Der kleine Unterschied

So, nun bin ich also in der Schweiz. Wasser und Alpen, wohin das Auge reicht - wenn nicht gerade ein (Hoch)Haus den Blick versperrt. Herrlich, errlich!

Spielplatz mit Stadt- und Alpenblick in Genf

Nach einem bummeligen Tag in Genf, bei dem ich auch ein vom Käsemacher empfohlenes Eiscafé aufgesucht habe - das Ziegenkäse-Eis gab's diese Woche leider nicht, aber meine Kostproben (Schoko, Pistazie, Ananas-Minze und Kaffee) waren auch nicht schlecht - ging es entlang des Leman-Sees in Richtung Lausanne. Immer schön neben einer Art Bundesstraße, mit durchgängiger Radstreifenmarkierung und unzähligen anderen Fahrradfahrern. 20 km vor Lausanne war ich um 18:00 Uhr am Bahnhof in Rolle mit meinen radreiseerfahrenen Gastgebern verabredet - und merkte pünktlich halb sechs, wie das Fahrgefühl schwammiger wurde... ein Platten im Vorderrad, 5km vor dem Ziel.

Statt den Platten gleich zu beheben, pumpte ich das Rad gefühlte zehnmal wieder auf fahrbaren Luftdruck auf, rollte ein paar hundert Meter und schaffte es so bis zum Strand in Rolle, wo ich mich an die Reparatur machte. Meinem Couchsurfer hatte ich noch per SMS Bescheid gegeben, sodass er hinzukam und noch ein paar Fotos von der Selfmade-MuTZ machen konnte, während sie Luigi verarztet ;-)

MuTZ verarztet Luigi

Danach ging es durch die Weinhänge der Cotes de Morges ins hügelige Vorland von Lausanne, wo die Gastgeber ein Wohnung mit bestem Alpenblick angemietet haben. Die Wohnung war voll von selbstgeschossenen Fotos aus aller Welt, denn die beiden sind in den letzten 3 Jahren einmal um den Globus geradelt. Echte Radfahrfans, die mir noch gute Tipps für die Lausanne-Erkundung und die Weiterreise durch die Schweiz geben konnten.

Dass die Frankoschweiz, aka Romandie, nicht mehr Frankreich ist, merkt man außer am Alpen-See-Mix und dem Preisunterschied an kleinen Dingen: das Mobiltelefon heißt nicht mehr "portable", sondern "natel" (kommt von "Nationaltelefon"), das Handtuch "linge" und nicht "serviette" und hier sagt man außerdem "jogurt" statt "yaourt"... das erinnert mich ein wenig an meine Campingplatzzeit in Saumur, wo ich meine amerikanisches Englisch mit britischen Ausdrücken zu würzen gelernt habe, da die Urlauber dort vorrangig aus Großbritannien kamen. Nur dass mein Englisch bei weitem besser war als es mein Französisch heute ist, sodass es mich schon etwas Mühe kostet, die Unterschiede zu (be)merken.

Gestern dann rollte ich hinunter an den See und wollte eigentlich am frühen Nachmittag meine Stadterkundung in Lausanne starten. Aber schon die Hafenpromenade in Morges war in der Sonne so verlockend, dass ich erstmal mein Buch ausgelesen, ein Mittagspäuschen gemacht und mir heftig die Schultern verbrannt habe. Den restlichen Tag bin ich von Schatten zu Schatten geschlichen, habe dabei aber so einige Sehenswürdigkeiten zu Gesicht bekommen: das Schweizer-Käse-förmige "Rolex Learning Center" der Lausanner Ingenieursschmiede, den mit Skulpturen gespickten Park um das Olympia-Museum, die Lausanner Kathedrale sowie die von Treppen und steilen Straßen gespickte Stadt Lausanne. Luigi hat mit seiner Beladung manchmal einen echten (Draht)Esel abgegeben, den man nicht mehr reiten, sondern schieben oder gar tragen musste...

Lange Lesepause am Lac Leman

Da ich mein nächstes großes Ziel Bern erst am Donnerstag erreichen will (meine dortige Freundin hat an dem Tag ein Vorstellungsgespräch und ich will sie nicht vorher ablenken), habe ich mich spontan entschieden, heute einen weiteren Bummeltag einzulegen und mich hier im Schatten von meinem Sonnenbrand zu erholen. Auf dem Plan steht das "Musée d'Art Brut", in dem Kunst von psychisch Kranken ausgestellt wird. Ich bin mal gespannt.

Unterwegs werde ich sicher auch mal einen Bäcker aufsuchen und die kleinen kulinarischen Unterschiede erkunden. Eins kann ich jetzt schon sagen: Schweizer Rosinenschnecken (hier tatsächlich wieder "escargots des raisins" - Schnecken - genannt und nicht "pain du raisins" - Rosinenbrot) sind uuuunschlagbar lecker!

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