Kurioses & Erkenntnisse
Ist ja schön, wenn manche Menschen noch Humor haben, allerdings kann man es mit Sarkasmus auch übertreiben. Folgendes Schild fand jedenfalls ich neulich morgens an meinem am Zaun angeschlossenen Fahrrad:
Da hat sich jemand richtig Mühe gegeben! Wozu er
"Und entsorgen" am Ende noch dazu geschrieben hat, bleibt mir ein Rätsel. Jedenfalls verstärkt der letzte Satz weder meine Angst vor dem Hausmeister, noch würde er mich dazu motivieren, die Räumungskosten zu zahlen.
MuTZelchen - 12. Jun, 16:46
Wo wir gerade schon bei Lebensweisheiten und seelen(un)befriedenden Interpretationen sind - ich dachte ja, mit dem Wechsel meines Studienfaches der Psychologie des Menschens, zumindest was deren Theorie betrifft, entkommen zu sein. Gestern in "Dynamische Systeme" klang das allerdings ganz anders:
"Wir betrachten also die gestörte Familie..."
Da sich sowohl Satz als auch Situation in mein Gedächtnis verankert haben, wird es wohl nicht schwer, später den dazugehörigen Stoff für die Prüfung zu lernen. DAS ist auch Psychologie!
MuTZelchen - 22. Apr, 08:11
Ich muss mal eben Luft schnappen, und das möglichst ohne Erinnerung an Sauerstoff und dessen chemische Beschreibung. O2 ist ein Arschloch, hab ich das schonmal erwähnt? Ja genau, vor etwa einem halben Jahr, als ich meine Homezone wechseln und meine neue SIM-Karte aktivieren wollte. Und damals habe ich noch behauptet, ich sei die unflätige, muffelnde Kundin, die es den Servicemitarbeitern schwer macht.
Tatsächlich war ich auch heute nicht übermäßig freundlich, aber immerhin darauf bedacht, dass der Call-Center-Agent (schon, dass die alles auf Englisch aussprechen müssen, find ich furchtbar!) ja nix für die Geldgeilheit seines Arbeitgebers kann. Ich habe ihm also gleich von vornherein gesagt, dass ich das Gespräch aus Kostengründen - 62 Cent pro Minute! - kurz halten möchte und meinen Tarif wechseln muss. Denn eine Homezone wird in meiner neuen alten Wohnung nicht mehr angeboten...
Ein Tarifwechsel ist tatsächlich möglich geworden, allerdings zu horrenden Konditionen. Wurde mir vor einem halben Jahr, als ich meinen Handyvertrag aufgeben wollte, ein Angebot mit 100 Freiminuten, 100 Frei-SMS und zusätzlich drei Monaten Kostenübernahme zu 10€ pro Monat angeboten, kostet mich die Umstellung auf ebendiesen Tarif nun 50€. Ohne drei Monaten Frei-Telefonie.
Sorry O2, aber mich seid Ihr nach Ende der Vertragslaufzeit endgültig los!
MuTZelchen - 17. Apr, 10:38
Maria sitzt am Frühstückstisch und erklärt, warum Durchfall nicht so toll ist: "Das Blöde ist ja, dass man trotzdem Hunger hat - aber wenn man was isst, wird's Scheiße." Wie wahr...
MuTZelchen - 16. Apr, 09:18
Neulich fiel das Gespräch auf die Fastenzeit und wie (un-)üblich das vorösterliche Fasten in Deutschland sei. Dabei fiel mir auf, dass ich dieses Mal gegen fast alle gängigen Enthaltsamkeitsprinzipien verstoßen habe:
- Seit Ende der Vorlesungszeit habe ich endlich mal wieder die Backbücher rausgeholt, fleißig Cookies gebacken und natürlich auch verzehrt.
- Kaffee! Und Alkohol sowieso ... ;)
- Ich habe angefangen, Fleisch zu essen.
