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Reisen

Donnerstag, 28. Mai 2009

Happy days in Roma!

Was waere ein studentischer Urlaub ohne ein bisschen Abenteuer? Oder ein Hostel in einer europaeischen Metropole ohne Amerikaner? Oder Italien ohne Gelato?

All diese essentiellen Dinge habe ich in diesen ersten 24 Stunden schon erleben, sehen oder schmecken duerfen und so sitze ich nun vor dem Computer des Hostels "HappyDays", deren spanisch-franzoesische Betreiber uns gestern eròeffnet haben, dass sie unsere Buchung nicht erhalten haben. Nachdem wir noch "die letzten freien Betten" fuer die erste Nacht zum doppelten urspruenglich vereinbarten Preis ergattert hatten, muessen wir heute nacht in das Zimmer zur Strasse umziehen und haben von Hostelseite aus noch keine gesicherten Uebernachtungen ab Freitag nacht.

Nachdem ich Freunde antelefoniert und im StudiVZ nach Wohnungsangeboten gesucht habe, versuchen wir es nun auf "konventionelle" Weise: wir haben im Internet eine Ferienwohnung gefunden, die uns pro Nacht und Person fuenf Euro mehr als das Hostel abverlangt, aber immerhin ein eigenes Bad, eine eigene Kueche und damit einiges mehr an Komfort bietet. Gebucht haben wir auch schon.

Interessanter Kommentar zur Empfangsbestaetigung: "Bitte speichern Sie diese Seite oder notieren Sie sich die Buchungsdetails (denken Sie an die Umwelt, bevor Sie drucken)."

Mittwoch, 1. April 2009

Rückblick: Lyon-Grenoble-Paris

Wenn man schonmal Zeit, Kleingeld und Freunde in Europa hat, dann sollte man das nutzen. Teil zwei der Reise führte mich also in die Region Rhône-Alpes und auf dem Rückweg nach Deutschland sogar nach Paris...


Frankreich, wie es leibt und lebt: im Streik. Am ersten Tag wurde ich am Platz Bellecour Zeuge der Studentendemonstration gegen das neue Hochschulgesetz, die nicht wie in Dresden als Aufmarsch, sondern als buntes Markttreiben mit allerlei Musik und Stimmung ausgestaltet wurde. Als ich abends dann bei meinem Couchsurfing-Gastgeber erzählte, dass ich am nächsten Tag mit der Bahn weiter in Richtung Grenoble wollte, meinte er ganz trocken, dass ich da Glück haben müsste, denn für den Donnerstag sei der Generalstreik in Frankreich ausgerufen. "la grève" - der Streik - dieses Wort hat sich ab nun fest in mein Französischvokabular eingebrannt.


Dem Generalstreik bin ich und ein Bekannter, den ich vorher vom Bahnhof abgeholt hatte (er kam mit einem Eurolines-Bus an!), letztendlich entkommen, indem wir zu Fuß zur Basilika auf den Lyoner Berg estiefelt sind und uns das ganze von oben angeschaut hab. Ich bin mir nicht sicher, was beeindruckender war, die übermäßig prunkvoll ausgestattete Kirche oder das Treiben da unten?


Es folgten ein Tag Ausspannen, Neuigkeiten austauschen und Sonne genießen in Bourgoin-Jallieu, wo unsere Gastgeberin gerade als Sprachassistentin in der Schule arbeitete. Abends ging's auf ein Konzert vom Chansonnier Camel Arioui, der mit seinem Lied "Je me souviens" an vergangene Französischstunden erinnerte, indem er die Konjugation des Verbs "souvenir" durchexerzierte. Außerdem demonstrierte er uns live die Bedeutung des Verbes "chalouper", das wir eine Gruppe fünf deutsch-italienischer Ausländer nicht verstanden hatten. Ich besitz jetzt obiges Poster und eine CD ;)


Am nächsten Tag ging's nach Grenoble, wo gerade das ein Jazzfestival stattfand. Insgesamt vier Konzerte konnten wir kostenlos mitnehmen, mein persönlicher Favorit waren diese fünf Stimmungsmacher mit dem schönen Namen "La Clique de Tramassac".


