Sie mache sich Sorgen, verriet mir meine Mutter gerade durch die Blume (oder besser gesagt, durch's Telefon), indem sie auf mein Blog anspielte, dass ja seit einigen Wochen ein recht tristes Dasein fristet. Aus "Ab nach Dresden!" ist "Ab in die ewigen Jagdgründe geworden" und ich muss zugeben, ich weiß noch nicht, ob es da nicht auch hingehört. Irgendwie bin ich zuwenig aufmerksam, um Berichtenswertes aus der Stadt der Städte niederzuschreiben. Oder aber ich bin gar nicht in Dresden, sondern anderswo unterwegs und müsste eigentlich den Titel ändern.
Am Montag zum Beispiel, da war ich unterwegs nach Marburg - einfach mal raus aus der Groß- in die Mittelgroß-Stadt, wo ein Freund ein Vorstellungsgespräch und ein anderer Freund seinen Wohnsitz hatte. Es wurde ein schöner Abend, gefolgt von einem schönen Morgen und interessanten Gesprächen rund um das Thema "Beziehung" (das mich derzeit in seiner Omnipräsenz verfolgt). Für mich gut zu wissen: auch die Jungs haben es damit nicht leicht ;)
Die Anekdote zum Ausflug jedenfalls ereignete sich in einem hessischen McDonalds: im McCafé unterhielt sich die Bedienung lautstark mit einem Kunden über Äußerlichkeiten: "Ja, eigentlich mag ich es eher natürlich, ich fahr jetzt im Styling zurück. Das tut ja auch den Haaren nicht gut Leider kann ich gar nicht ausführlich genug beschreiben, wie natürlich die Dame tatsächlich war - solariumgebräunte, strähnchengefärbte und makeup-affine Mittzwanzigjährige reicht hoffentlich zur Vorstellung.
Aber zurück zur Zwischenbilanz: ich weiß nicht, wie oft und wie lange ich hier noch schreibe, denn das Leben will ja auch einige Bilanzierungen. So zum Beispiel das Finanzamt, bei dem ich mir heute kleinlaut die Steuererklärungsvorlage für 2008 und 2007 abgeholt habe...
MuTZelchen - 12. Feb, 19:56
Ich hab ja so ein Faible für Geschäftsideen: den Service der
Frühstückszwerge find ich auf jeden Fall mal kreativ und bin gespannt, wann ich ihnen das erste Mal begegne.
Nachtrag: aber das in Frühstücksbeuteln eine BILD sein muss, das seh ich nicht ganz ein...
MuTZelchen - 27. Jan, 13:09
Heute nacht konnte ich mal wieder kein Auge zu tun, denn ich hatte meinen ersten
Bodo-Wartke-Abend zu verdauen. Herr W., Klavierkabarettist aus Bad Schwartau und nunmehr wohnhaft in Berlin, war nämlich gestern abend zu Gast im Schauspielhaus und ich bin mehr als froh, dass ich die 17 Euro für einen Platz im zweiten Rang ausgegeben habe.
Das Programm eine Mischung aus musikalischer Dichtung, Steptanz, Lesung und Standup-Comedy. Und immer wieder diese unglaublich genialen Reime - ich sage nur
"Reise nach - Eisenach"! Wie kommt man da drauf? Das hätte ich ihn vielleicht nach der Vorstellung im Foyer fragen sollen, wenn ich nicht im Zustand der hiesigen
Titelzeile geschwebt hätte...
MuTZelchen - 23. Jan, 14:07
In der Uni Köln gibt es jetzt, einen Professor, der
rappt. Um genau zu sein, dichtet er Paragraphen in Reime, damit sich der Gesetzesstellen leichter lernen assen. Erinnert mich irgendwie an die Texte zum Erinnern der ersten [n] Stellen der Zahl Pi, hier auf Französisch:
Que (3) j(1)'aime(4) à(1) faire(5) apprendre(9) ce(2) nombre(6) utile(5) aux(3) sages(5)!
Einer meiner Professoren gab sich letzten Dienstag auch ganz besondere Mühe - statt Hemd und Krawatte trug er ein T-Shirt und darüber einen Pullover, dem er sich am Ende der Vorlesung entledigte ("Striptease" nannte er das). Zum Vorschein kamen drei Buchstaben, die wir uns in Verbindung mit einem mathematischen Satz merken sollten. Genutzt hat es trotzdem nichts - ich hab sie leider vergessen!
MuTZelchen - 22. Jan, 00:00
Obwohl ich mich ziemlich sicher in der englischen Sprache fühle, habe ich gerade noch einmal nachgeschaut, ob es für "Slam" noch eine andere Übersetzung als die obige gibt. Immerhin, eigentlich bezieht sich das Zuschlagen nicht auf Bücher, sondern Türen - passen tut es im Kontext dennoch!
Gemeint ist der letzte Roman von Nick Hornby, "Slam". Aus der Perspektive eines knapp 18-jährigen Skaters aus London erzählt sich die Geschichte einer Teenage-Schwangerschaft, und das im doppelten Sinne. Denn die Hauptperson wird nicht nur selbst mit 16 Vater, die zukünftige Großmutter ist auch erst 32. Statt einem klischeehaften Unterschichtenbild gibt Hornbyischen Humor und Lebensweisheiten:
"I knew I was a coward, but sometimes you have to be a coward, don't you? There's no point in being brave if you're just going to get destroyed.