- Drei Flugreisen mit einer preis-leistungs-unverhältnismäßigen Airline, die mir auch noch weismachen wollte, dass sie umweltfreundlich sei
Wenn man's genau wissen will, faste ich dieses Jahr einfach mal das Fasten!
MuTZelchen - 10. Apr, 13:01
Auch wenn ich mich freue, nach zweieinhalb Wochen Abwesenheit wieder im guten alten Dresden zu sein, so fallen mir schon am ersten Tag die Vorzüge anderer Länder ein. Nun gut, für das Wetter können unsere Gefilde nichts und schaue ich jetzt aus dem Fenster, so lichten sich die Wolken auch schon wieder zugunsten der Sonne. Dass die Käseregale in Fronkraisch um einiges besser als in Dresden ausgestattet sind, brauche ich wohl nicht zu erwähnen...
Beim Einkauf für's Frühstück fiel mir allerdings vor allem die Miesmuffelei beziehungsweise Redefaulheit der Deutschen auf. Während mir in Paris sogar ungefragt Hilfe bei der Orientierung angeboten wurde, weil ich offensichtlich im Stadtplan versunken war, schaute mich heute morgen eine Dame in der Supermarktschlange einfach nur biestern an, weil ich mich nicht wie sie rechts, sondern links eingeordnet hat. Ein höfliches "Ich glaube, Sie stehen da falsch" hätte ich weitaus netter gefunden. Und auch die Supermarktkassiererin war extrem kurz angebunden und schaffte noch nicht einmal, die Währung des zu zahlenden Preises mit auszusprechen.
Noch vor drei Tagen habe ich die von ihm als "festland-europäische" Zurückhaltung in Sachen Höflichkeit vor einem Engländer verteidigt. Entschuldigen seien doch eigentlich überflüssig, solange man wüsste, dass es das Gegenüber nicht böse meint. Aber wenn es mir jetzt schon auffällt , dass wir Deutschen im Vergleich zu den Franzosen redefaul sind, dann kann ich ihm doch ein wenig nachempfinden. Vielleicht wären ein bisschen mehr "bitte", "danke" und selbstverständliche Begrüßungsformeln (und Lächeln!) in deutschen Landen ganz angebracht.
MuTZelchen - 26. Mrz, 12:09
Heute morgen habe ich eine Führung in der Gläsernen Manufaktur mitgemacht. Das ist der Glaspalast am Großen Garten, wo seit 2002 der die Volkswagen-Luxuskarosse Phaeton endmontiert wird. Das Ambiente ist edel bis steril und die Produktion erstaunlich leise, sodass sich die Umgebung hervorragend für Besichtigungen und andere Marketingprojekte eignet.
Ich wurde einer kleinen Gruppe von überwiegend knapp 60-jährigen Besserverdienern zugeordnet, die sich - wahrscheinlich in Hinblick auf den Erwerb eines Phaetons - mal das Geschehen angucken wollten. Spätestens, als wir beim Vorführwagen ankamen, zeigte sich das klassische Rollenbild: Er steigt auf der Fahrerseite ein, während Sie sich mit dem Fenstermechanismus und den Getränkehaltern vertraut macht.
Beim ausgestellten Zwölfzylinder dann folgender O-Ton: "Schau mal, da sieht man, wie die Kolben sich bewegen. Das können sich Frauen ja sonst nicht vorstellen" Als der Herr meinen strafenden Blick bemerkte, fügte er noch hinzu, dass damit nicht wir jungen Dinger gemeint seien...
MuTZelchen - 4. Mrz, 11:47
Woran erinnern wir uns alle, wenn wir an Familienfeste denken? Genau, selbstgemachten Kuchen und Kaffee ohne Ende! Was hat IKEA damit zu tun? Es deklariert die achso schwedische
Fika zur Familienangelegenheit - bist Du Mitglied in der FAMILY, gibt's Heißgetränke ohne Ende. Alles was Du (bei IKEA siezen wir uns nicht!) tun musst: einen Antrag ausfüllen, regelmäßig Werbenewsletter empfangen und eine Mitgliedskarte mit Dir rumtragen. Bis diese bei Dir angekommen ist, gibt es eine Vorläufige aus Papier, die vom Antragszettel abgetrennt werden kann.