Eins der Konzerte fand oben auf der Grenobler Bastille statt, wohin man am besten mit der kugelförmigen Seilbahn kommt. Da die Franzosen sehr großzügig Jugend- und Studentenrabatte geben, haben wir uns das einfach mal geleistet.


Froschschenkel, was braucht es mehr zu sagen? Vielleicht, dass ich selbst nur ein Beinchen gegessen hab und es nicht meinem Teilzeitvegetariergeschmack entsprach. Falls ich das beurteilen kann, schmeckt's wie Hühnchen.
Mein eigenes Menü allerdings war komfort-züglich! Da hatten sich die 30 km Fahrradtour zum Restaurant und zurück doch gelohnt - Froschschenkel scheint es in der Gegend um Bourgoin nämlich nur auf dem Land zu geben. Wir nahmen an, das läge an fehlenden Froschteichen im städtischen Bereich, aber die Frage nach der Herkunft ließ mich dann doch über den Sinn des Gourmetessens nachdenken - die Frösche waren aus Indonesien.


Hinten im Bild: die übrigbleibenden Knochen. Ich will gar nicht wissen, wieviele Frösche für unser Mahl dran glauben mussten!


Der TGV führte uns über Lyon nach Paris, wo es eine herrliche Aussicht vom Eiffelturm über die Stadt gab. Wir sind Treppen gelaufen, bis auf die zweite Etage, danach geht es nur noch mit einem Aufzug weiter. Das wäre mir dann aber doch zu teuer und vor allem zu warte-aufwändig geworden...


Hier nur ein Beispiel der Paris-in-acht-Stunden-Entdeckungstour. Neben dem Arc de Triomphe waren wir noch am Montmartre, am Notre Dame und abends indisch essen in der Touristenmeile St. Michel. Und was kann man oben am Triumphbogen lesen?


Richtig, "Bautzen" und "Dresde(n)" - da kommen Heimatgefühle auf!

Montag, 30. März 2009

Rückblick: Barcelona

Hier also ein paar Eindrücke aus fünf Tagen Frühling, die ich zwischen dem 11. und 18. März in Barcelona verleben konnte:


Ausblick über die Stadt vom Fuße des Tibidabos, Ausflugs- und zweiter Hausberg (der erste ist der Montjüic) Barcelonas, auf den tagsüber eine Seilbahn fährt. Ich habe mich mit einer Reisebekanntschaft aufgemacht, um ebendiese zu nutzen, war aber 18:00 Uhr schon zwei Stunden zu spät für die letzte Bergfahrt. Stattdessen gab's einen Milchkaffee im hippen Clubcafé, von dem aus man einen herrlichen Ausblick über die zwischen Berge und Meer gedrängte Stadt hat.


Sagrada Familia und die Ramblas kann ja jeder fotografieren, dachte ich mir, und begab mich abseits in eine der vielen südländisch anmutenden Gässchen. Es war gar nicht so schwer, dieses Motiv zu finden, im Prinzip sieht es im gotischen Viertel gleich neben der Haupteinkaufsstraße überall so aus.


Dieses und das nächste Foto sind allein dazu da, den in Deutschland gebliebenen Leser neidisch zu machen - das Wetter war herrlich! Da ich kulturell viel vor hatte, war ich zwar nur zweimal am, und kein einziges Mal im Meer, aber schön war's trotzdem.



