... auf der Frauenkirche: Eine Touristin blickt hinunter auf den Neumarkt, wo ein großes Baugrubenloch klafft: "Sieh mal, Ground Zero von Dresden!"
... in der Bahn nach Freiberg: eine asiatische Familie sitzt auf den Vierern vor mir, sie wollen nach Nürnberg, unser Abteil wird aber in Hof abgekoppelt. Die Schaffnerin schaut auf die Fahrkarte, liest Nürnberg, sagt: "You are in the wrong train. The train to Nürnberg is vorne." Und geht weiter!
MuTZelchen - 5. Aug, 15:00
Da hat man mal eine Prüfung um 11:15 Uhr, muss also nicht früh um sechs aus dem Bett kriechen - und dann? Ist man trotzdem halb sieben wach. Nicht wegen der Nervosität, nein, die hält sich in Grenzen. Wegen einer Fliege, die summend, krabbelnd und kitzelnd immer wieder meine freiliegenden Gliedmaßen zum Wachwerden anregt. Als sich dazu noch ein riesiges brummendes mottenähnliches Wesen dazugesellte, war es aus mit meiner Geduld.
Lieber Schöpfer dieser Erde, bitte erbarme Dich und schaffe mir dieses Viehzeug zumindest an Prüfungstagen von der Erde! Oder lass sie tagaktiv werden, wobei der Tag nicht vor 9:00 Uhr zu beginnen habe...
MuTZelchen - 4. Aug, 10:12
Obiger Satz gilt sicher ein Studium lang, bis eben die letzte Hürde geschafft ist. Und selbst dann kann es sein, dass man irgendwann noch einmal einen Eltern-, Einbürgerungs-, Fahr-, Sprach- oder sonstigen Test bestehen muss. Ich jedenfalls durfte heute einmal wieder beweisen, dass ich des Taschenrechners und meiner grauen Zellen würdig bin und habe die Theorie der Produktionslogistik hoffentlich erfolgreich hinter mir gelassen. Ab jetzt beschäftige ich mich mit der Beschaffung - da kann man mir keine ABC für ein XYZ vormachen (kleiner Scherz am Rande für eingeweihte Materialwirtschaftstheoretiker).
Um mein Dasein als sich in die Materie vertiefendes Wesen einmal zu beschreiben, so verlief mein bisheriger Tag:
6:10 Der Wecker klingelt. Ich drück ihn für 8 Minuten weg und stehe dann auf.
6:55 Nach Haferflockenfrühstück und einem Blick auf die Uhr schwinge ich mich auf mein Rad und fahre zum Hörsaal, wo 7:30 eine Klausur stattfinden soll.
7:05 Natürlich bin ich viel zu zeitig da. Warten
9:35 Klausur geschafft, noch kurz mit Kommilitonen gequatscht. Danach in die Neustadt.
11:00 Wohnungsbesichtigung. Mal sehen...
12:00 Mensabesuch und Sichten der letzten Kapitels des Beschaffungslogistik-Skriptes. Plausch mit einem Bekannten vom Schwedischkurs. Nej vad trevlig!
14:30 Besuch meiner ehemaligen WG. Es gibt Kaltschale von Nachmieters Mama, Kaffee, Plausch und letztendlich noch ein Buch und einige Filme, die mir die nächste Woche versüßen werden.
15:30 Wieder daheim, voll motiviert. Aber erstmal muss ich ja noch bloggen ;)
In diesem Sinne verabschiede ich mich mal wieder in die Lern-Wüste!
MuTZelchen - 30. Jul, 15:23
Jetz' muss ich mal was dichten
Ich sage nur: mitnichten
Mit Neffen ist's nicht besser
Ich leg mich unters Messer
Ich brauch ne Nasenop'ration
Besorgt mir einen Nasenklon!
Dem Schnupfen will ich trotzen
Seit Tagen muss ich rotzen.
Das sollte man beheben
ich will im Sommer leben!
Und baden gehen, eins, zwei, drei
Dazu brauch ich die Nase frei.
MuTZelchen - 28. Jul, 20:58
... dann macht man immer ganz viele andere Sachen. Der Putzwahn ist zwar bei mir noch nicht ausgebrochen, dafür hab ich in letzter Zeit viel gelesen und Filme geguckt, war mehrmals bei einer ebenfalls lernenden Freundin zu Besuch, habe meine Omas in Bautzen besucht, Freunde zum Plinsen-Essen eingeladen und heute früh sogar noch ein wenig Umzugshelfer gespielt.
Und nun, wo ich eigentlich hochmotiviert bin, macht mein Körper nicht mit. Seit gestern abend habe ich Halsschmerzen, die ich mit Erkältungstee bekämpfe. Außerdem heute meine wiederkehrenden Kopfschmerzen (ich will es noch nicht einsehen, eine Migräne ausgebildet zu haben), gegen die ich mit Kaffee vorgehe. Insgesamt habe ich heute schon sicher zwei Liter Flüssigkeit in meinen Organismus geschüttet.
Nun sind das alles gute Ausreden, aber es wird wirklich Zeit zum Lernen. Das schlechte Gewissen lässt sich nicht ewig hinauszögern. Also ran ans Werk!