Mein Familiengefühl ist bei meinem heutigen IKEA-Besuch dann wohl doch nicht soo ausgeprägt gewesen, jedenfalls war ich mit meiner vorläufigen Mitgliedskarte schon ziemlich zufrieden. Wozu Newsletter lesen, wenn man Kaffee und Rabatte auch schon mit einem Papierzettelchen bekommt? Die Dame an der Cafeteria-Kasse hat mich sogar ziemlich nett durchgewunken und ein ortskundiger Mann (ich nehme an Verwaltungsmitarbeiter) mir noch Tipps für optimalen Automatenkakao gegeben. Da kam fast so etwas wie ein Familiengefühl aus.
Ich danke IKEA Family und freu mich aufs nächste KuK-Treffen mit meiner Dauer-Verwandtschaft!
MuTZelchen - 3. Mrz, 22:52
Auf dem Nachhauseweg von der Sauna um die Ecke sprachen wir über Reisen in Entwicklungs- bzw. Schwellenländer und ich meinte, dass es mich - als Tourist - dorthin nicht ziehen würde. Habe ich Angst vor der Konfrontation mit Armut und Elend, oder gibt es auch eine rationale Begründung? Das einzig sinnvolle Argument scheint folgendes zu sein: wenn ich in ein Land reise, in dem Menschen Hunger leiden, dann esse ich Ihnen ja die wenigen vorhanden Lebensmittel weg. Jedenfalls konnte ich mir nicht vorstellen, dass Tourismus in der sogenannten Dritten Welt zu besserer Lebensmittelversorgung der Bevölkerung führen kann.
Mein Halbwissen diesbezüglich führte mich unter anderem auf den Wikipediaartikel zu
Welthunger und ließ mich staunen:
"In den USA hungerten im Jahr 2005 10,8 Millionen US-Bürger". Das ist doch der Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass in diesem Land wirklich NIEMAND Hunger leiden müsste. Auf der Homepage der Welthungerhilfe steht dazu treffend:
" Politisch gesehen ist die Tatsache, dass weltweit 923 Millionen Menschen hungern, ein Symptom für das Versagen von Politik."
Womit wir bei der Agrarpolitik Europas wären: zentraler Streitpunkt ist und bleibt die Subventionierung heimischer Bauern. Die These, dass Freihandel durch Erhöhung des Konkurrenzkampfes zu "effizienterer" Nahrungsproduktion führt und damit Mehrproduktion in Entwicklungsländern schafft, klingt für mich ein wenig nach VWL-Vorlesung im ersten Semester. Man betrachtet einen stark vereinfacht modellierten Markt rein ökonomisch und blendet ökologische, technische und soziale Konsequenzen aus - was, wenn Produkte aus Entwicklungsländern ohne Importzölle den EU-Markt betreten können? Dann verringert sich hier die Agrarwirtschaft, wir importieren Lebensmittel aus diesen Ländern und damit bleibt der dortigen Bevölkerung auch nicht mehr als vorher. Wo ist hier mein Denkfehler?
MuTZelchen - 22. Feb, 23:11
Tja, wer Bürgermeister einer Weltmetropole ist, darf es sich nicht mit der Bevölkerung verscherzen und wünscht daher vorsorglich alles Gute zum Fest. Bei der nächsten Wahl denkt sich dann vielleicht der ein oder andere Wiener: "Na schau, der hat mir a gut's Jahr g'wünscht, den wähl ich wieder!"
In dem Sinne möchte ich mich dem Herrn Häupl anschließen und wünsche Euch ein frohe Weihnachten!
MuTZelchen - 22. Dez, 21:58