Das "Comicmuseum" in der Festung auf dem Montjüic entpuppte sich als Einraumausstellung, die mir extra von einem circa 70jährigen Angestellten aufgeschlossen wurde. Spätestens hier habe ich gemerkt, dass mein Spanisch gerade zum Brötchenbestellen und Wegweiser-Lesen ausreicht, keineswegs jedoch zu einer vernünftigen Kommunikation. Sonst hätte ich die Dame an der Museumskasse vorher sicher besser verstanden und hätte mir die 1,50€ für ein Eis aufgespart...


Überall präsent, DER Architekt Barcelonas: Antonio Gaudi. Dieses Hologramm ist im "extravagantesten und praktischsten Raum, in dem Sie je gewesen sind" installiert, so der O-Ton meines Audioguides im Casa Batllo. Der Raum war ein schlichter Wäscheboden mit kettenlinienförmigen Gewölbe, wie man sehen kann ;)


In Barcelona gibt's natürlich nicht nur touristische Attraktionen und deren Besucher, sondern auch normales Arbeitsvolk. Hier ein Einblick in die Welt einer Geschäftsfrau vom wohl am häufigsten frequentierten Treppenhaus Barcelonas im Casa Batllo. Man beachte: Coke Zero auf dem Schreibtisch.

Sonntag, 22. März 2009

Sonnenbrand und Seelenfutter

Anderthalb Wochen bin ich nun in von Deutschland aus südlichen Gefilden unterwegs und seit dem ersten Morgen in Barcelona musste ich meine Augen zusammenkneifen, um der Sonne standzuhalten. Heute war es dann soweit - nachdem ich mit zwei Freunden den Hausberg Bourgoin-Jallieus, eines kleinen Städtchens zwischen Lyon und Grenoble, erklimmt und vier Stunden lang gepicknickt, geredet und geschaukelt habe, sind meine Wangen nicht mehr pfirsich-, sondern fast tomatenfarben. Nehmen wir es mit dem nötigen Humor und hoffen darauf, dass sich das in zwei Wochen als tiefe Sommerbräune niederschlägt!

Die letzte Woche war im wahrsten Sinne des Wortes eindrucksvoll - begann sie doch in Madrid und endete in der französischen Region Rhone-Alpes. Ich habe mehrere Kunst- und Architekturmuseen besucht, mein kaum vorhandenes Spanisch zum Erklingen und mein früher mal recht gutes Französisch zum Aufwachen gebracht, viele kleine und größere Straßen durchstreift, Menschen aus aller Welt kennengelernt, darunter auch jemanden aus Görlitz (die Welt ist ein Dorf!), Tapas gegessen, Käse verkostet, ukrainischen Wein getrunken, die französische Streikkultur bezeugen können, einen Chansonabend und ein Jazzfestival besucht und daneben noch die Seele baumeln lassen... genau so, wie es im Urlaub sein sollte!

Da ich im Urlaub nicht jeden Tag vor dem Computer verbringen möchte, meine Erinnerungen aber dennoch irgendwo aufschreiben möchte, trage ich nun jeden Tag ein Ringbuch mit mir herum, in die viel Geschriebsel, ein paar Zeichnungen und dazu Eintritts- und Ansichtskarten kommen. Dazu mache ich viele Fotos und freu mich schon auf die komplette Picture Show zuhause am Rechner. Ich hoffe, dass es mir niemand krumm nimmt, wenn gerade er keine Postkarte bekommen sollte - fühlt Euch einfach hiermit herzlich gegrüßt!

Im Moment kochen übrigens drei Artischocken im Salzwasser, die wir heute morgen auf dem Markt gekauft haben. Das Rezept habe ich vom Chefkoch, die Idee aber aus der Normandie, wo ich 2004 die französische Esskultur kennenlernen durfte. Ich hoffe, den anderen wird es genausogut schmecken wie mir damals.

Also dann - a bientot et une bonne semaine à tous mes lecteurs!

Mittwoch, 18. März 2009

En France!

Couchsurfing ist eine feine Sache, und so sitze ich nun in Lyon bei einem Informatiker und versuche mich an meinem Französisch, das ganz schön eingerostet ist... Eindrücke von Barcelona, Madrid und meinem Urlaub folgen!

