Freitag, 21. Juni 2013

Ein denkwürdiges Jubiläum

Ich nenne den Tag mal gleich zuerst: 17. Juni.
Erinnerungen, anyone?

Bis ich etwa 25 war, war dieser Tag bei mir vor allem mit einem verknüpft: der Frage "Hat sie nun heute oder übermorgen Geburtstag?". Gemeint ist eine gute Freundin, die ich seit fast zwei Jahrzehnten kenne und deren Geburtstag ich mir nie so richtig merken konnte - denn die Zahlen 17 und 19 sind beide ungerade, unter 20 und dazu Primzahlen. Ich hatte einfach keine gute Eselsbrücke, keine Assoziation zum Merken. Letztes Jahr habe ich es dann tatsächlich geschafft und zwei Tage zu spät angerufen, was mir merklich peinlich war. Zumindest diesen Ehrentag werde ich nie wieder vergessen...

Dass der 17. Juni für viele ältere (Ost)Deutsche durchaus denkwürdig ist, war mir lange nicht bewusst. In der Schule wurde die DDR nur aus der Westseite beleuchtet: Mauerbau, Luftbrücke, Wiedervereinigung hießen die Schlagworte. Volksaufstand 1953? Fehlgemerkt. Oder eben nicht gemerkt, weil das Datum vielleicht nur mal "nebenbei" erwähnt wurde.

Als mir dann vor wenigen Jahren eine enge Freundin von der Geschichte Ihres Opas, der an den Protesten des 17. Junis teilgenommen hatte, erzählte, begann mich das Thema zu interessieren. Und so war ich am vergangenen Montag gespannt darauf, wie die Stadt Dresden das 60-jährige Jubiläum der Ereignisse begehen würde. Unter dem Motto "Die vergessene Revolution? - Der 17. Juni 1953 in Dresden" hatten Kulturverantwortliche ein Programm zusammengestellt, das unter anderem eine Lesung und einen Stadtrundgang zum Gedenken an die Aufstände erinnerte.

Unter den Gästen waren, wie so oft bei DDR-bezogenen Themen, vor allem Leute zwischen 50 und 80, dabei auch einige Zeitzeugen der Proteste in Dresden. Darunter war auch ein Professor aus meinem Grundstudium, von dem ich interessante Einsichten aus der damaligen Zeit erfahren konnte. Spannend fand ich das Thema der Rezeption der Aufstände im Ausland, sei es Polen oder "nur" in Westdeutschland - scheinbar haben nicht nur meine Geschichtslehrer, sondern auch die damaligen Zeitgenossen dem 17. Juni nicht immer viel Aufmerksamkeit entgegengebracht.

Wenn man bedenkt, dass auch derzeit weltweit viele Proteste gegen Staatsüberwachung, für bessere Lebensbedingungen und soziale Gerechtigkeit stattfinden, ist der 17. Juni 1953 auch heute noch aktuell. Insofern empfehle ich alle, die so wie ich lange Zeit kaum etwas darüber wussten, sich einmal mit der (Vor-, Während- und Nach-)Geschichte dieses Tages zu beschäftigen. Anfangen könnt Ihr zum Beispiel hier.

Montag, 10. Juni 2013

Es geht abwärts in Dresden...

... gemeint ist der Pegelstand der Elbe, der inzwischen auf "nur" 6,95 m zurück gegangen ist. Mein leerer Keller ist trocken geblieben und freut sich auf baldige Wiederbestückung, anderer Leute Wohnungen dagegen sind immer noch bewässert. Obwohl ich mich am Mittwoch bei der Dresdner Flutzentrale als freiwilliger Helfer gemeldet habe, wurde meine Arbeitskraft bisher noch nicht benötigt. Ich nutzte die Zeit also, um weiter fotozudokumentieren:


Elbblick aus dem Kronensaal des Schlosses Albrechtsberg in Dresden


Auch Herr Zille fotografiert das Elbhochwasser am Johannstädter Fährgarten. Man beachte die gastronomische Ausstattung am Wasser!


Dresdens neuer "Elbtunnel" in der Neustadt, eigentlich für Fußgänger zum sicheren Überqueren der Großen Meißner Straße gedacht.


Sandsäcke vor dem Schauspielhaus, nach der Flut. Ob die ihren Zweck erfüllt hätten?


Sandsäcke hinter der Festung Dresden - glücklicherweise ist alles trocken geblieben.

Apropos Fotodokumentation, das Elbehochwasser hat mich zu einer neuen (nicht ganz wasserdichten) Theorie verleitet: Neustädter Jungeltern haben das Hochwasser herbeigezaubert, um endlich tolle Fotos von ihrem Nachwuchs machen zu können. Kaum eine überflutete Gasse auf der nördlichen Elbseite, wo man nicht eine Mutti mit Regenstiefeln und Kind an der Hand, verfolgt von einem wuselkopfbärtigen Mann mit Halbmeterobjektiv, sieht. Zugegeben, auf der Südseite wird auch familienfotografiert - aber wesentlich häufiger mit Kompaktkamera...

Mittwoch, 5. Juni 2013

Johannstädter Elbhochwasser

Vorbereitungen - Abbau des Elbspielplatzes Johannstadt
Vorbereitungen - Abbau des Elbspielplatzes Johannstadt

Während der echte Fährgarten unter Wasser steht, betreibt der Biergartenbesitzer eine 'Strandbar'
Während der echte Fährgarten unter Wasser steht, betreibt der Biergartenwirt eine "Strandbar"

Kleine Katastrophentouristen
Kleine Katastrophentouristen

Johannstädter Elbufer von der anderen Flußseite aus gesehen
Und so sieht's von der anderen Seite aus...

