Mathematik

Donnerstag, 11. Februar 2010

Bilder einer Ausbildung...









Es war einmal ein Mädchen, das entschied sich nach Ausflügen in fremde Wissens- und Staatsgebiete für ein Studium der Mathematik im wunderschönen Dresden.

Dort ging sie tagein, tagaus mit Stift und Zettel bewaffnet in die Uni, um den Helden der Wissenschaft (den Professoren!) deren wohlgehütete Weisheit abzutrutzen. Nichts konnte sie davon abhalten, höchstens Urlaubssemester, Semesterferien, Wochenenden , Schwedischkurse, amouröse Interludien, Zahnarztbesuche, Mensaverabredungen, Fehlfunktionen des Handyweckers und kurzweilige Unlustepisoden. Fleißig, zielstrebig, ja voller Motivation packte sie Epsilons und Mühs am Kragen, integrierte E- und noch viel schlimmere Funktionen, malte bunte Bilder - sogenannte Graphen - und ließ sich auch nicht von ökonomischen Effektivitäts-Effizienz-Diskussionen vom Weg abbringen.

[hier folgt ein Absatz der Selbstbeweihräucherung]

Und wenn sie ihr Studium nicht irgendwann beenden wollen würde, so täte sie das noch heute... aber da ihr Studium in absehbarer Zeit enden wird, war sie am vergangenen Freitag das letzte Mal in einer leistungsrelevanten Mathematikvorlesung. Darauf stoßen wir an:



Montag, 13. Juli 2009

Circle training

Am Freitag darf ich einen Vortrag halten, einen über "Symmetrische Quadrate von Graphen". Gibt man diese Wortkombination bei Google ein, so erhält man zumindest einen Überblick in graphentheoretischer Mathematik, wirklich schlau wird man allerdings nicht. Mein Hilfsmittel zur Vorbereitung ist also ein englischsprachiges Paper - oh, diese Anglizismen! - und die Bücher dessen Verfassers. Am Ende eines noch halbwegs verständlichen Beweises steht da folgendes:

"By Exercise 10 in [3, Chapter 4], this generation function is determined by [...]"

Nun gut, Buch 3 liegt hier vor mir und die Aufgabe habe ich auch gefunden. Interessanterweise steht da wiederum:

"Use the result of Exercise 20 in Chapter 2 to deduce that [...]"

Wenn ich es genau nehmen würde, müsste ich nun auch noch diese Übung durchführen, um dann mit völliger Sicherheit den Beweis im Paper nachvollziehen zu können. Es hätte mich nicht gewundert, wenn in der Aufgabe gestanden hätte, ich sollte mal in das Thesenpapier zu symmetrischen Quadraten schauen...

Montag, 6. April 2009

Mathematikerhumor

Das Sommersemester hat begonnen und mit ihm die Sprüche der Dozenten - hier mal ein Auszug aus der Auftaktvorlesung Computerstatistik:

Beim Öffnen eines Word-Dokuments (Mathematiker schwören auf LaTeX!): "Ich hab also keine ideologischen Bedenken..."

Über die Erklärfunktion der Statistiksoftware SPSS: "Das Erstaunliche ist, dass das die Leute immer noch nicht daran hindert, Statistik zu studieren" - da haben wir's wieder, der Mathematiker hält sich für was Besseres als "nur" ein Statistiker ;)

Erklärung, warum SPSS diverse Hyperlinks zur Übersichtlichkeit gesetzt hat: "Wenn sie dann quadratkilometerweise Angaben erzeugt haben..."

Ich gebe zu, für Nicht-Anwesende entbehren diese Sätze jeglichen Witzes, aber im Kontext hat es doch mehr als nur zum Schmunzeln angeregt. Zumal die Trockenheit des Humors wunderbar zum Image meines Faches passt.

Donnerstag, 22. Januar 2009

Profess(i)or(n)elle Kreativität

In der Uni Köln gibt es jetzt, einen Professor, der rappt. Um genau zu sein, dichtet er Paragraphen in Reime, damit sich der Gesetzesstellen leichter lernen assen. Erinnert mich irgendwie an die Texte zum Erinnern der ersten [n] Stellen der Zahl Pi, hier auf Französisch:

Que (3) j(1)'aime(4) à(1) faire(5) apprendre(9) ce(2) nombre(6) utile(5) aux(3) sages(5)!

Einer meiner Professoren gab sich letzten Dienstag auch ganz besondere Mühe - statt Hemd und Krawatte trug er ein T-Shirt und darüber einen Pullover, dem er sich am Ende der Vorlesung entledigte ("Striptease" nannte er das). Zum Vorschein kamen drei Buchstaben, die wir uns in Verbindung mit einem mathematischen Satz merken sollten. Genutzt hat es trotzdem nichts - ich hab sie leider vergessen!

Donnerstag, 27. November 2008

Stimmt!