Donnerstag, 12. März 2009

Como Vicky y Christina...

Yo estoy en Barcelona - ich bin in Barcelona, seit nunmehr über 24 Stunden. Nach anderthalb Tagen Berlin habe ich mich mitsamt Reisetasche und Rucksack am Flughafen Schönefeld in einen Easyjet-Flieger gesetzt, um eine spanisch-französische Städtetour zu beginnen: Barcelona, Madrid, Lyon, Paris - und dann wieder zurück nach Berlin. Mein kleines Öko-Herz musste ich dafür allerdings auf der Strecke lassen, denn ein Interrail-Ticket hätte mich 100€ mehr als die aufsummierten Flugtickets gekostet. Es wird Zeit, dass Kerosin wie normaler Treibstoff versteuert wird...

Heute jedenfalls bin ich erst einmal ein wenig durch die Straßen Barcelonas gelaufen, habe mir die "Ramblas" und die Sagrada Familia - die monströse Kirche im Jugendstilviertel, an der seit über 100 Jahren gebaut wird - angesehen und mich über das Wetter gefreut. Zwar sind es nicht ganz 20°C, aber die Sonne scheint so stark, dass ich teilweise ohne Jacke herumspazieren konnte. Mit meinem deutschen Wärmeempfinden war ich dann doch ziemlich einsam, jedenfalls schauten sich so einige Leute nach mir um ;)

Auf der Suche nach interessanten Stadtrundgängen bin ich übrigens auf www.barcelonamovie.com gestoßen - eine Homepage der hiesigen Tourismushochschule, das Schauplätze bekannter Filme im Stadtplan Barcelonas abträgt und dann Informationen zu den jeweiligen Attraktionen und Filmszenen gibt. Eine tolle Idee, finde ich und werde morgen sicherlich noch ein paar Orte aufsuchen, an denen auch Woody Allen gedreht hat...

Samstag, 20. September 2008

Speechless in Strasbourg

Meine Liste der schönsten Städte der Welt - Dresden, Malmö, Stockholm - ist um eine weitere gewachsen: Straßburg. Nun kann ich schlecht alle Eindrücke der anderthalb Tage dort so niederschreiben, dass es dem Ort gerecht würde. Hier also eine kleine Liste, was ich getan habe:
  • Bootsfahrt mit einem Baton mouche
  • Turmbesteigung des Straßburger Münsters

  • französisch essen, parlieren und über elsässische Beschilderung ("Münzgass", Café "Kougelhoupf") schmunzeln
  • moderne (Europaparlament), alte (La Petite France) und integrierte (Bahnhof) Architektur bewundern
  • im Velotaxi mitfahren
  • Französinnen und Franzosen angucken (da gibt's leider kein Foto ;))

Montag, 15. September 2008

Dresden-Karlsruhe in 13 Stunden

Seit gestern bin ich mal wieder auf Reisen, diesmal südwestlich von Dresden. Meine ursprüngliche Planung sah Bäume pflegen im Schwarzwald vor, wurde aber durch meine noch unsichere zukünftige Wohnsituation und eine Aneinanderreihung glücklicher Zufälle in eine Städtereise umgewandelt. Und so bin ich gestern morgen um 7:56 Uhr in den Zug nach Nürnberg gestiegen, um über ein paar Ecken nach Weingarten bei Karlsruhe zu fahren.

Der erste Halt war in Coburg, wo mein zukünftiger Mitbewohner herkommt, mit dem ich bei Pizza unsere gemeinsame wohnliche Zukunft und diverse Filme besprochen habe. Die Stadt ist etwa so groß wie Bautzen, hat aber mit einem Schloss, einer bekannten Versicherung und überhaupt der Lage in Bayern gewisse Standortvorteile. Dennoch war es relativ schwer, eine offene Gastwirtschaft am Sonntag mittag zu finden...

