"Sie haben versucht, die Telefonseelsorge anzurufen. Wir befinden uns gerade in einem Gespräch. Bitte rufen sie später wieder an."
Man ersetze das Wort "Telefonseelsorge" mit "Feuerwehr" und stelle sich vor, welches Haus gerade abbrennt...
MuTZelchen - 7. Jan, 16:39
Die Kirche und ich, wir haben ein ganz besonderes Verhältnis. Aufgewachsen in einer nicht ganz so christlichen Familie, erinnere ich mich an meinen ersten "bewussten" Gottesdienst in der Maria-Martha-Kirche zu Bautzen. Mitgenommen hatte mich ein Nachbarskind, das öfter von der Christenlehre geschwärmt hatte. Oder doch meine Eltern?
Gesungen wurde jedenfalls immer wieder eine Zeile: "Lobet den Herrn, Halleluja!" und die hat sich mir ziemlich eingeprägt, zusammen mit meiner bildlichen Vorstellung des Gesungenen. Ein älterer Herr im Mantel, der hinter einer Schulbank sitzt, eine Julia, die mit Zeigestock an der Tafel hantiert und ab und zu auf den Mann zeigt und ihn lobt. Verstanden hatte ich also "Lobe den Herrn, Julia!". Das gefiel mir, und so bin ich ab der ersten Klasse regelmäßig in die Christenlehre gegangen und habe sogar meine Schwester zeitweise angesteckt.
Ein anderes Mal durfte ich das Wochenende bei der Familie meines Patenonkels verbringen und dort lernte ich, dass Gott das Essen "kalt werden lässt", jedenfalls habe ich es meinen Eltern nachher so erzählt. Ich hatte nämlich vor dem Tischgebet mit essen anfangen wollen und mir dabei die Zunge verbrannt.
Auch dieses Jahr habe ich wieder dazu gelernt, ich war nämlich zu Weihnachten in der Kirche. Nicht zum Krippenspiel, denn "das ist was für Kinder", sondern im katholischen Gottesdienst zur Christnacht. Während der Heiligen Kommunion blieb ich als Nicht-Katholik sitzen und um den Vorbeilaufenden den Weg zu vereinfachen, stellte ich meine Tasche hinter die Kniebank. Ein Lied und ein Gebet später roch es auffallend nach Gummi - das Kunstleder hatte sich nicht so gut mit der Heizung verstanden und sich verflüssigt. Die Nebensitzenden fanden das recht lustig und erzählten mir von verformten Schuhsohlen und -absätzen. Merke also: der Bereich hinter der Kniebank ist tabu. Gottseidank weiß ich das jetzt ;)
MuTZelchen - 27. Dez, 09:21
Tja, wer Bürgermeister einer Weltmetropole ist, darf es sich nicht mit der Bevölkerung verscherzen und wünscht daher vorsorglich alles Gute zum Fest. Bei der nächsten Wahl denkt sich dann vielleicht der ein oder andere Wiener: "Na schau, der hat mir a gut's Jahr g'wünscht, den wähl ich wieder!"
In dem Sinne möchte ich mich dem Herrn Häupl anschließen und wünsche Euch ein frohe Weihnachten!
MuTZelchen - 22. Dez, 21:58
Eine Meldung von Hauptstadt zu Hauptstadt: wenn die Prognose Wikipedias eintritt, und das in Wien gefloppte Musical "The Producers" nach Berlin umzieht, ist es nicht - ich wiederhole: NICHT - zu empfehlen. Als Fan des Unterhaltungstheater hab ich mich wirklich auf ein Stück Kultur in der österreichischen Metropole gefreut und war dem Humor des Mel Brooks dann wohl doch nicht gewachsen. Soviele Hakenkreuze, ausgestreckte rechte Arme und auch flachen Witze habe ich noch nie an einem Abend gesehen. Satire hin oder her, unser Urteil war dreieinig!
Katharinas Beitrag zu den letzten Zeilen:"Na, das ist nicht vernichtend genug: Grausam!"
Einen schönen vierten Advent aus Wien!
MuTZelchen - 21. Dez, 01:12
Verdammt wahr, besonders was die Geschwindigkeiten angeht: bergab geht's total schnell und dann braucht man ewig, um wieder hoch zu kommen. Nur, dass im Gegensatz zum Achterbahnfahren bergauf im Leben mehr Spaß macht ;)
MuTZelchen - 18. Dez, 22:20
Es ist mal wieder Zeit für ein wenig Schweden-Kunde, denn heute ist der 13. Dezember, Tag der
Heiligen Lucia von Syracus. Kürzester Tag im Julianischen Kalender und Tag der Wahrheit für kleine Schwedinnen, denn nur eine darf mit Lichterkrone im Haar die Luciaprozession anführen, die anderen müssen sich mit einer Kerze in der Hand begnügen. (Als man mir das im Schwedischunterricht erzählte, musste ich an die Sorbische Vogelhochzeit denken und dass ich immer nur der Storch oder der Uhu war...)
Jedenfalls werde ich heute auch ein wenig lichteln:
Nachtrag: als ich den Beitrag veröffentlichte, war schon der erste Gast von dreien anwesend und ich wollte doch ein guter Gastgeber sein... auf dem Bild sieht man übrigens neben Tischdecke, Kerzen und Elchen ein paar pseudo-schwedische Leckereien, nämlich Köttbullar, Kartoffelsalat, Gille-Kekse und Marabou-Schokolade. Dazu gab's Glögg von Ikea und zwei schwedische Filme, deren Humor seeeehr speziell war. Googelt mal nach "Das jüngste Gewitter"!
MuTZelchen - 13. Dez, 19:20
Sie ist komisch, diese Adventszeit. Jeden September denke ich mir, "Typisch Konsumgesellschaft - wieder der ganze Weihnachtskram!" und drei Monate später stelle ich fest, dass ich zwar konsequent geblieben bin und nichts davon gekauft habe, mein Zimmer aber immer noch ungeschmückt sein Adventsdasein fristet. Im besten Fall habe ich schon ein paar Plätzchen gebacken, im schlechtesten habe ich nur welche gegessen.
Diesmal bin ich ziemlich nah dran am Worst Case - ein Pfefferkuchenhaus hat vor drei Wochen meine Zuckerhandschrift kennengelernt, abgesehen davon habe ich mich nur mal im Vorbeigehen an Glühwein und den ganzen Leckereien bedient. Weihnachtsgeschenke? Öhmmm...
Irgendwie hab ich aber auch gar keine Lust auf das Wettrennen mit Santa Claus. Soll der sich doch schön abmühen und in seinem Schlitten arme Rentieren triezen (dabei haben die noch Glück, in Lappland wären sie Döner geworden!). Ich vertage meine Adventszeit einfach auf die freie Woche und werde in der Woche vor Silvester noch ordentlich lichteln, backen und vor allem "besinnlich" sein. Wer es mir gleichtun möchte, ist herzlich nach Dresden eingeladen!
Übrigens ein obligatorischer Weihnachtsfilmklassiker: "Single Bells" mit Martina Gedeck - ich lieeeebe diesen Film!
MuTZelchen - 10. Dez, 16:19
Ich wünsche allen Lesern eine schöne Adventszeit und empfehle nach BAT (BratApfelTestung) das Warmobst vom Bratapfelstand in der Münzgasse Dresdens. Konkrete Testergebnisse können auf Anfrage nachgereicht werden ;)
MuTZelchen - 30. Nov, 20:48