Nachtrag: nachdem ich gestern nacht noch halbwegs fit auf eine Party und halbwegs fertig wieder nach Hause gefahren bin, hat mich mein Körper inzwischen eingeholt. Schnupfen im Anfangsstadium, noch nie habe ich bei 30°C so viele Taschentücher verbraucht. Gelernt habe ich trotzdem ;)
MuTZelchen - 25. Jul, 18:02
Man möge es mir verzeihen, wenn dies hier eine Ansammlung von Buch- und Filmkritiken wird. Aber wenn man ein Buch nicht weglegen kann, obwohl man das Ende schon kennt und die Formulierungen Schmunzeln, Gänsehaut und gar Tränen hervorrufen, so ist es eben erwähnenswert.
Es geht um drei Menschen in Paris, die sich, vom Leben und von Erinnerungen gebeutelt, zu einer WG in einer 100qm-Wohnung zusammenraufen. Eine magersüchtige Künstlerin, ein stotternder Adeliger und ein ständig fluchender Koch, der sich an seinen freien Tagen um seine Oma kümmert. Während sie am Anfang noch nebeneinander herleben und die jeweils anderen als komische Käuze betrachten, wachsen sie später regelrecht zusammen und verhelfen sich gegenseitig zum kleinen Glück.
Was mich an diesem Buch so umhaut, ist die Erzählweise, man kann den Figuren regelrecht nachfühlen. Besonders dem fluchendem Koch! Außerdem musste ich ständig denken: "Das ist ein gutes Zitat, das kommt ins StudiVZ". Das fängt ja schon beim Titel an - zusammen is(s)t man weniger allein ;)
Wer sich die Zeit zum Lesen nicht nehmen will, kann auch den gleichnamigen
Film mit Audrey Tatou in der weiblichen Hauptrolle sehen. Habe ich vorher auch schon gemacht. Allerdings kommt er an das Leseerlebnis nicht ran...
MuTZelchen - 24. Jul, 16:05
So heißt der Film, den ich mir gerade zum zweiten Mal angeschaut hab, nachdem ich ihn am Donnerstag vor lauter Erzählen mit einer Freundin gar nicht so richtig Beachtung schenken konnte. Und obwohl wir den Plot -
Mann kommt geschäftlich zurück in sein Heimatland, trifft scheinbar zufällig seine Exfreundin wieder und erfährt, eine erwachsene Tochter zu haben (den Rest verrat ich jetzt nicht) - grob verstanden haben, hat mich der Streifen so beeindruckt, dass ich ihm hier diese Zeilen widme.
Im Gegensatz zu vielen Filmen, die sich mit dem Thema Liebe und Familie auseinandersetzen, wird hier nicht schwarz-weiß gemalt. Die Charaktere haben eben Charakter, und da sind nicht nur die gewollten Weltverbesserer, wie ich es einer bin, die Guten. Oder der Wirtschaftsboss der Böse. Hätte man ja annehmen können... ;)
Gedreht wurde "Nach der Hochzeit" übrigens zum Großteil in Kopenhagen, wo ich ja vor kurzem noch herumgestrolcht bin und mich auf zu Hause gefreut habe. Schön, sich da in Bildern wiederzufinden. Also wie gesagt:
sehen!
MuTZelchen - 20. Jul, 22:51
Vorhin war ich beim Prüfungsamt. Ich möchte und werde nämlich vom Studienfach Wirtschaftsmathematik zu Mathematik wechseln. Warum?
Weil:
- die meisten Leute sich nichts unter Wirtschaftsmathematik vorstellen können oder denken, ich studiere BWL mit ein bisschen Mathematik (in Wirklichkeit ist es aber Mathematik mit ein bisschen mehr BWL)
- der Titel "dipl.math." einfach mal besser klingt als "dipl.math.(Wirtschaftsmathematik)"
- ich mir somit eine BWL-Prüfung erspare
- mir nun im Hauptfach Mathematik wesentlich mehr Wahlmöglichkeiten gelassen werden, was Vertiefungen und Prüfungskombinationen angeht
- und ich sogar nur drei statt vier Mathematikprüfungen ablegen muss
Während ich noch in der Warteschlange stand, traf ich einen Kommilitonen. Ein zukünftiger Wirtschaftsmathematiker, einer von denen, die zielstrebig und erfolgreich auf einen Platz in der Wirtschaft hinstudieren. Ich erzählte ihm von meinen Plänen, gewürzt mit dem zugegebenermaßen nicht so intelligenten Spruch "Ist doch einfacher!"
Sein Kommentar
"Das ist also Dein Anspruch."
Ja, das ist er! Ich möchte nämlich
mathematisch tätig werden. Ich möchte mich auf die Fächer, die ich belege, richtig konzentrieren können und nicht jeder
verpflichtenden Prüfung hinterherhetzen. Ich möchte Fächer zusätzlich belegen, weil sie mich interessieren und nicht, weil es eine Studienordnung vorschreibt. Habe ich bisher auch getan.
Was mich an diesem Spruch so aufgeregt hat, ist diese Art, wie "wir Wirtschaftsmathematiker" uns manchmal über andere hinwegsetzen. Weil ja unser Studienfach einem sooo viel mehr als andere abverlangt. Weil wir
mehr machen als andere und damit
besser sind. Pah, Ingenieure und BWLer, Ihr Halbwissenden... und Physiker? Ich sage nur:
"Gestatten, Elite"
MuTZelchen - 17. Jul, 15:33