefiel, hatte ich mir diesen Kurort als erste Übernachtung meines Urlaubs ausgesucht. Für 24 Euro gab's ein Zimmer mit Fernsehen, eigenem Bad und am nächsten Morgen ein herrliches Frühstück, von dem ich in Form von geschmierten Brötchen noch unterwegs gezehrt habe. Die Stadt mit ihren 6000 Einwohnern hat zwar außer Kureinrichtungen und Spaßbad nicht viel zu bieten, dafür waren die touristischen Informationen ausführlich wie nie. Ich bin mit Fahrradkarten überhäuft wurden, die mir die Tour durch die brandenburgische Provinz ziemlich erleichtert haben. Der Elbe-Elster-Kreis zählt die wenigsten touristischen Übernachtungen im Bundesland, das merkt man dann auch auf der Straße, wo das Leben teilweise echt in den achtziger Jahren stehengeblieben schien. Alte Traktoren und Trabis, die über die Landstraßen streifen, Frauen in Kittelschürzen und wunderbarer Kuhdorf-Geruch. Wenn ich wüsste, dass alle Kühe so gut leben wie in der "Milchviehanlage Breitenau", in der ich versehentlich mit dem Fahrrad landete, dann wär mein Gewissen beim Milchkauf rein!

Spreewald: Nach dem Ausflug in die DDR kam ich über den Fürst-Pückler-Radweg in den Spreewald, brandenburgisches Ausflugsziel Nummer eins. Plötzlich wimmelte es nur so von Leuten, in der Touristeninformation gab's noch nicht mal einen Stadtplan kostenlos und die günstigste Übernachtung kostete 30 Euro pro Person. Dafür hatten wir - ich hatte mich in Burg mit einem Bekannten getroffen - ein Zimmer mit Veranda und dachten, damit doch einen guten Fang gemacht zu haben. Wer konnte ahnen, dass es am nächsten Tag eine ganze Ferienwohnung für 40 Euro bekommen würden? Dachbalkon inklusive!

Lausitz: Cottbus, Talsperre Spremberg, Teichlandschaft und Stausee Bautzen - vergessene Landschaften, könnte ich es nennen. Das letzte Mal bin ich hier im Jahr 2000 vorbeigeradelt und war mir gar nicht mehr bewusst, wie schön es eigentlich ist. Am Sandstrand liegen und den Familien beim Planschen zuschauen, dazu braucht man gar nicht an die Ostsee fahren! Und dann die Kiefernwälder - da werden Erinnerungen an Ferienlagerzeiten wach. Nur der Gegenwind zwischen Halbendorf und Großdubrau, den hätt ich mir gern erspart...

Zu erwähnen sei folgendes Gespräch, was ich nach dem Postkartenkauf in Burg/Spreewald belauschen konnte: Er und Sie kommen aus dem Bücherladen, er hat zwei Bücher in der Hand. Sie - "Was hast Du denn da für nen Quatsch gekauft?" Das macht mich natürlich neugierig, welches Buch würde ich denn als Quatsch bezeichnen? Diät- und Lebensratgeber vielleicht? Seine Antwort ist jedenfalls seeehr aufschlussreich: "Na Bücher!" Jetzt sagt sie ihm gleich, dass sie dass selbst sehen kann, denke ich. Aber es kommt besser: "Na so'n Quatsch." Ob sie manchmal liest?

Montag, 18. August 2008

Umbenannt

Da ich soeben mein Blog wieder umbenannt habe, möchte ich einmal auf zwei interessante Umbenennungen in der Dresdner Unternehmenslandschaft hinweisen: Die ehemals städtische WOBA heißt jetzt Gagfah - das erinnert im Sächsischen sehr stark an menschliche Ausscheidungen - und das frühere Mercure Hotel nennt sich jetzt passend dazu Pullman. Öffentliche Toiletten gibt es in der Stadt trotzdem kaum.

Samstag, 16. August 2008

Armes Stadtfest

Seit Tagen habe ich mich auf das Wochenende gefreut: Bühnen mit Musik- und Tanzvorstellungen, Stände mit allerlei kulinarischen Verführungen, Hüpfburgen, Kletterwände, Personen in historischen Gewändern - kurz, auf das Stadtfest Dresden. Nicht zuletzt blickte ich besonders dem heutigen Tag freudig entgegen, denn abends sollte am Elbufer der DDR-Klassiker "Heißer Sommer" laufen. Eintritt frei.

