Freitag, 28. März 2008

Gelesen: "Glennkill. Ein Schafskrimi"

Man nehme eine Weide an den Klippen von Glennkill, irgendwo in Irland. Darauf setze man eine bunte Mischung Charakterschafe, einen Schäferwagen, einen Schuppen und viel grünes Gras (Sauerampfer nicht vergessen!). Dann lege man den Schäfer dazu, tot allerdings, von einem Spaten durchstochen. Zuletzt gebe man noch ein paar lebendige menschliche Gestalten dazu, fertig ist "Glennkill. Ein Schafskrimi".

Das Buch haben wir beim Aufräumen in der Wohnung gefunden und ehrlich, ich hab selten so oft schmunzeln müssen wie bei dieser Lektüre. Nicht nur, dass die Schafe lustige Namen tragen (ein dicker "Mopple the Whale", eine äußerst wollige "Cloud", das Aufklärschaf "Miss Maple") - die Schafswelt ist voll von Weisheiten. So ist es doch klar, dass Menschen keine oder nur eine sehr kleine Seele haben, schließlich sitzt die im Geruchssinn! Und so ist die Aufklärung des Mordes für die Schafe nicht nur eine Aneinanderreihung von Indizien, sondern vor allem eine psychologische Studie der menschlichen Herde.

Ich empfehle also hiermit: lesen!

Mittwoch, 26. März 2008

Da könnt Ihr Euch was einbilden!

Bis ich verstanden hab, wie man Fotos von anderen Homepages hier abbilden kann, muss ich wohl auf meine Fotos bei Flickr verweisen. Meine Fotos in dem Sinne, dass sie auf meinem Account liegen. Gemacht hat sie Michael.

Montag, 24. März 2008

Eisig

Bisher hab ich mich ja ziemlich bedeckt gehalten bezüglich des Wetters. „Schneereich“ beschreibt es wohl am besten. Als ich vor zwei Wochen hier landete, hatte ich noch Angst, zuwenig winterfeste Sachen mitzuhaben. Die gesamte Landschaft war vollends mit dem Schnee bedeckt und zuletzt waren wohl Temperaturen von -18°C aufgetreten.

An meinem ersten Arbeitstag nahm mir die Sonne erstmal sämtliche Bedenken. Wir hatten wohlig warme Plusgrade, so ein oder zwei, und ich konnte sogar ohne Mütze und Handschuhe durch die Straßen laufen. Ich weiß nicht, ob die spätere Erkältung eine Folge dessen war.

Inzwischen hat mich das Wetter die temperaturmäßige Unberechenbarkeit gelehrt. Das heißt, selbst wenn es heute noch um die 0°C „warm“ ist, kann es morgen bis -15°C heruntergehen. Und das schlimmste: ein Blick aus dem Fenster trügt meistens. Denn wenn mich morgens die Sonne aus einem strahlend blauen Himmel anlacht, gab es nachts sicherlich keine Wolke, die Wärmestrahlung auf diesem Fleckchen Erde zurückgehalten hat.

Mit der richtigen Ausrüstung wird dieses Wetter zum Wintertraum: die Autos sind serienmäßig mit Elektroanschluß für einen kleinen Lüfter, der in den Fußraum gelegt wird, ausgestattet. Deswegen gibt es hier auch so viele Mietparkplätze mit Elektroanschluß inklusive Zeitschaltuhr steht.

Desweiteren fährt unser Auto derzeit auf Winterreifen mit Spikes, kleinen metallenen Spitzen, die sich auf der vereisten Fahrspur festkrallen. Das war auf unserer Fahrt nach Luleå auch nötig, denn entgegen meiner Annahmen waren die 300 km nicht vollständig geräumt, sondern teilweise eine echte Eislaufbahn. Es wird einem dann schon mulmig, wenn der Vordermann plötzlich anhält und man nur noch hofft, zum Stehen zu kommen.

Was in einem Auto natürlich auch nicht fehlen darf: Eiskratzer. Am besten gleich in jeder Tür, damit alle fleißig helfen können, die Fenster von außen und innen freizubekommen. Das sieht dann in etwa so aus:
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Sonntag, 23. März 2008

Frohe Ostern!

Oder, wie man in Schweden sagt:
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(Unsere Firma hat Osterhase gespielt und jedem ein mit Süßigkeiten gefülltes Ei geschenkt.)

Samstag, 22. März 2008

Luleå

Am Donnerstag hatten wir schon mittags Schluss, das Osterwochenende begann. Was lag also näher, als die Sachen zu packen und eine kleine Reise zu unternehmen?