Samstag, 1. Juni 2013

Wagner hören und sterben...?

Hier in Dresden (und in vielen anderen Städten von Bayreuth bis Zürich) seht derzeit Wagner hoch im Kurs. Wir feiern seinen 200. Geburtstag mit Pauken und Trompeten...
Wer so wie ich bis letztes Jahr noch nie in einem Wagner-Konzert war, dem kann ich wärmstens folgendes empfehlen:

6. Sinfonisches Bläserkonzert - Richard Wagner

Alle Stücke sind handverlesen und von mir selbst an der zweiten Klarinette getestet. Umtausch aufgrund der Vergänglichkeit des Produkts leider ausgeschlossen. Ich freue mich über Eure Rückmeldungen nachher ;)

Montag, 27. Mai 2013

Radler(un)glück - die Fakten

Eine kleine Linkliste zum Einlesen: Dazu ein paar faktische Vermutungen:
  • Bei Unfällen mit Fahrradbeteiligung werden meist eine, maximal aber zwei Personen schwer verletzt
  • Bei Fahrradunfällen mit Autobeteiligung bleibt der Autofahrer meist unverletzt (in der Hoffnung, dass er keinen Schock erleidet...)
  • Der Sachschaden bei Unfällen mit Fahrradbeteiligung ist im Schnitt geringer als bei KFZ-Unfällen
Und schließlich noch ein paar (für mich offene) Fragen, die in Richtung "Lösung des Kampfradlerproblems" abzielen:
  • Sind die meistenschwerwiegenden Verletzungen bei Fahrradfahrern tatsächlich Kopfverletzungen?
  • Werden statistisch mehr rauschgiftbedingte Fahrradunfälle als rauschgiftbedingte KFZ-Unfälle gezählt?
  • Darf man aufgrund unzumutbahrer Fahrbahn auf der Straße für kurze Strecken auf den Radweg wechseln (andersrum darf man, das weiß ich)
  • Welche Kosten/Nutzen hätten Fahrrad-Kennzeichen?
Mit ein bisschen Zeit und Muße verbastle ich obiges baldmöglichst zu einem lesbaren Blogeintrag ;)
Ich wünsche Euch allen einen guten Start in die Woche!

Donnerstag, 23. Mai 2013

Liest noch jemand mit?

Dann erinnert mich bitte ganz bald mal, einen ausführlichen Beitrag zum Thema "Kampfradler" und Maßnahmen gegen ebendiese zu schreiben! Ich möchte den Spaß mal volkswirtschaftlich bzw. gesundheitsökonomisch betrachten...

Montag, 20. Mai 2013

Stubbe in Dresden!

Ich bin ja eigentlich kein großer Krimifan - hier und da mal ein Borowski-Tatort, früher ein paar Folgen Großstadtrevier, viel mehr braucht meine zarte Seele nicht. Es gibt da allerdings eine Polizeifilmreihe, an der ich aus lokalpatriotischen Gründen nicht vorbeikomme: "Stubbe - von Fall zu Fall". Gespielt vom Schauspiel-Sachsen Wolfgang Stumph, ist der Hauptcharakter ein Dresdner Kommissar, den es Mitte der Neunziger nach Hamburg verschlagen hat. Dort löst er jetzt Jahr für Jahr Kriminalfälle, fährt mit dem Fahrrad durch die Großstadt und kümmert sich nebenbei um Tante und Tochter.

Da derzeit keine neuen Folgen zur Verfügung stehen, wiederholt das ZDF gerade die Ausstrahlung von 2009. Am Donnerstag lief die Jubiläumsfolge "Gegen den Strom",
in der Stubbe in seiner alten Heimatstadt Dresden ermittelt. Der Film ist voller Dresden-Ansichten und kann auch jetzt noch online gesehen werden. Mein Herz schlägt besonders in Minute 17:36 ein bisschen schneller: da fahren Stubbe und sein Kollege Zimmermann nämlich in einer Rikscha vom Neumarkt aus am Fürstenzug vorbei in Richtung Semperoper. Das Gefährt erkenne ich sofort wieder - ich saß selbst schon drauf, und das nicht (nur) als Gast! Als Fahrerin bei Rikschataxi Dresden habe ich so manche Touristen durch die Stadt chauffiert. Heute bin ich zwar fast nur noch zu Fuß unterwegs, freue mich aber immer noch über einen Plausch mit den ehemaligen Kollegen.

Stubbe selbst wird wohl nicht noch einmal hier ermitteln - Wolfgang Stumph kündigte nämlich an, ihn demnächst in Rente schicken zu wollen. Aber wer weiß, vielleicht lässt sich der Kommissar ja auf seine alten Tage in Dresden nieder...

Samstag, 2. Februar 2013

Nasskaltes Dresden

Hier mal ein paar Eindrücke von meinem heutigen Spaziergang ins Stadtzentrum.





Nachdem es mich kurz hinter der Albertbrücke mit nasskaltem Hagelschauer erwischt hat, wurde aus dem Spaziergang spontan ein Besuch in den Neuen Meistern...

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Der Artikel gefällt mir...
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deprifrei-leben - 4. Mär, 23:13
Danke für den Artikel....
Danke für den Artikel. Er trifft m.E. so manchen Nagel...
Waldwuffel (Gast) - 4. Mär, 22:04

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