Aber der Wettergott lachte uns alle mal wieder aus. Trockenen Fußes schaffte ich es früh mit meiner Freundin zum Albertplatz, von wo wir uns vorbei an diversen Stände und Ständchen zum Goldenen Reiter vorarbeiteten. Schon dort fing es an zu nieseln und als wir nach 10 Minuten unser Mittagsziel erreicht hatten, hätte man eigentlich schon einen Schirm aufspannen sollen. Armes Stadtfest, dachte ich mir, Du erreichst wohl dieses Jahr nicht Deinen Besucherrekord!

Den Spaß an der Stadtkultur haben wir uns trotzdem nicht nehmen lassen: das Rathaus öffnete seine Pforten für Bürger und Vereine. Zuerst betrachteten wir skeptischen Auges das Stadtmodell im Ausstellungsbereich der ersten Etage, dann ließen wir uns "Tafel"-Kuchen schmecken und schließlich gab's sogar noch eine Lesung des Dresdner Schriftsteller Gerd Künzel. Trotz Regen also doch ein ganz erfolgreicher Nachmittag.

Nun, der Regen ist fürs Erste vorbei, doch die Wolkendecke macht mir immer noch Angst - mal sehen, ob ich das Kino heut abend trocken überstehe...

Donnerstag, 14. August 2008

Zitat

"Und sie las und las und las, aber sie stopfte sich mit Buchstaben voll wie ein unglückliches Kind mit Schokolade."

Aus: "Tintentod". Damit stopf ich mich grad voll.

Montag, 11. August 2008

Letzte Nacht im Rotlichtmilieu...

Um mal etwas für die sächsische Bildung zu tun, erkläre ich heute den Begriff "Boofe". Aus dem einfachen Grund, dass ich gestern mein erstes Mal hatte - Übernachten unterm Fels versteht sich.

Die "Boofe", abgeleitetes Substantiv von "boofen", ist in der Sächsischen Schweiz die Bezeichnung für ein Biwak ohne Zelt unter Felsvorsprüngen. Da vom Sandstein durch Erosion immer noch ein wenig Sand in diesen Lagerplätzen liegt, ist das ganze auch recht bequem. Und vor allem schön, wenn man wie wir gestern gutes Wetter, eine schönen Ausblick auf Klettergipfel hat und selbst noch einen leichten erklimmen kann.

Aber zurück zur Herleitung. "Boofen" kommt vom sächsischen "pofen", was tief und fest schlafen bedeutet. Laut "Kleinem sächsischen Wörterbuch" wiederum ist letzteres Wort aus dem Rotwelschen entlehnt, wo es nun "puffen" heißt. Soll das heißen, so ganz ohne wortverzerrende Umleitungen, dass ich heut nacht in einem "Puff" geschlafen habe?!?

Samstag, 9. August 2008

"Ich hab getanzt heut nacht"...

Nein, dies wird keine Kritik zu "My fair lady", auch wenn ich das Musical sehr schön finde - ich hab tatsächlich getanzt!

Anlass war der Polterabend eines Bigband-Kollegen im Beach Club Freiberg. Passend zum Namen des Veranstaltungsortes hatten wir Bigbändler uns in luftigen Sommersachen und obligatorischen schwarzen Oberteilen eingefunden, um ein bisschen Musik zu machen. Wer konnte ahnen, dass die Wetterfee eine kühle Sommernacht vorgesehen hatte? Nach der Hälfte unseres musikalischen Programmes war ich so durchgefroren, dass ich erstmal die Seiten wechselte und zur eigenen Musik einen Walzer getanzt habe. Mehr oder minder erfolgreich ;)

Nachdem wir unser Musikprogramm beendet hatten, wärmte ich mich an offenen Feuer, Kaffee und wechselte schließlich in die zum Festsaal umfunktionierte Beachvolleyballhalle. Dort tanzten schon zwei zu lateinamerikanischen Rhythmen. Ich hab dann versucht, es ihnen gleichzutun und fand mich in der Rolle des "Darf ich bitten"den wieder. Und so kam es, dass wir Bigband-Damen abwechselnd mit den wenigen tanzwilligen Bigband-Herren durch den Raum kreiselten und den armen DJ bis 2:00 Uhr morgens zum Auflegen zwangen...

Ich hoffe, das Brautpaar hat nächste Woche ebensoviel Spaß beim obligatorischen Hochzeitstanz.

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Der Artikel gefällt mir...
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deprifrei-leben - 4. Mär, 23:13
Danke für den Artikel....
Danke für den Artikel. Er trifft m.E. so manchen Nagel...
Waldwuffel (Gast) - 4. Mär, 22:04

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