Am Dienstag hatte ich mich über den Hospitalityclub um eine Schlafstätte bemüht. Ein deutscher Masterstudent an der Technischen Universität Luleå stellte uns seine gerade leergeräumte Wohnung auf dem Campusgelände zur Verfügung, sodass ich davon ausging, sogar noch ein bisschen Studentenluft schnuppern zu können. Als wir gegen sechs Uhr abends dort ankamen, waren auch tatsächlich noch viele junge Leute zu sehen.

Nach Abendbrot aus mitgebrachtem Brot und Käse zogen wir also los, das Studentenleben zu erkunden. Nur fünf Fußminuten entfernt lagen auch die ersten Universitätsgebäude, romantisch mit Schnee bedeckt und von kugelförmigen Laternen beleuchtet. Die Anlagen waren meistens zweigeschossig, und wenn man durchs Fenster hineinlugte, sah man Hörsäle und Cafeterias im IKEA-Stil. Die Uni ist ein Traum!

Ab und zu kamen uns jüngere Menschen entgegen, auch mal mit geschulterten Skiern, allerdings nie in größeren Grüppchen. Insofern war also nicht auszumachen, wo der Studentenclub liegt. Nachdem wir an mehreren gastronomischen Einrichtungen das großgeschriebene "Geschlossen" gelesen hatten, dämmerte es uns: Ostern! Das ist die Zeit, wo man nach Hause fährt und Zeit mit seiner Familie verbringt. So macht es doch unser Gastgeber auch! (Der ist nämlich am nächsten Morgen nach Deutschland geflogen) Naja, es war ja eh schon später, also gingen wir zurück in die Wohnung, lasen ein wenig und schliefen gegen 10 Uhr abends ein.

Für den Freitag hatten wir uns schon ein wenig mehr vorgenommen. Wir wollten zum Teknikens Hus (dem lokalen Naturwissenschaftsmuseum), zu einem An- und Verkauf (mein Schreibtisch ist immer noch sehr provisorisch), in Sportgeschäfte und außerdem nach Gammelstad, dem ursprünglichen Ortskern Luleås.

Zuerst besuchten wir das Teknikens Hus, was praktischerweise auch im Universitätsgelände liegt. Studenten der LTU haben dort freien Eintritt und auf Nachfragen bekamen auch wir zwei Eintrittskarten ohne Bezahlung. Was uns dort auf knappen 200 m² erwartete, erstaunt mich selbst im Nachhinein noch. Es wurde fast alles, was kleine und große Kinder begeistern könnte, aufgefahren. So saßen wir im Cockpit einer SAAB2000, konnten einen Bagger bedienen, Zug fahren, virtuell eine Stahlwerk bedienen, Papier schöpfen, Pappe stanzen, und und und. Natürlich wurden die meisten Aktivitäten auch noch so erklärt, dass auch jeder verstand, warum nun zum Beispiel ein Flugzeug fliegt. Und das auf Schwedisch UND Englisch. Selbst die Vorführung im Planetarium hätte die nette Pädagogin nochmal für uns in Englisch wiederholt. Hut ab!

Das Museum gibt es seit 20 Jahren und wird von größeren Betrieben wie der LKAB und Vattenfall unterstützt. insofern war es auch verständlich, dass sich viele Ausstellungsthemen um Eisen, Stahl und Energie drehten. Aber auch nicht-technische Dinge wurden beleuchtet, wie zum Beispiel gesunde Ernährung oder Lebewesen im Wald. Wusstet Ihr, dass eine Bärentatze einen größeren Abdruck hinterlässt als eine menschliche Hand? Zumindest meine menschliche Hand...

Nachdem wir fast vier Stunden im Teknikens Hus verbracht hatten, fuhren wir in die Stadtmitte, wo Michael nach einer neuen Winterjacke sehen wollte. Das Auto hatten wir für eine halbe Stunde auf einen Kurzzeitparkplatz gestellt und suchten nun die Touristeninformation. Auf dem Weg dahin fiel uns schon auf, dass es mit Einkaufen wohl nichts wird, denn außer einem Geschäft waren alle für die gesamten vier Ostertage geschlossen. Als die Information dann auch noch ein "STÄNGT"-Schild auwies, machten wir ziemlich lange Nasen. Da fährt man extra 300 km gen Süden und dann ist alles zu!

Ähnlich widerfuhr es uns mit der Kirche in Gammelstad, die "wochentags von 10 bis 14 Uhr geöffnet" ist. Glücklicherweise wurde für 18:00 Uhr ein Karfreitagskonzert angekündigt, sodass wir uns noch ein bisschen die Zeit vertrieben und halb sechs wieder auf der Matte standen. Die Musik war sehr schön, ich habe leider vergessen von welchem Komponisten. Es handelte sich um ein Streichkonzert, die den Weg Jesu zum Kreuz beschreibt, und zwischen den Sätzen wurden auch Bibelverse rezitiert.