"Ich bin auch kein großer Mathematiker, aber mir fällt auf, dass die Leute, sobald irgendetwas mit Zahlen vorkommt, sofort aufschreien, es sei "hoch" mathematisch. Normal mathematisch gibt's offenbar gar nicht."
(Wolf Haas in "Das Wetter vor 15 Jahren")

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Auch DU verstehst Mathe!

Und wenn Du mir das nicht glaubst, dann überzeug Dich morgen in Dresden beim Panorama der Mathematik. Eintritt frei - ich werde auch da sein.

Nachtrag: Ich war bei den ersten beiden Vorträgen und der dazugehörigen - wie immer leicht angestaubten - feierlichen Eröffnung. Im Saal saßen leider hauptsächlich doch nur Mathematiker, ob Studenten, Mitarbeiter oder Professoren... und für die waren die Beiträge auch sehr interessant. Leider bin ich mir nicht ganz sicher, ob sie auch einfach genug für Externe waren.

Freitag, 5. September 2008

Meine "Helden"

Für Mathematik-Interessierte aus Dresden ist heute ein ganz besonderer Tag: das "Erlebnisland Mathematik" öffnet seine Pforten in den Technischen Sammlungen. Die feierliche Eröffnung fand heut morgen um 11:00 Uhr statt, und ich war dabei. Außer mir auch noch die Größen aus Stadt und Universität Dresden: Oberbürgermeisterin, erster Bürgermeister und die geballte Professorenschaft der Mathematik an der TU.

Aber nicht nur Professoren aus Dresden waren zu Gast, und das war für mich etwas ganz Besonderes: Professor Albrecht Beutelspacher, Mathematiker aus Gießen und Begründer des dortigen "Mathematikums" saß im Raum. Das ist der Nick Hornby der Linearen Algebra! Außerdem hat er neben Lehrbüchern auch noch halbmathematische Prosa, zum Beispiel "Pasta all’infinito. Meine italienische Reise in die Mathematik" verfasst. Ehrlich, wenn ich ein Vorbild hab, dann ihn!

Leider hab ich es nicht mehr geschafft, ihn anzusprechen, denn er war kurz nach dem Sektempfang schon nicht mehr in den Ausstellungsräumen. Wieso auch, immerhin sind die Hälfte der Exponate Nachbildungen aus "seinem" Museum in Gießen. Dafür habe ich aber später noch meine Algebra-Professorin an der Bushaltestelle getroffen und im Gespräch mit ihr herausgefunden, dass sie so wie ich schon einmal in Lappland war. Sie ist übrigens nach dem Herrn Beutelspacher mein nächstes "Idol"...

Donnerstag, 17. Juli 2008

Anspruchsvoll

Vorhin war ich beim Prüfungsamt. Ich möchte und werde nämlich vom Studienfach Wirtschaftsmathematik zu Mathematik wechseln. Warum?

Weil:
  • die meisten Leute sich nichts unter Wirtschaftsmathematik vorstellen können oder denken, ich studiere BWL mit ein bisschen Mathematik (in Wirklichkeit ist es aber Mathematik mit ein bisschen mehr BWL)
  • der Titel "dipl.math." einfach mal besser klingt als "dipl.math.(Wirtschaftsmathematik)"
  • ich mir somit eine BWL-Prüfung erspare
  • mir nun im Hauptfach Mathematik wesentlich mehr Wahlmöglichkeiten gelassen werden, was Vertiefungen und Prüfungskombinationen angeht
  • und ich sogar nur drei statt vier Mathematikprüfungen ablegen muss
Während ich noch in der Warteschlange stand, traf ich einen Kommilitonen. Ein zukünftiger Wirtschaftsmathematiker, einer von denen, die zielstrebig und erfolgreich auf einen Platz in der Wirtschaft hinstudieren. Ich erzählte ihm von meinen Plänen, gewürzt mit dem zugegebenermaßen nicht so intelligenten Spruch "Ist doch einfacher!"

Sein Kommentar "Das ist also Dein Anspruch."

Ja, das ist er! Ich möchte nämlich mathematisch tätig werden. Ich möchte mich auf die Fächer, die ich belege, richtig konzentrieren können und nicht jeder verpflichtenden Prüfung hinterherhetzen. Ich möchte Fächer zusätzlich belegen, weil sie mich interessieren und nicht, weil es eine Studienordnung vorschreibt. Habe ich bisher auch getan.

Was mich an diesem Spruch so aufgeregt hat, ist diese Art, wie "wir Wirtschaftsmathematiker" uns manchmal über andere hinwegsetzen. Weil ja unser Studienfach einem sooo viel mehr als andere abverlangt. Weil wir mehr machen als andere und damit besser sind. Pah, Ingenieure und BWLer, Ihr Halbwissenden... und Physiker? Ich sage nur: "Gestatten, Elite"

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