Was mich Hornby immer wieder begeistert, ist der Sprung zwischen den Zeiten, zwischen Erzählperspektiven ("A long way down" - vier Fast-Selbstmörder erzählen) und Erzählformen (Tagebuch? "Fever Pitch"). Auch in "Slam" ist ihm das mal wieder gelungen - mal wird die Hauptperson in die Zukunft gebeamt, mal spricht sie mit dem Leser und trotzdem wirkt es, als sei alles wie aus dem Leben gegriffen, normal eben bis auf die Situation mit dem Vaterwerden.
Ich empfehle mal wieder: lesen!
MuTZelchen - 21. Jan, 16:32
Der Dresdner Student kennt das Phänomen "61", DIE Buslinie schlechthin. Als Verbindung zwischen zwei zentralen Umstiegspunkten, nämlich der Haltestelle Tharandter Straße und dem Wasaplatz, ist sie für Fahrradfaule ein Muss auf dem Weg zur Uni. Und obwohl sie im gefühlten 2-Minuten-Takt kommt, gibt es streckenweise Platzkämpfe und immerwährende böse Blicke auf diejenigen, die sich durch Drängeln und Drücken noch hineinzwängen in den überfüllten Bus. Mit genügend Dreistigkeit schafft man es nämlich schon, auch zu Stoßzeiten einen Platz in der Sardinendose zu finden ;)
Um vom Salsakurs in Löbtau zurück an den Wasaplatz zu kommen, habe ich heute mal eine Alternativroute gewählt. Es handelte sich zwar auch um eine "Direktverbindung" - also ohne Umsteigen - , hat aber etwa dreimal so viel Zeit gekostet wie mit der 61. Zeit, die sich gelohnt hat: die Busnummer 89 führte mich durch das gefühlte ganze Süd-Dresden, vorbei an Plattensiedlung (Südhöhe), altem Ortskern (Mockritz) und Villenviertel (Plauen). Kleinstadtflair neben Großbürgertum, Kaufland neben Dorfplatz - auch wenn es nur eine Fahrt nach Hause war, ein wenig Stadtrundfahrtgefühl ist hängengeblieben und macht Lust auf die nächste Erkundungstour mit den Dresdner Verkehrsbetrieben.
MuTZelchen - 19. Jan, 20:29
Seit Anfang Dezember hat sich in meinem Zimmer einiges verändert. In chronologischer Reihenfolge ein paar visuelle Eindrücke:
Mein Hochbett! Und nicht zu vergessen, darunter ein Tisch für Spieleabende sowie ein CD-Regal über der Kommode.
Gardinen in der richtigen Farbe, Länge und vor allem: blickdicht ;)
Eine in professioneller Handwerkerei gefertigte Leiter, die bombenfest in der bröseligen Wand verankert ist.
Danke an die Hilfe an die vielen hilfreichen Hände und das Köpfchen bei der Lösung schwerwiegender bautechnischer Probleme!
MuTZelchen - 18. Jan, 21:15
Et voilà, mein erster und voraussichtlich letzter Blog-Fragebogen:
Zugenommen oder abgenommen?
Ab. Ein halbes Kilo ;)
Haare länger oder kürzer?
Minimal länger
Kurzsichtig oder Weitsichtig?
richtigsichtig
Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr, aber auch mehr verdient.
Mehr bewegt oder weniger?
Erst weniger, dann mehr, zuletzt weniger.
Der hirnrissigste Plan?
Mit einem großen Rucksack auf dem Rücken die Sozia auf einem Motorrad zu spielen. War schlechtes Schauspiel, sorry!
Die gefährlichste Unternehmung?
Wir ersetzen "gefährlich" durch "saublöd": das Zelt irgendwo in die schwedische Pampa zu stellen und sich den Weg dahin nicht gut zu merken...
Der beste Sex?
Und Ihr?
Die teuerste Anschaffung?
Meine Kamera.
Das leckerste Essen?
Mir fällt's beim besten Willen nicht ein... die Gemüsequiche war ganz toll!
Das beeindruckendste Buch?
"Zusammen ist man weniger allein"
Der berührendste Film?
"Nach der Hochzeit". Kann aber an übermäßiger Emotionalität meinerseits gelegen haben ;)
Die beste CD?
Kann man die noch kaufen?
Das schönste Konzert?
Jubiläumskonzert der TU Big Band am 29.11. - Full House!
Die meiste Zeit verbracht mit …?
Micha, meinem Mitbewohner in Schweden.
Die schönste Zeit verbracht mit …?
Freunden!
Vorherrschendes Gefühl 2008?
himmelhochjauchzendzutodebetrübt
2008 zum ersten Mal getan?
In Schweden gelebt.
2008 nach langer Zeit wieder getan?
Einen Tanzkurs belegt.
3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
... sind 3 Dinge, die die Welt nicht zu wissen braucht.
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Hier fallen mir nur missinterpretierbare Dinge ein :(
Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Kann ich nicht beurteilen... geb mir doch immer Mühe!
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Das Federbett zum Nikolaus.
Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Nicht der schönste, aber der einprägsamste: "Wann hast Du Dir das letzte Mal so richtig einen Baum angeguckt?"
Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Öhm - kein Ahnung.
2008 war mit einem Wort …?
...abwechslungsreich!
MuTZelchen - 8. Jan, 23:10