Gammelstad ist übrigens ein altes Dorf, in dem mehrere hundert Häuschen um die Kirche angelegt sind. Die Gebäude sind allesamt so klein, dass man kaum darin wohnen kann und tatsächlich dienten sie früher nur als Übernachtungsmöglichkeit für die Bauern vor dem sonntäglichen Kirchgang. Heute ist die Stadt als Welterbe der Unesco ausgezeichnet und muss somit für die Nachwelt erhalten bleiben. Erinnerte mich an die Heimat!

Somit war der kulturelle Teil unseres Ausfluges auch schon beendet - wir gingen abends noch in einen Pub, in dem wir zwar keinen Alkohol, dafür aber Pizza und Burger bestellten. Unser Gesprächsthema war größtenteils - passend zum Praktikum - Photovoltaik, was ich in einem späteren Post gerne ausführen möchte... In dem Pub trafen wir auch unsere erste betrunkene Schwedin, hohe Preise schrecken eben doch nicht ab ;)

Und nun ist es schon wieder Samstag, wir waren doch noch einkaufen (das eine offene Geschäft in der Innenstadt entpuppte sich als Einkaufszentrum) und sind die 300 km auch wieder zurück in den Norden gefahren. Macht zweimal Polarkreisüberquerung! Mehr über die Straßenverhältnisse später...

Mittwoch, 19. März 2008

Geschäftsidee 1

Die Eins steht da oben nur vorsichtshalber. Man weiß ja nie, was mir noch alles einfällt ;)

Sicher ist jedoch, dass man hier in Gällivare ein ganz gutes Auskommen hätte, wenn man Mittagessen ausfährt. Im hiesigen Gewerbezentrum gibt es nämlich nur einen Gefrierschrank mit überteuertem Mikrowellenessen, was man auch genausogut von zu Hause mitbringen kann. Und ein "Baguetteauto", was mittags zu Doppeldönerpreisen belegte Langweichbrote (pas de baguette, pas du tout!) anbietet.

Es hat natürlich auch seine guten Seiten, mittags mal nicht bedient zu werden: ich koche abends. Gut. Und die Kreationen für mein Mittagsmahl werden hoffentlich auch noch an Rafinesse gewinnen.

Dienstag, 18. März 2008

Osterplanung

Juhuu, der erste Ausflug steht an! Habe gerade mit einem deutschen Studenten aus Luleå telefoniert, der uns zwei Nächte in seiner Wohnung campen lässt. Am Donnerstag geht's los...

Montag, 17. März 2008

Saftige Preise!

Wenn man irgendwo lebt, muss man dort auch was essen. Und wenn man etwas essen will, muss man das entweder aus dem Kühlschrank holen oder im Restaurant bestellen. In beiden Fällen sollte man das aber bezahlen.

So kam es, das Maria in die Welt zog, um Nahrung zu kaufen. Ihrer sparsamen Natur folgend, kaufte sie zuerst ein 2kg-Pack Haferflocken, dann Milch und Eier, Brot, Käse... naja, wie man eben einkaufen geht. Spätestens an der Obstabteilung war klar, dass das Vergleichen mit deutschen Preisen keinen Zweck hat. Höchstens, wenn man sich nur noch von Südfrüchten ernähren will, die sind nämlich tatsächlich genauso teuer wie zu Hause.

Das Preisniveau liegt bei den Lebensmitteln so um ca. 50 bis 100% höher als in (Ost-)Deutschland. Das hat durchaus seinen Grund. Denken wir zunächst an die geographische Lage: Gällivare liegt fast 100km nördlich vom Polarkreis. Das bedeutet Schnee von Oktober bis April, ein halbes Jahr lang Minusgrade, eben nicht so optimale Bedingungen für Pflanzen zum wachsen.

Ein Blick auf ein Infoblatt über Norrbotten bestätigt, dass Landwirtschaft hier keine bedeutende Rolle spielt. In der riesigen Region werden auf 5.521 ha Weizen angebaut, auf 22.569 ha Grünfutter und nur lächerliche 69 ha sind reserviert für Kartoffeln. Für Tiere ist also weitaus besser gesorgt als für den Menschen.

Das bringt mich zu der These: als Fleischesser wäre ich wahrscheinlich günstiger weggekommen. Vielleicht sollte ich mich auf die Suche nach nicht-faseriger, nicht-überwürzter, am besten nach Blumenkohl-schmeckender tierischer Nahrung machen. Apropos, Blumenkohl hab ich noch gar nicht gesehen!

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Danke für den Artikel....
Danke für den Artikel. Er trifft m.E. so manchen Nagel...
Waldwuffel (Gast) - 4. Mär, 22:04

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