Um nach Karlsruhe zu kommen, musste ich dann nach Nürnberg fahren, wo ich über eine Stunde Zeit hatte, durch die Stadt zu flanieren, Bauwerke und Amerikaner zu betrachten und Vergleiche mit Dresden (gleiche Größe, Touristenmagnet, wichtige Jahreszahl 1806, zerbombt im Krieg) zu ziehen. Es ist erstaunlich, wie dörflich Nürnberg abseits der zentralen Sehenswürdigkeiten wirkt, selbst innerhalb der alten Stadtmauern. Ebenso erstaunlich, wie platt ein männlicher Bewohner mich ansprach: "Ich bin Thomas der Ungläubige. Aber ich glaube an Dich!"

Bis zum Ziel saß ich schließlich noch drei Stunden im IC über Stuttgart nach Karlsruhe, wo ich 21:13 Uhr die S-Bahn ins verschlafene Weingarten nahm. Dort bin ich nach beschrifteter GoogleMaps-Anweisung einer Freundin bis zum Festplatz gelaufen, wo im Riesenbierzelt gerade die Karlsruher Beatles, nämlich die "Pumpkins", ein Revival der Pilzköpfe feierten. Haben sie echt gut gemacht, wir haben viel mitgesungen und getanzt!

Das heutige Programm war Karlsruhe, Badische Hauptstadt und trotz ihrer knapp 290 000 Einwohner kaum touristisch erschlossen. Denn obwohl es flach wie eine Flunder ist und lange Fußgängerzonen besitzt, gibt es keine Rikschas und Stadtrundgänge fast nur an Wochenenden. Dass zusätzlich das Zentrum für Kunst und Medientechnologie gerade montags UND dienstags geschlossen ist, hat mich schon ein wenig geärgert. Nichtsdestotrotz ist die Stadt mit dem zentralen Residenzschloss, dem Bundesverfassungsgericht und dem Marktplatz mit Pyramide durchaus sehenswert. Ich werde mich morgen jedenfalls nochmal dort umschauen. Bis dahin freue ich mich in und über Weingarten mit dem hiesigen Musikfest.

Dienstag, 26. August 2008

Ergebnis von 5 Tagen Fahrradfahren

  • ca. 380 km zurückgelegt
  • etwa 120 € für Übernachtungen, Essen, Karten und Heimatstadt-Shopping ausgegeben
  • 6 Kugeln Eis an 5 Orten gegessen (Walnuss und Amarena-Kirsch in Bad Liebenwerda, Quark-Himbeer in Cottbus, Schoko am Spremberger Stausee, Vanille in der elterlichen Küche, Marzipan in Bautzen)
  • mindestens 4 Fliegen geschluckt
  • genau viermal überholt worden - dreimal von Rennradfahrern und einmal von einem Liegeradler
  • zwei dreiviertel-gebräunte Beine (ab Radlerhose abwärts)
  • der feste Vorsatz, sich demnächst einen Fahrradhelm zu kaufen
Mittagspause kurz nach Boxberg:

Sonntag, 24. August 2008

Urlaubsimpressionen

Leute, war das schön!

Ich wollte, bevor ich mich wieder ins Geldverdienen stürze, noch einmal raus aus Dresden. Fahrradurlaub sollte es werden, einmal die Elbe lang und dabei die Seele baumeln lassen. Zwischenzeitlich wurde aus Elbradwanderung ein Hüttenurlaub mit Freunden, die dann aber doch nicht so richtig konnten, und letztendlich hab ich mich für eine Kombination aus Radfahren und Seengebiet entschieden - ich bin von Dresden über Liebenwerda und Burg/Spreewald nach Hause in die Oberlausitz gefahren. Vier Tage je ca. 3,5 Stunden Fahrrad fahren, die verbleibende Tageszeit mit Sauna, Theater, See und Sonne füllen, so sahen mein Kurzurlaub in Sachsen und Südbrandenburg aus. Hier ein paar Begebenheiten:

Elbe-Elster-Kreis: Auf radweit.de war Bad Liebenwerda eine Station auf dem Weg von Dresden nach Berlin und da mir die Distanz von 70 km gut gefiel, hatte ich mir diesen Kurort als erste Übernachtung meines Urlaubs ausgesucht. Für 24 Euro gab's ein Zimmer mit Fernsehen, eigenem Bad und am nächsten Morgen ein herrliches Frühstück, von dem ich in Form von geschmierten Brötchen noch unterwegs gezehrt habe. Die Stadt mit ihren 6000 Einwohnern hat zwar außer Kureinrichtungen und Spaßbad nicht viel zu bieten, dafür waren die touristischen Informationen ausführlich wie nie. Ich bin mit Fahrradkarten überhäuft wurden, die mir die Tour durch die brandenburgische Provinz ziemlich erleichtert haben. Der Elbe-Elster-Kreis zählt die wenigsten touristischen Übernachtungen im Bundesland, das merkt man dann auch auf der Straße, wo das Leben teilweise echt in den achtziger Jahren stehengeblieben schien. Alte Traktoren und Trabis, die über die Landstraßen streifen, Frauen in Kittelschürzen und wunderbarer Kuhdorf-Geruch. Wenn ich wüsste, dass alle Kühe so gut leben wie in der "Milchviehanlage Breitenau", in der ich versehentlich mit dem Fahrrad landete, dann wär mein Gewissen beim Milchkauf rein!

Spreewald: Nach dem Ausflug in die DDR kam ich über den Fürst-Pückler-Radweg in den Spreewald, brandenburgisches Ausflugsziel Nummer eins. Plötzlich wimmelte es nur so von Leuten, in der Touristeninformation gab's noch nicht mal einen Stadtplan kostenlos und die günstigste Übernachtung kostete 30 Euro pro Person. Dafür hatten wir - ich hatte mich in Burg mit einem Bekannten getroffen - ein Zimmer mit Veranda und dachten, damit doch einen guten Fang gemacht zu haben. Wer konnte ahnen, dass es am nächsten Tag eine ganze Ferienwohnung für 40 Euro bekommen würden? Dachbalkon inklusive!

Lausitz: Cottbus, Talsperre Spremberg, Teichlandschaft und Stausee Bautzen - vergessene Landschaften, könnte ich es nennen. Das letzte Mal bin ich hier im Jahr 2000 vorbeigeradelt und war mir gar nicht mehr bewusst, wie schön es eigentlich ist. Am Sandstrand liegen und den Familien beim Planschen zuschauen, dazu braucht man gar nicht an die Ostsee fahren! Und dann die Kiefernwälder - da werden Erinnerungen an Ferienlagerzeiten wach. Nur der Gegenwind zwischen Halbendorf und Großdubrau, den hätt ich mir gern erspart...

Zu erwähnen sei folgendes Gespräch, was ich nach dem Postkartenkauf in Burg/Spreewald belauschen konnte: Er und Sie kommen aus dem Bücherladen, er hat zwei Bücher in der Hand. Sie - "Was hast Du denn da für nen Quatsch gekauft?" Das macht mich natürlich neugierig, welches Buch würde ich denn als Quatsch bezeichnen? Diät- und Lebensratgeber vielleicht? Seine Antwort ist jedenfalls seeehr aufschlussreich: "Na Bücher!" Jetzt sagt sie ihm gleich, dass sie dass selbst sehen kann, denke ich. Aber es kommt besser: "Na so'n Quatsch." Ob sie manchmal liest?

Wetter

Aktuelles Wetter in Rome:


Temperatur: 5 C
UV Index: 0
Luftfeuchte: 87 %
Sichtweite: 10.0 km
Luftdruck: 998.0 mb
Windstärke: 5 km/h

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